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February 19 2014

ÖWF präsentiert Aouda.X am EAC in Köln

Vergangene Woche reiste eine Delegation des Österreichischen Weltraum Forums zum Europäsichen Astronauten Zentrum (EAC) in Köln um den Aouda.X Raumanzug-Simulator vorzuführen.

Am Dienstag Abend kamen wir in Köln an. Den freien Abend nutzten wir auch sogleich für ein gemeinsames Abendessen mit Dr. “Moon” Walter Kühnegger. Kühnegger arbeitete als Ingenieur und Orthopäde bei der NASA. Er war in den 60er Jahren maßgeblich am Apollo Programm beteiligt. Nach dem zweiten Weltkrieg verließ der geborene Grazer Europa und arbeitete schließlich beim Vorgänger der NASA, dem National Advisory Committee for Aeronautics (NACA). Ein Audiointerview mit Walter Kühnegger ist dazu auch auf unserer Podcast Seite verfügbar.

Professor Doctor Walter Kühnegger

Professor Doktor Walter Kühnegger

Am Mittwoch Vormittag bereiteten wir Gerätschaften, Server, Computer und den Aouda.X Mars Raumanzug-Simulator für die Präsentation in der großen EAC Traingshalle vor. Es war ein beeindruckender Anblick mitten in einer Halle wo sich ebenso ISS Mockup Module befanden. Nach dem Mittagessen fanden sich die Studenten des Londoner King’s College zu uns in der Halle ein. Gernot Grömer begann mit einer Einführung zum Aouda.X Raumanzug-Simulator. Nach dem Anlegen des Anzugs wurden die Studenten aufgefordert den Analog Astronauten Ulrich Luger durch diverse Aufgaben zu führen, wie zum Beispiel das Einrichten eines Funksenders. Gleichzeitig mussten die Studenten Ulrichs biomedizinische Daten im Auge behalten.

Suit tech attaching the helmet

Suit tech beim Aufsetzen des Helms

Andere Studenten wiederum versuchten sich darin, sich mit angezogenen Aouda.X Trainingshandschuhen die Schuhe zu binden. Es schaut zwar einfach aus, war aber dennoch nicht so leicht zu meistern :) Damit sollte unter anderem demonstriert werden, dass in einem solchen Anzug selbst einfachste Aufgaben den Analog Astronauten vor große Probleme stellen.

Am späteren Nachmittag hielten Dr. Gernot Grömer und Dr. Thomas Luger einen Vortrag zu den biomedizinischen Aspekten eines Raumanzug-Simulators.

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In unserer knappen Freizeit erhielten wir dennoch die Gelegenheit eine kurze Tour durch das EAC zu machen. Wir besuchten den großen Pool, in dem sich Astronauten in Trainings auf ihren Flug und ihre Zeit auf der ISS vorbereiten. Darüber hinaus besuchten wir die Einrichtungen in denen die medizinische Überwachung der Astronauten durchgeführt wird. Ein Highlight war der EUROCOM Control Room, der neben wenigen weiteren Stationen auf der ganzen Welt direkt mit den Astronauten auf der ISS kommunziert.

Am nächsten Morgen folgte eine weitere Vorführung des Aouda.X Raumanzug-Simulators für Studenten, Doktoren und Professoren des Londoner King’s College. Wir fuhren in unserem Programm fort und starteten mit einem weiteren Anlegen des Anzugs. Auch dieses Mal durften die Besucher den Analog Astronauten durch diverse Aufgaben führen und mussten dessen medizinischen Daten am Computer überwachen. Auch das Steuern unseres kleinen Rovers durch die Halle erfreute sich großer Beliebtheit. Dabei galt es mit dem Roboterarm am Boden liegende Gegenstände aufzuheben.

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“Die Aouda.X Präsentation war für uns die erste in einem derart beindruckenden Umfeld – selten sieht man auch dermaßen interessierte und motivierte Studenten. Das war für das gesamte Team definitiv eines der großen Ausbildungshighlights im heurigen Jahr, ganz zu Schweigen von der Örtlichkeit selbst in der großen EAC Trainingshalle. Was ich darüber hinaus auch großartig fand, war die große Anzahl an ESA-EAC Mitarbeitern die vorbei kamen um mit dem ÖWF Team über den Aouda.X Raumanzug-Simulator zu sprechen” so Dr. Gernot Grömer, Vorstand des Österreichischen Weltraum Forums.

Text und Bilder: Clemens Kleinlercher, ÖWF

July 21 2013

ÖWF goes esa Space Camp

Praktikum Wochenbericht 15.7.-19.7.2013

Konzenrtiert steuern die ESA Spacecamp-Jugendichen den Dignity-Rover - wieviele Süssigkeiten können Sie innerhalb der kurzen Zeit von der Maroberfläche aufsammeln?

Konzentiert steuern die ESA Spacecamp-Jugendichen den Dignity-Rover – wieviele Süssigkeiten können Sie innerhalb der kurzen Zeit von der Marsoberfläche aufsammeln?

Diese Woche ist im Suitlab selbst nicht sehr viel passiert. Jedoch nicht weil wir nichts getan hätten, sondern weil wir nicht im Lab waren. Montag war noch ein regulärer Arbeitstag, doch Dienstagabend sind wir (Lukas Fritsch, Agnieszka Sekula, Nina Sejkora und Gernot Grömer) mit zwei bis oben vollgepackten Autos nach Radstadt, Salzburg gefahren, wo wir noch durch Alexander Soucek, Reinhard Tlustos und Gerhard Grömer Verstärkung bekamen.

DELTA Experiment meets Kinder-Raumanzüge

Ein Experiment von MARS2013 wurde hier in Form eines Wettbewerbs mit Kinderraumanzügen ausgetragen: Der DELTA-Parcours eignete sich hervorragend für eine Competition. Unter den Augen der beiden Juroren Agnieszka Sekula und Reinhard Tlustos müssen die “Analogastronauten” exakt die Prozeduren einhalten.

Der Zweck unseres Aufenthalts war das ESA Space Camp, für dessen Teilnehmer wir ein spannendes zweitägiges Programm boten:
Für die jüngeren „Juniors“ betrieben wir „nur“ 6 Stationen mit Dignity-Rover, Kinder-Raumanzügen, Astronomie für alle Sinne („Planeten riechen“) etc.

Der TOBI-Rover (silberne kleine Box) wird im Rahmen der DELTA-Competition von den Jugendlichen des Space Camps unter Zeitdruck repariert.

Der TOBI-Rover (silberne kleine Box) wird im Rahmen der DELTA-Competition von den Jugendlichen des Space Camps unter Zeitdruck repariert.

Für die älteren „Teenager“ hatte sich Alexander jedoch etwas Besonderes ausgedacht: Die Teenager wurden in drei Gruppen geteilt, welche die drei Nationen symbolisierten die zum Mars fliegen möchten. Jede dieser Gruppen wurde nochmals in drei Teile unterteilt: das MCC (Mission Control Center), die Wissenschaftler, und die Crew, die schließlich zum Mars fliegen soll. Während am ersten Tag die Leute vom MCC wichtige Planungsentscheidungen zum Ablauf der Mission trafen, lernten die Wissenschaftler den Dignity-Rover und einen Model-Helikopter zu steuern und stellten ihr Wissen über den roten Planeten unter Beweis und die Crew lernte mit dem Raumanzug umzugehen. Am nächsten Tag versammelten sich dann alle Jugendlichen zum finalen Showdown und feuerten ihre Astronauten an, die sich nun so schnell und so effizient wie möglich auf der „Marsoberfläche“ bewegen mussten.
Beide Tage waren ein großer Erfolg und sowohl die Kinder, als auch wir hatten sehr viel Spaß.
Bericht: Nina Sejkora

July 24 2012

Jennifer Ngo-Anh, ESA Mars500 Programm Managerin

Die Neurowissenschaftlerin und ESA Mars500 Programm Managerin Dr. med. Dr. rer. nat. Jennifer Ngo-Anh schenkte uns ihre wertvolle Zeit, um ein paar Fragen zur Mars500 Simulationsstudie von ESA und Roscosmos zu beantworten.

Jennifer Ngo-Anh at ESA
ÖWF: Frau Ngo-Anh, wie lange arbeiten Sie schon für das Mars500 Programm der ESA und wie kamen Sie zur ESA?

Ich arbeite seit gut sechs Jahren in Noordwijk, dem größten Standort der ESA. Nach meinem Medizin- und anschließendem Neurowissenschafts-Studium bewarb ich mich auf eine der sogenannten „Young Graduate Trainee“ Stellen, die die ESA einmal im Jahr veröffentlicht und die sich an junge Uni-Absolventen richtet. So kam ich 2006 in meine Abteilung im Direktorat „Human Spaceflight“ und seither arbeite ich mit viel Freude dort – das Hauptthema, mit dem sich unsere Projekte befassen, hat mit allem zu tun, was eine zukünftige bemannte Raumfahrtmission zu Mond, Mars oder anderen Planten ermöglicht.

ÖWF: Wie haben sich die Teilnehmer nach dem Ende der Simulationsstudie zu Hause wieder eingelebt? Gab es überraschende Umstellungsschwierigkeiten, also Dinge, mit denen Sie nicht gerechnet haben?

Die Mannschaft kehrte am 04. November 2011 aus ihrem Raumschiff auf die Erde zurück. Bis zum 8. November befand sich die Mannschaft unter Quarantäne, während derer sie intensiven medizinische Tests unterzogen wurden.
Unsere Mars500 Teilnehmer hatten keinerlei Schwierigkeiten, sich wieder an das normale Leben und den Alltag einzugewöhnen, im Gegenteil, sie schätzen und genießen gewisse Dinge, wie Internet, frische Luft, gutes Essen und Natur mehr als vor ihrem Einsatz.

ÖWF: War es für die sechs Personen, die 520 Tage unter sich waren, gar nicht gewöhnungsbedürftig, wieder von mehr als nur 5 Personen umgeben zu sein?

Nein, im Gegenteil, sie haben es genossen, gelegentlich wieder ihre Ruhe zu haben und/oder selber bestimmen zu können, wen sie wann trafen.

Jennifer Ngo-Anh at Kennedy Space Center
ÖWF: Gab es eine Zeit während der Studie, in der die Teilnehmer tatsächlich annahmen, sie fliegen zum Mars?

Die gesamte Mission war so konzipiert, dass – außer Schwerelosigkeit und Weltraumstrahlung – alles so war, wie auf einem echten Flug zum Mars. Auch Notfälle und unvorhergesehene Ereignisse wie ein Feuer an Bord des Raumschiffs oder ein
Kommunikationsausfall von ca. zwei Wochen wurden eingebaut, und gerade diese Notfälle wurden von den Teilnehmern als ernst und „bedrohlich“ empfunden und eingestuft.

ÖWF: Haben „Ihre Jungs“ Sie während der Simulationsstudie überrascht? Gab es ungeplante Ereignisse, spannende, lustige, dramatische, die nicht vorhersehbar waren?

Die Mars500 Teilnehmer unterliefen vor ihrem Einsatz ein ca. viermonatiges Training, in dem sie auf alle möglichen Situationen, sowohl konfliktreiche innerhalb der Gruppe, als
auch problematische durch Ausfall von z.B. Maschinen, oder auch einfach mit Langeweile vorbereitet wurden. Sie nahmen auch an einem Kurs teil, in dem sie lernten, wie man mit den verschiedenen kulturellen Unterschieden (die Mannschaft bestand aus drei Russen, einem Chinesen, einem Franzosen und einem Italiener) umgeht.

Womit wir aber nicht gerechnet hatten, war, dass sich die Mannschaft durch ihre eigene Kreativität die lange Zeit zum Mars und dann wieder zur Erde zurück versüßt hat – z.B. bekamen wir jeden Monat von ihnen Gruppenfotos, die uns als „Lebenszeichen“ dienen sollten, am Anfang schaute die Mannschaft recht ernst in die Kamera; mit der Zeit wurden diese Gruppenfotos aber immer lustiger, am 1. April bekamen wir sogar eine Fotomontage, auf der die Mannschaft schwerelos durch ihr Raumschiff schwebend zu sehen war!

ÖWF: Was sind die bisher wichtigsten Erkenntnisse, die aus der Mars500 Studie gewonnen wurden?

Ein bemannter Flug zum Mars ist aus menschlicher Sicht möglich. Die Mannschaft, die wir gemeinsam mit den Russen zusammengestellt haben, hatte genau den richtigen Mix aus Persönlichkeiten mit ihren individuellen Verschiedenheiten, Interessen und Eigenschaften.
Bei unserem wissenschaftlichen Programm, das insgesamt aus mehr als 100 Einzel-Experimenten bestand, liegen uns noch keine konkreten Ergebnisse vor. Die beteiligten Wissenschaftler sind noch dabei, die vielen Daten zu analysieren – bisher zeigen sich aber alle Beteiligten sehr zufrieden und gehen davon aus, dass sie ihre Ergebnisse in renommierten Magazinen veröffentlichen werden können.

ÖWF: Würden Sie selbst eines Tages gern zum Mars fliegen?

Sobald unsere Kollegen Antriebe gefunden haben, die es uns ermöglichen, in kürzerer Zeit zum Mars zu fliegen als mit den heutigen technischen Möglichkeiten, wäre ich sofort dabei.

Vielen Dank, Frau Ngo-Anh, weiter hin alles Gute für Sie!

Weitere Details zum Thema unter:

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