Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

Von Signallaufzeiten und Glasfasern, eine abwechslungsreiche zweite Praktikumswoche

Wochenbericht 9. bis 14.07.2012

Mein Name ist Angel Usunov und ich studiere gerade Physik an der Universität Wien. Schon früh war ich vom Weltraum fasziniert und habe z.B. noch in meiner Schulzeit, genauso wie Reinhard Tlustos, am International Space Camp, einem ein-wöchigem Astronautentraining für Schüler und Schülerinnen in den USA teilgenommen. Daher war es nur logisch, dass ich im Zuge meiner Recherchen für ein Praktikum auf das ÖWF aufmerksam wurde und mich für ein Sommerpraktikum im ÖWF Raumanzugslabor bewarb.

Aussicht vom Labor inkl. äußere Hülle für die Aouda.S

Aussicht vom Labor inkl. äußere Hülle für die Aouda.S

Am ersten Tag meines Praktikums lernte ich das Raumanzugslabor näher kennen. Gernot Grömer zeigte mir die verschiedenen Arbeitsbereiche und erklärte mir die Arbeitsabläufe. So ist die Werkstatt strikt getrennt vom elektronischen Arbeitsbereich. Gemeinsam mit Reinhard bekam ich eine Einführung in 3D Drucker Software um auch mit dem 3D Drucker kleine Teile selber drucken zu können.

Meine erste Aufgabe bestand darin eine Lösung für das zweidimensionale TDOA(Time Difference of Arrival) Problem zu finden. Diese Lösung wird benötigt für das geplanten Planetary Positioning System (PPS), dass ich gemeinsam mit Christoph Ragonig plane. Ziel des PPS ist es eine Art lokales GPS zu bauen, da auch am Mars keine GPS Satelliten vorhanden sind.

Grafik für Trilateration in der Ebene

Trilateration in der Ebene

Wir wollen bei diesem System nicht einfach die Laufzeit eines Signals zur Positionsbestimmung verwenden, da wir sonst alle unsere Uhren sehr genau synchronisieren müssten, sondern die Differenz in der Ankunftszeit zwischen zwei Stationen verwenden. Anstatt wie bei der klassischen Trilateration 3 Kreise miteinander zu schneiden erhalten wir hier Hyperbeln die wir mit einander schneiden müssen, was die Mathematik etwas verkompliziert.
Am Mittwoch, den 11. Juli fand auch eine Telefonkonferenz das PPS betreffend statt, bei der die weitere Vorgangsweise besprochen wurde. Ich habe Christoph einige Elektronik Bauteile aus Wien übergeben und er wird sich daran machen die 1. Phase des PPS (einfaches Ranging) umzusetzen.
Weiters durfte ich auch Julia Neuner helfen, die Form für den Hard Upper Torso(HUT) für die Aouda.S, der kleineren Schwester der Aouda.X, herzustellen. Gemeinsam mit Reinhard wagten wir auch den ersten Laminierversuch für den HUT. So soll dieser, genauso wie bei der Aouda.X, aus Glasfaser bestehen und somit leicht und stabil gleichzeitig sein. Parallel dazu näht Johannes Turozzi die äußere Hülle für die Aouda.S. Bei so vielen interessanten Tätigkeiten vergeht eine Praktikumswoche wie im Flug :-)

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl