Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

ÖWF fliegt Sojuz-ISS Dockingmanöver in Stuttgart !

400 Erstsemestrige Studenten die sich alljährlich für Raumfahrttechnik inskribieren, 167 Mitarbeiter und ein Jahresbudget von 10 Millionen Euro – das ist das Institut für Raumfahrtsysteme der Universität (IRS) Stuttgart im Raumfahrtzentrum Baden-Würtemberg: Grund genug für eine Delegation des ÖWF diese größte universitäre Forschungseinrichtung Westeuropas zu besuchen.

FlyingLaptop

Die ÖWF Delegation im Reinraum für die Integration des Kleinsatelliten “Flying Laptop”

Der stellvertretende Institutsleiter Prof. Fasoulas beeindruckte eingangs mit der fachlichen Breite des IRS, die von Wiedereintrittsphysik über bemannte Exploration bis hin zu Kleinsatelliten reicht. Durchschnittlich 75 Doktoranden sind dort tätig. Andreas Fink als Gastgeber führte die zwölfköpfige Gruppe durch die Einrichtung, beginnend mit dem Sojus-Simulator. In diesem 1:1 Mock-up können alle wesentlichen Flugmanöver des russischen Raumschiffes geflogen werden, was die Besucher auch praktisch ausprobieren durften. “Das Steuern des 7-Tonnen schweren Sojuz ist vergleichbar mit einem LKW -der nur einen Mopedmotor ausgestattet- auf einer Eisfläche zu manövrieren”, meinte schmunzelnd Manuel Schmitz, der die Sojuz-Kontrollkonsole betreute.

Sojuz

ÖWF Analogastronauten im Sojuz: Christoph Gautsch (Mitte) kurz vor dem Andocken der Raumkapsel an die ISS, assistiert von Ulrich Luger (links) und Daniel Schildhammer (rechts).

Nach den Flugmanöver besuchte die ÖWF Delegation das Labor für Hochtemperatur Supraleiter, wobei der Begriff “Hochtemperatur” sehr relativ ist, wenn man von 150 K spricht. Anschließend ging es zu den Labors für Lebenserhaltungssysteme, wo in großen Algentanks Ideen zur Lebensmittelgewinnung ebenso wie Brennstoffzellen untersucht werden. Zwei Räume weiter werden miniaturisierte Gassensoren entwickelt, die mittels eines Tintenstrahldruckers Platin-Elektroden auf eine Keramikmatrix aufbringen.

windtunnel

Einer der Plasmawindtunnel des IRS Stuttgart – hier werden neue Hitzeschultzschilde für den Wiedereintritt getestet.

Einer der Höhepunkte war der Besuch im Integrationsraum für den “Flying Laptop”-Kleinsatelliten: der etwa kühlschrankgroße Orbiter soll 2015 gestartet werden. Die ÖWF Delegation durfte die Flugeinheit im Reinraum aus nächster Nähe begutachten. Nettes Detail am Rande: Die Energiequelle für den Satelliten ist diesselbe wie für den Aouda-Raumanzugsimulator. Abgerundet wurde der Besuch durch einen Blick in die großen Plasma-Windtunnel, in denen Materialien den Bedingungen einer Rückkehr aus der Umlaufbahn ausgesetzt, bzw neue Plasmaantriebe getestet werden können.

“Das IRS ist eine beeindruckende Einrichtung, die ein breit gefächertes Portfolio an Spitzenforschung hat, ” resümiert Gernot Grömer vom ÖWF den Besuch, “und man sieht wie hier durch entsprechenden politischen Willen das Bundesland Baden-Würtemberg nachhaltig Innovationskapazität aufgebaut hat.”

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl