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June 27 2012

Neuer Master Studiengang Aerospace Engineering in Österreich

Dr. Carsten Scharlemann, Head of Aerospace Engineering Department an der FH Wiener Neustadt, informiert uns hier als Lehrgangsleiter über einen einzigartigen Studiengang in Österreich.

AntriebstechnikÖWF: Herr Dr. Scharlemann, diesen September bietet die FH Wiener Neustadt erstmals den Master Studiengang Aerospace Engineering an. Erzählen Sie uns doch bitte etwas über die Schwerpunkte dieses Studiums.

Das Hauptmerkmal überhaupt des neuen Aerospace Engineering Studienganges ist die praktische und realitätsnahe Ausbildung. Dies erreichen wir durch mehrere Maßnahmen. Erstens ist es uns gelungen die maßgebliche, d. h. Luft- und Raumfahrt affine, österreichische Industrie bei der Entwicklung des Studienganges miteinzubinden. Damit wurde erreicht das dieser Studiengang Inhalte vermittelt die aktuell und für die Industrie relevant sind. Dazu gehören die intensive Einschulung in virtuelle Produktenwicklung mit den neuesten Softwarepaketen genauso wie das Vermitteln des Handwerkszeugs des Projekt- und/oder Qualitätsmanagers. Natürlich legen wir weiterhin sehr hohen Wert auf die Vertiefung der ingenieurswissenschaftlichen Fähigkeiten unserer Studenten mit Fächern wie z. B. Werkstoffkunde und Leichtbau. Insgesamt bieten wir ein Paket an das unsere Studenten nicht ausschließlich auf die Luft- und Raumfahrt beschränkt aber auch sehr gute Berufschancen in vielen Bereichen ermöglicht wie z.B. in der Automobilindustrie aber auch im Bereich der zukünftigen Energietechniken und vielen anderen.

ÖWF: Für welche Regelstudienzeit ist der Lehrgang ausgelegt?

Regelstudienzeit sind 2 akademische Jahre also 4 Semester.

ÖWF: Welche Zugangsvoraussetzungen müssen erfüllt sein?

Voraussetzung ist ein abgeschlossener Bachelor Studiengang in einem technisch affinen Bereich wie z. B. Maschinenbau, Mechatronik oder Aviation. Da der ganze Studiengang in Englisch abgehalten wird, müssen die Bewerber auch ihre Englischkenntnisse nachweisen.

Forschungsfirma Fotec arbeitet an Antriebstechnik für die Raumfahrt
ÖWF: Wo kann der praktische Teil des Lehrgangs umgesetzt werden?

Wiener Neustadt kann man als die Wiege der Österreichischen Luftfahrt sehen. Dementsprechend viele Luftfahrtfirmen findet man buchstäblich vor unserer Haustüre. Firmen wie Diamond, Schiebl, Magna Steyr, FACC, Airborne Technology sind einige Beispiele dafür. Mit fast allen dieser Firmen haben wir sehr enge Kooperationen. Das zeigt sich auch darin, dass diese Firmen im Lehrbetrieb eng eingebunden sind. Hier ergibt sich natürlich die Chance für die Studenten Kontakte zu knüpfen und erste Berufserfahrung zu sammeln. In der FH zugehörigen Forschungsfirma Fotec bzw. in deren Abteilung für Aerospace Engineering beschäftigen wir uns hauptsächlich mit Themen aus der Raumfahrt. Zurzeit arbeiten wir in der Fotec an verschiedenen Projekten aus dem Bereich der Antriebstechnik für die Raumfahrt. Das Laser Interferometer Space Antenna Projekt (LISA) im Auftrag der ESA bzw. die Magnetospheric Multiscale Mission (MMS) im Auftrag der NASA/ESA sind nur zwei Beispiele für Projekte bei denen Studenten aktiv mitarbeiten können.

ÖWF: Warum sollte man ausgerechnet in Wiener Neustadt Aerospace Engineering studieren?

Die Studenten des Aerospace Engineering werden von hochqualifiziertem Lehrpersonal betreut die nicht nur einen hervorragenden pädagogischen Background aufweisen können sondern auch aufgrund ihrer beruflichen Erfahrung hochaktuelles Wissen direkt aus dem alltäglichen Leben eines Ingenieurs vermitteln können. Die schon erwähnte enge Kooperation mit Firmen erlaubt es uns, sehr frühzeitig einen guten Kontakt zwischen Studenten und dem potentiellen zukünftigen Arbeitgebern herzustellen. Im Fazit, der Aerospace Engineering Studiengang an der FH Wiener Neustadt bietet, wie wir glauben, eine perfekte Synergie zwischen akademischer Ausbildung, hervorragenden beruflichen Zukunftsaussichten und nicht zuletzt einer sehr hohen Lebensqualität.

ÖWF: Welche Vorteile bietet dieser Studiengang Ihren Studenten auf dem Arbeitsmarkt?

Allein schon aufgrund seiner Einzigartigkeit in Österreich bietet dieser Studiengang für die Absolventen einen deutlichen Vorteil. Tatsache ist, dass viele für diesen Studiengang relevante Industrien zurzeit ihren Nachwuchs aus dem Ausland rekrutieren. Diese Entwicklung hoffen wir zu stoppen. Weiterhin sind wir mit unserem Lehrkörper, der ca. zu 60% aus der Industrie kommt, immer am Puls der Zeit und können sehr schnell auf neue Entwicklungen in diesem Bereich wie z. B. eine Umstellung auf neue numerische Tools etc. reagieren und die Studenten darauf vorbereiten.

Vielen Dank für Ihre Zeit, Herr Dr. Scharlemann!

Weitere Details zum Thema unter:

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl