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December 15 2013

Sonderausstellung „Sounds of Space“ mit ÖWF Beteiligung im Innsbrucker Audioversum Science Center eröffnet

Sounds of Space Eröffnung Visual

Premierenfeier der etwas anderen Art.

Am 11. Dezember 2013 lud das Audioversum zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung „Sounds of Space“ – das Weltall mit dem Hörsinn erforschen. Eine Innsbruck ÖWF Gruppe war mit dabei, schließlich konzipierte das ÖWF die Sonderausstellung mit und ist auch für die Ausstellungselektronik verantwortlich. Vor der offiziellen Eröffnung wurde passend zum Thema „Weltraum-Aperitifs“ und Häppchen gereicht.
Nach den obligatorischen Eröffnungsreden unter anderem von Frau Dr. Hochmair, CEO von MED-EL & Eigentümer des Audioversums, Frau Dr. Beste, Leiterin des Audioversums und Dr. Eckhard Schulz, Gründer des Audioversum schallte eine bekannte Melodie durch den Raum:

http://blog.oewf.org/wp-content/uploads/2013/12/Space-Patrol-Raumpatrouille-Orion.mp3

Angelehnt an die TV Serie Raumschiff Orion gab es zur Einstimmung die erste Episode des Science Fiction Theaters „Horchpatrouille OHRION” deren Besatzung den Auftrag bekommt verschiedensten Geräuschen im Sonnensystem einzusammeln. Gespickt mit satirischen Seitenhiebe auf verschiedenste Science Fiction Serien und Filme war diese Episode super unterhaltsam. Wir freuen uns auf weitere Episoden im neuen Jahr.

Danach ging es in die ca. 80qm große Sonderausstellung im Erdgeschoss des Audioversum‘s. Bereits beim Betreten der Ausstellung taucht man in den Weltraum und vor allem in den Mars ein. Mehrere Meter breite Wände sind bedruckt mit Aufnahme der Marsoberfläche vom Rover Curiosity.
Auch das preisgekrönte MARS2013 Bild von Katja Zanella-Kux mit 3 m Höhe erzeugt, auch unter der ÖWF Gruppe, Begeisterung. Ein Soundwalk führt Besucher durch die Station des Astronautentrainings. Neben Original-Tonmitschnitten – z.B. vom Unterwassertraining – hört man die Gedanken unseres Analog-Astronauten Luca Foresta.

Katja Zanella-Kux vor ihrem preisgekröntem MARS2013 Bild

Katja Zanella-Kux vor ihrem preisgekröntem MARS2013 Bild

Der ganze Raum besteht aus verschiedenen, interaktiven Stationen, die den Weltraum hörbar machen. So lernt man wie Polarlichter entstehen und wieso man die mit einem Radiogerät hören kann. Mittels den Tonaufzeichnung der Huygens Sonde hört man die Geräusche von einer anderen Welt, vom Saturn Mond Titan. Selbstverständlich dürfen auch die Klänge von Sterne wie z.B. den Pulsaren nicht fehlen. Zudem wurde auch ein Nachbau unseres Aouda Mars Raumanzugsimulators angefertigt, der in die Ausstellung integriert wurde. Insider sehen übrigens sofort, dass die Aouda ein Nachbau ist, da die Außenhülle noch sehr stark glänzt.

Dr. Gernot Grömer erklärt den Besuchern die Ausstellung

Dr. Gernot Grömer erklärt den Premierenbesucher die Sonderausstellung Sounds of Space

Die Dangerzone ist ein weiteres Highlight der Ausstellung. Hier geht der Besucher in einen eigenen Raum, der einer Raketenkapsel nachempfunden wurde und erlebt einen Raketenstart hautnah. Sogar die Stühle vibrieren beim Start mit ;-)

„Die Ausstellung ist super gelungen. Ich kannte ja bereits die Ton- und Videodokumente, diese aber in den interaktiven Konsolen und auf den großen Bildschirmen zu sehen war ein ganz neues Erlebnis für mich. Und mein absolutes Highlight ist die Dangerzone mit den vibrierenden Sitzen“

, meint Olivia Haider, ÖWF Vorstand am Premierenabend.

„Ich freue mich, dass wir das AUDIOVERSUM bei der Konzeption dieser großartigen Sonderausstellung mit unserer Expertise unterstützen konnten. Hinter jedem Geräusch, hinter jeder Tonaufnahme dieser Ausstellung steckt eine ebenso beeindruckende wie faszinierende Geschichte“,

erklärt Dr. Gernot Grömer, Vorstand des Österreichischen Weltraum Forums.

“Außerdem möchte ich mich bei unserem kompetenten ÖWF Team bedanken, dass großartige Arbeit bei der Konzeption aber auch bei der Umsetzung der Ausstellungselektronik geleistet hat.“

Wer das nächste Mal einen Zwischenstopp in Innsbruck macht, schaut beim Audioversum vorbei und hält Ausschau nach dem ein- oder anderen „Easteregg“ in der Dangerzone. Die Sonderausstellung wird bis Herbst 2014 im Audioversum (www.audioversum.at) zu sehen.

Mehr Impressionen aus der Ausstellung:

Marspanorama mit Aouda Anzug

Curiosity Marspanorama mit Mount Sharp, daneben ÖWF Aouda Mars Anzugssimulator

Horchpatrouille Ohrion Crew in der Dangerzone

Die Crew des Science Fictions Theaters “Horchpatrouille Ohrion” in der Dangerzone. (c) Audioversum

Besucher im Soundwalk

Soundwalk – Besucher erleben die verschiedenen Stationen eines Astronautentrainings

Markus Schmid lauscht den Klang der Sternen

Markus Schmid (ÖWF) lauscht den Klängen von Sternen

Sounds of Space Eröffnung - Blick in die Dangerzone

Blick von außen in die Dangerzone

Sounds of Space: Extreme Conditions Station

Dr. Schulze erklärt MED-EL CEO Dr. Hochmair die Extreme Conditions Station

Markus Schmid & Sebastian Sams bei der ISS Station

Markus Schmid (ÖWF) & Sebastian Sams (ÖWF) erkunden die ISS Station

ÖWF Gruppenbild in der Dangerzone

ÖWF Gruppenbild in der Dangerzone. v.l: S. Sams, K. Zanella-Kux, T. Bartenstein, O. Haider, T. Turetscheck, G. Grömer, M. Schmid

 

September 23 2013

Wiedergeburt des PLSS

Wochenbericht, 9. bis 13. September

Es war nur eine scheinbar ereignislose Woche, die nun hinter uns liegt. Hinter verschlossenen Türen hat sich viel getan:

Einerseits beim PLSS von Aouda.X (Portable Life Support System, Aouda‘s „Rucksack“), der diesen Sommer ja einem kompletten Neudesign unterworfen wurde. Die Außenhülle ist nun wirklich so gut wie fertig, wir müssen jetzt nur noch die Aluprofile anschrauben, die als Verstärkung gedacht sind. Im Prinzip hätte das schon längst gemacht werden können, aber wir hatten keine passenden Schrauben auf Lager, also mussten wir welche bestellen, auf die wir nun seit einer Woche warten… Aber gute Neuigkeit: es sind nun alle 3D-Drucke, die wir mit dem Makerbot angefertigt haben fertig (der Arme ist nun ganz erschöpft ;-) ).
Außerdem haben wir den alten PLSS abmontiert, doch der landet nachdem er uns so lange gut gedient hat nicht am Schrottplatz, oh nein, er erfährt eine „Reinkarnation“ in Aouda.A. Wem dieser Name nichts sagt, muss sich nicht schämen, er ist noch nicht so bekannt. Das Audioversum in Innsbruck startet in Kürze eine Sonderausstellung namens „Sounds of Space“ und für diese Ausstellung baut Gerhard Grömer eine Museumsversion der Aouda, welche nun den alten PLSS ihrer Schwester bekommt.

Nina Sejkora bei den letzten PLSS arbeiten

Wo sich auch einiges getan hat war bei den Vorbereitungen für die World Space Week. Wir stehen nun kurz vor der zweiten Ausgabe des Mission Manifests, auf die von allen fieberhaft hingearbeitet wird. Dieser Tage kommen auch die ersten Bewerbungen von Schulen, die sich für Telecons mit dem Mission Control Center, der Mars Desert Research Station in Utah oder unseren internationalen Partner-Teams, die ihre Hardware (z.B. Rover) zur Verfügung stellen, interessieren.

Wie man sieht, es ist immer noch einiges los im Suitlab in Innsbruck :-).

Nina Sejkora

August 26 2013

WSW, PLSS und TeenXpress

Wochenbericht 19.08.-23.08.2013
Nina arbeitet am PLSSUnd wieder ist eine Woche zu Ende gegangen! Die Zeit fliegt vorbei, man glaubt es kaum. Diese Woche war, wie schon die einige der vorigen, Großteils bestimmt vom Umbau des PLSS (Personal Life Support System) von Aouda.X und den Vorbereitungen für die World Space Week (WSW). Was die Woche besonders gemacht hat, war ein kleiner Wehmutstropfen: es war die letzte Woche von Melissa Achorner. Wir danken ihr für die tolle Arbeit, die sie in den letzten Wochen geleistet hat.

Die World Space Week betreffend: es geht voran! Wir sind mitten in den Verhandlungen mit unseren internationalen Partnern bezüglich des genauen Ablaufs. Mit jedem Tag rückt die WSW näher, aber mit jedem Tag steigt auch unsere Bereitschaft.

Startende FeststoffraketeDer Korpus des PLSS ist schon in ihren Grundzügen fertig (aus Glasfaserplatten; ein wunderbarer Werkstoff!), sie muss noch verstärkt und gestrichen werden, dann ist sie bereit das Innenleben aufzunehmen. Dieses ist auch rasant auf dem Weg Richtung Vollendung, der 3D-Drucker läuft den ganzen Tag, um mitzukommen. Am Freitag war Stefan Hauth im Suitlab, um zu testen ob sich auch alles mit den elektronischen Komponenten und deren Kabeln im neuem PLSS ausgeht; sein finaler Kommentar: „Ich denk’, es sollt’ machbar sein.“
Ein Punkt, der natürlich auch nicht außer Acht gelassen werden sollte ist der Feststoffraketenworkshop, der am Donnerstag im Zuge des TeenXpress der Stadt Innsbruck stattfand. Julia Neuner und ich betreuten den zweieinhalb-stündigen Workshop, bei dem sieben Jugendliche Feststoffraketen bastelten, deren Flugprofil wir mithilfe eines Computerprogramms berechneten und selbstverständlich auch starteten. Fazit: ein angenehmer Nachmittag mit einer kleinen, feinen Gruppe, der es (hoffentlich) Spaß gemacht hat.

August 05 2013

5 Praktikanten für 5 Tage

Wochenbericht 29.7.-2.8.
Diese Woche war das Suitlab stark bevölkert: Wir waren, zumindest in der Zeit von Montag bis Donnerstag, fünf Praktikanten: Agnieszka Sekula, Nina Sejkora, Lukas Fritsch, Carina Frischauf und Melissa Achorner. Carina musste uns am Donnerstag schon wieder verlassen, doch Melissa bleibt uns noch den Rest des Monats erhalten. Nicht nur Carinas Praktikum endete diese Woche, auch für Lukas war Freitag der letzte Tag.

von links: Carina, Lukas, Aouda.X mit neuem Helm, Melissa

von links: Carina, Lukas, Aouda.X mit neuem Helm, Melissa

Doch obwohl wir so viele arbeitende Hände hatten, hatte niemand von uns Zeit auf der faulen Haut zu liegen: Die Woche begann mit dem Zerlegen des PLSS (Portable Life Support System, der „Rucksack“ mit den lebenserhaltenden Systemen des Anzugs) von Aouda.X; dieser wird nun in den kommenden Wochen komplett neu gestaltet. Aber der PLSS ist nicht das der einzige Teil von Aouda der einen neuen Schliff bekommt: auch der Helm strahlt nun in neuem Glanz. Der von marokkanischem Wüstensand zerkratzte Visor wurde durch einen neuen ersetzt, und beim Sonnenschutz wurde, hauptsächlich von Carina und Lukas, der alte Lack abgekratzt und durch eine neue penibel aufgetragene Schicht ersetzt.

Street Science in Innsbruck

Sonnenbeobachtung in der Maria-Theresienstr. in Innsbruck

Am Mittwoch war Tapetenwechsel angesagt: wir tauschten die bekannten Wände des Suitlabs gegen die frische Luft der Innsbrucker Innenstadt. Am Vormittag fand das Street Science – Projekt statt: wir stellten uns mit zwei Geräten zur Sonnenbeobachtung in die Maria-Theresien-Straße und boten Passanten an, die Verursacherin der Hitzewelle einmal mit anderen Augen zu betrachten. Den Nachmittag verbrachten wir im Rapoldipark, wo wir im Zuge der „Jungen UNI on Tour“ Kinder den Dignity-Rover steuern ließen und mit ihnen Wasserraketen bastelten und starteten.

Also Alles in Allem wieder einmal eine arbeitsame aber aufregende Woche und ein würdiger Abschluss für Lukas’ Sommerpraktikum!

Junge Uni on Tour, Wasserraketen Start

Gelungener Wasserraketen-Start im Rapoldi Park, bei der jungen Uni on Tour

June 30 2013

Die Mikroben, die aus der Kälte kamen

Ao. Univ.-Prof. Dr. Birgit Sattler von der Universität Innsbruck ist Leiterin der Arbeitsgruppe „Team Cyro“ und hat an zahlreichen Forschungsexpeditionen in die Arktis und Antarktis teilgenommen. Die Expeditionen dienen der Beschreibung von Extremhabitaten, in diesem Fall der „Kryosphäre“, die bisher durch die extremen Bedingungen als Lebensraum nicht in Betracht gezogen wurde.
Neben der Erforschung der Extremhabitate ist es das Ziel von Birgit Sattler, Extremregionen wie das Hochgebirge und die Polargebiete als hochsensible und klimarelevante Habitate zu positionieren und somit verstärkt Bewusstseinsbildung zu betreiben. Diese Aufklärungsarbeit richtet sich schwerpunktmäßig auch an die nächste Generation, indem SchülerInnen in die Forschung aktiv (Programm „Junge Uni“ und „Sparkling Science“) involviert werden.

Im Zuge des “Sparkling Science” Projekts “Cave Life” wurde während MARS2013 der L.I.F.E Laser erstmals eingesetzt. Der am Magma White Rover montierte Laser nahm Messungen an verschiedenen Gesteinsproben vor um Spuren von Leben zu entdecken. Nun wurde auch im Labor von Klemens Weisleitner Messungen an Gesteinsproben aus Marokko durchgeführt um die Messungen im Feld zu verifizieren.

L.I..F.E Laser in Aktion L.I..F.E Laser Nahaufnahme

Ansicht des L.I.F.E Systems im Labor. Zwei Laser werden über Spiegel und Linsen durch das Objektiv gelenkt. Die Probe wird zur Fluoreszenz angeregt. Dieses Licht gelangt durch das Objektiv zurück in das L.I.F.E System und wird von einer Kamera erfasst. Das Lasersignal selbst wird durch einen Filter vor der Kamera geblockt. Direkt vor der Kamera spaltet ein Prisma das Fluoreszenzsignal der Probe. Dadurch können unterschiedliche Fluoreszenzsignale nicht nur durch die Stärke der Fluoreszenz sondern auch in ihrer Wellenlängen-charakteristik voneinander unterschieden werden.
Während mit dem grünen Laser (532nm) Pigmente in Cyano-bakterien und Rotalgen nachgewiesen werden kann, regt der blaue Laser Chlorophyll zur Fluoreszenz an. Der große Vorteil dieses Systems liegt in seiner nicht invasiven Anwendung im Feld. Es ist nicht mehr zwingend notwendig, dass Proben aus dem Feld mitgenommen werden müssen. Der logistische Aufwand kann stark reduziert werden und der Lebensraum wird nicht gestört. Die Analyse im natürlichen Lebensraum ist aussagekräftiger als im Labor (Temperaturänderungen etc.).
(c) ÖWF (Klemens Weisleitner)

Birgit Sattler über ihre Forschung:

„Unser Bestreben ist es, die ökologische Relevanz von kalten Extremlebensräumen festzu-legen, um das Bewusstsein dafür mit Zahlen zu unterlegen. Gemeinsam mit Physikern aus den USA und der Universität Innsbruck wurde dazu eine neuwertige nicht-invasive Methode entwickelt, welche es uns ermöglicht, erstmals in sehr hoher Auflösung die mikrobielle Aktivität von vergletscherten bzw. verschneiten Flächen aus der Luft zu quantifizieren. Durch eine Laseranregung aus Flughöhe werden Signale photosynthe-tisch aktiver Pigmente im Eis wieder gesammelt und durch ein erfolgtes Kalibrations-system in Kohlenstoff pro Fläche umgerechnet.
Durch die zunehmende Gletscherschmelze werden mikrobielle Gemeinschaften im Eis aktiver, da mehr flüssiges Wasser für den Kreislauf zur Verfügung steht und somit wie-der Nährstoffe für tiefere Tallagen verfügbar gemacht werden. Dieses System L.I.F.E. (Laser Induced Fluorescence Emission) ist bislang einzigartig und kann über einen Modellhubschrauber gekoppelt mit einem Laser, Spektrophotometer sowie GPS etc. große Flächen scannen und somit die Reaktion der Gletscher auf den Klimawandel registrieren. Gletscher fixieren CO2, sie atmen durch die Algen an der Oberfläche, und die Mikroben können dort Schadstoffe abbauen, daher ist das Monitoring der Gletscher nicht nur bezüglich der Massenbilanz sondern auch der Ökologie äußerst wichtig.
Diese Methode ermöglicht es uns auch erstmalig, kontaminations- und manipulationsfrei arbeiten zu können, was einen enormen Gewinn für die Datenqualität und eine Novität für die ökologische Forschung in vereisten Habitaten darstellt.“

May 30 2013

MARS2013 Simulation als Ölgemälde

Zum Abschluss der MARS2013 Marokko Mars Analog Feldsimulation überreichte Sebastian Hettrich (ÖWF, MARS2013 Flugplanung) Gernot Grömer das selbstgemalte Ölgemälde MARS2013. Bereits während der MARS2013 Simulation malte Sebastian am 115x75cm großen Gemälde. Neben der kompletten Feldcrew, sind auch alle Personen, die im Mission Support Center tätig waren abgebildet. Auch der Gewinner Tweet „Let this inspire us to go as far as we can, and maybe one day reach for the stars” von Laura Roque (@lrqe)

Das Gemälde wird im ÖWF Spacesuit Labor dauerhaft zu sehen sein.

For the endeavour we dare,
For the passion we share,
For the sweat we give,
For the dream we live,
For the missions long gone,
And for all in future
to come.

Sebastian Hettrich

Ölgemälde MARS2013

Nahaufnahmen:
Nahaufnahme Camp Weyprecht bei NachtNahaufnahme MediaNahaufnahme MARS inkl. Tweet
Nahaufnahme Ground Support, IT/SDONahaufnahme FeldcrewNahaufnahme Flugplanung
Nahaufnahme FlugkontrollzentrumNahaufnahme RSS Raum

April 21 2013

Interview mit Nina Sejkora über Unicamp & MARS2013

Nina Sejkora hat schon zweimal am Uni Camp für Jugendliche zwischen 15 & 18, wo sie jeweils eine Woche lang in die Welt der Wissenschaft reinschnuppern konnte, teilgenommen. Mittlerweile studiert sie Physik in Innsbruck, ist ÖWF Mitglied und Principal Investigator für das MARS2013 Studentenexperiment Peniculus.

Nina Sejkora im Mission Support Center Innsbruck. (c) ÖWF (Daniel Föger)

Nina Sejkora im Mission Support Center Innsbruck. (c) ÖWF (Daniel Föger)

ÖWF: Nina, wie bist du auf das Unicamp aufmerksam geworden und wie waren die Wochen für dich?
Das erste Mal beim Uni Camp war ich 2011. Damals hat meine Mutter mich darauf aufmerksam gemacht. Ich war sofort begeistert von der Idee und wusste sofort, dass der Astrophysik-Workshop ideal für mich war, also hab ich mich angemeldet. Die Woche hat mir dann so gut gefallen, dass ich mir, nach  dem Ende des Uni Camps 2011, sicher war, dass ich im nächsten Jahr wieder mitmachen wollte.
Das Uni Camp 2012 wies einige Unterschiede zu dem im Vorjahr auf. Doch das bedeutet nicht, dass es nicht trotzdem eine tolle Woche war. Ein Unterschied, wahrscheinlich sogar der Hauptunterschied, bestand in der Aufgabenstellung. Während wir 2011 eine (fiktive) robotische Mission zum Saturnmond Enceladus planten, war die Aufgabe 2012 wesentlich praxisnaher. Diesmal war es nicht mit der bloßen Planung auf dem Papier getan, sondern wir mussten uns für ein Experiment entscheiden (an sich schon kein sehr einfacher Prozess, da das Experiment interessant, aber mit unseren Mitteln machbar sein sollte), dieses planen und die nötige Hardware bauen. Und das in nur einer Woche!
Ein Höhepunkt der Woche kam gleich am Anfang. Am Montag mussten wir früh aufstehen (was manchen schwer viel), doch wir wurden dafür belohnt. Wir sahen uns, anlässlich der Landung von Curiosity, den Live-Stream aus dem Jet Propulsion Laboratory an und fieberten während den „seven minutes of terror“ mit den Ingenieuren und Wissenschaftlern mit. Die erfolgreiche Landung und Curiosity’s erste Bilder vom Gale Crater wurden von uns mit einem Sekt-Frühstück gefeiert. Was auch einigen in Erinnerung bleiben wird, sind die Verwicklungen, die sich ergeben, wenn Raketen in Bäumen landen, oder wie viel Spaß man haben kann, wenn man im Toys ‘R Us nach einem Spielzeug mit geeignetem Motor sucht…

ÖWF: Oh! Ihr habt die Spielzeuge nur gekauft, um an den jeweiligen Motor zu kommen? ;)
Genau ;)

ÖWF: Wirst du 2013 wieder beim Unicamp dabei sein?
Ich weiß nicht, ob ich als Teilnehmerin beim Uni Camp 2013 vom 4. bis 10. August in Innsbruck dabei sein werde aber ich bezweifle es. Ich habe mich jedoch für das Femtech Sommerpraktikum beim ÖWF beworben und wenn ich die Stelle bekomme, wäre ich als Betreuerin beim ÖWF Workshop “Astrophysik – Mission to the Edge” dabei. Hierbei geht’s um eine der geheimnisvollsten Regionen des Sonnensystems, die jenseits der Umlaufbahn des Neptuns beginnt: Der Kuipergürtel, eine Art “zweiter Astroidengürtel”, dessen bekanntester Vertreter der Zwergplanet Pluto ist. Millionen von Kometen und Astroiden ziehen dort ihre Bahnen, oft knapp außerhalb der Reichweite unserer besten Teleskope. Beim Uni Camp 2013 soll ein Missionskonzept für eine unbemannte Asteroidenmission geplant werden, die genau diesen “weißen Flecken” auf unserer astronomischen Landkarte erforscht.

ÖWF: Seit wann begeistert dich die Astrophysik?
Astronomie interessiert mich schon lange, schon als ich klein war hat mein Vater mir die Sterne und Planeten gezeigt. Ich habe letztens sogar eine Zeichnung von mir gefunden, die ich gezeichnet habe, als ich noch nicht ganz 4 Jahre alt war. Auf der Rückseite hat meine Mutter vermerkt, dass es dich dabei um „Jupiter, Pluto, Sterne, Meer, Seesterne“ handelt :). Dass Astrophysik jedoch das Feld ist, in dem ich später einmal arbeiten und forschen möchte, ist mir erst seit wenigen Jahren klar. Ich glaube sogar, dass das Uni Camp einen nicht unwesentlichen Einfluss auf meine Entscheidung gehabt hat :).

Die beiden Solarzellen des Peniculus Experiment inMarokko gemeinsam mit anderen MARS2013 Experimenten.(c) ÖWF (Katja Zanella-Kux)

Die beiden Solarzellen des Peniculus Experiment inMarokko gemeinsam mit anderen MARS2013 Experimenten. (c) ÖWF (Katja Zanella-Kux)

ÖWF: Du warst am MARS2013 Studentenexperiment Peniculus beteiligt. Was war das genau für ein Experiment und welche Rolle hast du dabei ausgefüllt?

Zuerst möchte ich etwas zur Entstehungsgeschichte von Peniculus sagen. Dr. Gernot Grömer hat uns erzählt, dass der größte Feind von Solarzellen am Mars der Sand ist. Bei den beiden Mars Rover Spirit und Opportunity hatte man erwartet, dass die Stromversorgung nach wenigen Monaten aufgrund der zu dicken Staubschicht auf den Solarpanelen abbricht. Opportunity ist nur deshalb nach neun Jahren immer noch funktionstüchtig, weil seine Solarzellen von Staubteufeln gereinigt wurden. Aufgrund dieser Informationen überlegten wir uns, dass es doch vernünftig wäre, die Zellen automatisch reinigen zu lassen, da man sich ja nicht immer auf so günstige Fügungen, wie einen Staubteufel zur rechten Zeit verlassen möchte.
Also bauten wir zwei Holzrahmen für die zwei Solarzellen des ÖWF und statteten eine davon außerdem mit zwei motorgetriebenen Bürsten aus, die die Oberfläche von Sand befreien sollten. Ursprünglich hatten wir beabsichtigt Peniculus so zu programmieren, dass er sich automatisch jeden Tag für einige Minuten einschaltet, doch dafür reichten Zeit und personelle Ressourcen nicht aus. Um verwertbare Daten von dem Experiment zu bekommen, schlossen wir an jede Solarzelle ein Voltmeter an, um zu sehen, ob sich der Energieoutput der gesäuberten Zelle gegenüber der ungesäuberten verbesserte. Meine Hauptaufgabe während des Uni Camps war, zusammen mit Vanessa, anhand eines mathematischen Modells eine wissenschaftliche Prognose zu stellen, welche Ergebnisse wir uns von dem Peniculus-Experiment erwarteten.
Am Ende von MARS 2013 stellte sich jedoch heraus, dass unsere Prognose sich nicht erfüllte. Der Energieoutput von gesäuberter und ungesäuberter Zelle war am Ende genau gleich.
Übrigens, die Namensfindung für unser Experiment war mindestens genauso interessnt. Der Name auf den sich das Team schließlich einigte, „Peniculus.X“ stammt aus dem Lateinischen: „peniculus“ bedeutet kleine Bürste und das „X“ steht für „Experiment“.

ÖWF: Marokko, Innsbruck, MARS2013 – wie war das für dich? Wie lief die Zusammenarbeit?

Nina (ganz rechts) im Flightplan Raum im Mission Support Center. (c) ÖWF (Daniel Föger)

Nina (ganz rechts) im Flightplan Raum . (c) ÖWF (Daniel Föger)

Ich war nicht in Marokko, doch ich war die ganzen vier Wochen im Mission Support Center, als Mitglied des Flightplan Teams. Anfangs (im Herbst 2012) war ich noch als Mitglied des Remote Science Support (RSS) Teams eingeteilt, doch nachdem Flightplan so stark unterbesetzt war, kam ich in dieses Team. Die Arbeit bei MARS 2013 war eine wunderbare Erfahrung, die ich auf keinen Fall missen möchte.
Die Zusammenarbeit zwischen Feld und MSC lief, nach einigen Startschwierigkeiten in der Prep-Week, sehr gut. Nach dem Ende der ersten Woche waren die größten Schwierigkeiten bezüglich interner Kommunikation im MSC und der Kommunikation mit der Field Crew identifiziert und auch großteils beseitigt. Flightplanning war zwar besonders am Anfang viel Arbeit, doch, bis auf gewisse Unstimmigkeiten, die nun mal auftreten, wenn so viele Leute zusammenarbeiten, lief die Zusammenarbeit gut.

ÖWF: Vielen Dank, Nina, dass du dir etwas Zeit für das Interview genommen hast. Viel Erfolg und Spaß weiterhin mit der Astrophysik! :-)

Weitere Informationen:

February 28 2013

MARS2013 Menschen: Jane MacArthur aus Grossbritannien

INTERVIEW mit JANE MacARTHUR aus GROSSBRITANNIEN

(c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

(c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

Team & Aufgabe(n)

Jane MacArthur aus Großbritannien ist Teil des Remote Science Support (RSS) Teams während der MARS2013 Mission und Principal Investigator (PI) für das MEDIAN Experiment. Ihr Team erhält wissenschaftliche Daten direkt von der Mission in Marokko und koordiniert die Verbreitung und Analyse dieser Daten  mit den PIs der verschiedenen Experimente. Für einige den internen ÖWF-Experimente, vor allem für geologische Untersuchungen, erstellt das RSS-Team detaillierte Karten auf Basis  der erhaltenen Daten.

Weltraum & MARS2013

Was war dein erster Kontakt mit dem Thema Weltraum / Astronomie / Analogforschung?

Ich habe als Teenager alles über den Weltraum verfolgt, was ich verfolgen konnte, und war schon als kleines Kind vom Nachthimmel begeistert. Aber erst der Besuch eine Space Shuttle Start im Juli 2011 war ausschlaggebend darin, daß ich mich um ein Platz beim UCL (University College London) beworben habe und das Masterstudium in Planetenwissenschaften im September 2012 begann. 

Wann hast du erfahren, dass es das ÖWF gibt?

Ich bin Jan Klauck, vom ÖWF Berlin, beim ISS Symposium Mai 2012 in Berlin begegnet. Um Teilnahme beim Symposium habe ich mich beworben, nachdem ich ein Tweet eines Freundes darüber gesehen habe.

Wie hast du von der  “MARS2013” Mission gehört?

Jan hat mir vom „Announcement of Opportunity“ für MARS2013 erzählt, und daß das ÖWF auch sehr gern Studenten an Bord haben möchten. Als ich wusste, dass ich einen MSc in September anfangen würde, habe ich mit einem anderen Weltraum-Freund, Nick Howes, gesprochen, der diese großartige Idee für ein Mars-Experiment hatte, und so war MEDIAN geboren.

Warum hast du dich dafür entschieden, daran teilzunehmen?

Für mich war es eine tolle Möglichkeit, ein Experiment für ein Mission zu entwerfen, aufzubauen und zu testen, und dazu auch noch mein weiteres geologisches Wissen für mit Hilfe des RSS-Team zu verbessern.

Was war dein erster Eindruck von der Arbeit mit dem ÖWF-Team?

Eine großartige, internationale Mischung von begeisterten und engagierten Menschen.

Was ist dein persönliches Ziel für diese Mission?

Nützliche Daten für mein Experiment zu sammeln, so viel wie möglich von den anderen Experimenten, Karten- und geologischen Projekten zu lernen, die Prozeduren und das Teamwork, die für so eine umfangreiche Mission notwendig ist, zu erleben, und auch viele neue Menschen mit ähnlichen Interessen zu kennenzulernen.

Beruf, Freizeit & Familie

Das mache ich beruflich:

Ich bin staatlich geprüfte Bilanzbuchhalterin, freischaffende Violinistin und habe meine eigene Firma mit mehr als 140 Kunden. Gleichzeitig studiere ich in nebenbei für einen MSc in Planetenwissenschaften beim University College London. Außerdem bin ich qualifizierte Fitnesstrainerin, Crossfittrainerin und Sportmasseurin.

Ein typischer Tag in meinem Leben sieht so aus:

Es gibt keinen “typischen Tag” in meinem Leben. Einen großer Teil meiner Zeit verbringe ich vor dem Computer, außer wenn ich Unterricht oder Kundenbesprechungen habe. Ich versuche dreimal pro Woche ins Fitnessstudio zu gehen, ab und zu ein Konzert zu spielen, mich mit Freunden zu treffen usw.

So verbringe ich meine Freizeit:

Ich habe fast keine Freizeit, wenn ich welche hätte, dann würde ich Salsa tanzen gehen.

Meine Freunde würden mich so beschreiben:

Es hängt davon ab, welche Freunde von mir sprechen, weil nicht viele Leute wissen alles, was ich so treibe … Verrückt, zuverlässig, vertrauenswürdig, man weiß nie, was sie nächstes tut…

Ich über mich

Diese Dinge sind mir wichtig:

Lernen, Freizeit, gute Freunde, Sport, Musik, Salsa.

Was mich verrückt macht:

Wertende Menschen.

Etwas, das ich niemals tun würde:

Alles was mit einem Todesrisiko höher als 20% verbunden ist. Ich bin auch nicht sicher, ob man mich zum Fallschirmspringen überreden könnte.

Um mich zu entspannen, brauche ich unbedingt:

Eine Massage und keine dringenden Abgabetermine.

Dafür lasse ich alles stehen und liegen: 

Die Antarktis zu besuchen.

Etwas, das mein Leben verändert hat:

Beim letzten Start des Space Shuttles und danach beim ATV-Tweetup teilzunehmen.

Ziel(e) & Motto

Etwas, das ich gerne lernen oder erreichen würde:

Ich möchte gerne alles lernen. Aber das ist unmöglich, daher gebe ich mich damit zufrieden, so viel Wissenschaft wie möglich zu lernen, damit ich die großen Fragen besser verstehe, und sollte das nicht möglich sein, zumindest die Antworten darauf.

Mein Motto / Ein Sprichwort,mit dem ich mich identifizieren kann:

„Die Idee ist, so spät wie möglich jung zu sterben.”  “Und am Ende sind es nicht die Jahre in deinem Leben, die zählen. Es ist das Leben in deinen Jahren“

 

February 26 2013

MARS2013 Menschen: Tibor Pacher aus Ungarn

INTERVIEW mit TIBOR PACHER aus UNGARN

(c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

(c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

Team & Aufgabe(n)

Tibor Pacher kommt aus Ungarn und wohnt zur Zeit sowohl in Norddeutschland als auch in Budapest. Er ist Gründer und Teamleiter des offiziellen Google Lunar X-PRIZE Teams „Puli Space“ und leitender Wissenschaftler der PULI ROVER Experimente bei der MARS2013 Mission in Marokko.

Weltraum & MARS2013

Was war dein erster Kontakt mit dem Thema Weltraum / Astronomie / Analogforschung?

Als Kind habe ich einen wunderschönen Sternenhimmel am Plattensee in Ungarn gesehen, nach einem Freilicht-Kino Abend. Ich weiß es allerdings nicht mehr, ob dieses Erlebnis oder Raumschiff Orion & Captain McLane zuerst kam. 

Wann hast du erfahren, dass es das ÖWF gibt?

Ich habe von der Rio Tinto Expedition gelesen, wo auch ein Google Lunar X-Prize Team dabei war, nämlich White Label Space.

Wie hast du von der  “MARS2013” Mission gehört?

Im Frühsommer hat ein PULI Kollege in die Runde geworfen, da müssten wir doch hin.

Warum hast du dich dafür entschieden, daran teilzunehmen?

MARS2013 ist ein Weltklasse Projekt – und für uns als PULI Team bietet es eine hervorragende Möglichkeit, unsere Ideen unter sehr schweren Bedingungen zu testen.

Was war dein erster Eindruck von der Arbeit mit dem ÖWF-Team?

Professionalität trifft auf Begeisterung :-) – einfach klasse!

Was ist dein persönliches Ziel für diese Mission?

Dass mein Team die Aufgaben mit der gleichen Professionalität löst wie das ÖWF-Team – und dass unser PULI Rover seine Aufgaben gut erledigt.

Beruf, Freizeit & Familie

Das mache ich beruflich:

Ich bin ursprünglich promovierter Physiker, bestreite allerdings meinen Lebensunterhalt zur Zeit als freier Berater für Rechnungswesen-Prozesse und deren Implementierung mit SAP-Software in (meistens etwas größeren) Unternehmen.

Ein typischer Tag in meinem Leben sieht so aus:

Augen geöffnet, Mails geprüft (OK, der Kaffee kommt in der Regel vorher), dann unter Umständen ein Kundeprojekt und immer wieder PULI :-) wenn nicht gerade interstellare Raumfahrt oder E.T. die Themen sind.

So verbringe ich meine Freizeit:

Ich lese gerne, manchmal gucke ich fern, gehe aber lieber ins Kino – mit meiner besseren Hälfte.

Familienstand:

Obwohl geschieden, jetzt bin ich wieder glücklich mit einer phantastischen Frau an meiner Seite. Und ich bin auch der stolze Vater von zwei klasse Kindern.

Meine Freunde würden mich so beschreiben:

Etwas verrückt, aber ansonsten ist ganz OK der Bursche!

Ich über mich

Diese Dinge sind mir wichtig:

Ehrlichkeit, Demut vor den wichtigen Dingen im Leben, aufrichtige Liebe in der Familie.

Was mich verrückt macht:

Gemeine Lügen und feige Aktionen unter der Gürtellinie.

Etwas, das ich niemals tun würde:

Jemandem bewusst Leid zufügen.

Eine wichtige Sache, die andere Leute über mich wissen sollten:

Mit 16 habe ich beschlossen, den Hyperraumsprung in meinem Leben zu bewerkstelligen. Da habe ich noch einige Jahre zu tun…

Um mich zu entspannen, brauche ich unbedingt:

Ruhe.

Dafür lasse ich alles stehen und liegen: 

Meine Kinder und meine Königin.

Etwas, das mein Leben verändert hat:

Der Tod meines Vaters

Was ist das Ungewöhnlichste, Herausforderndste, Aufregendste, Beängstigendste, Witzigste, das du jemals erlebt hast?

Das ist eine gemeine Frage – und das Herausforderndste, was ich erlebt habe… 

Ziel(e) & Motto

Etwas, das ich gerne lernen oder erreichen würde:

Orgel und Theremin spielen können. (Ein Theremin ist ein Anfang des 20. Jahrhunderts erfundenes elektronisches Musikinstrument, das mit Hilfe elektromagnetischer Felder berührungslos gespielt wird.)

Mein Motto / Ein Sprichwort,mit dem ich mich identifizieren kann:

„Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.“ Von Hermann Hesse, im September 1960, etwa drei Monate vor meiner Geburt.

 

February 21 2013

MARS2013 Menschen: Alain Souchier aus Frankreich

INTERVIEW mit ALAIN SOUCHIER aus FRANKREICH

(c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

(c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

Team & Aufgabe(n)

Alain Souchier kommt aus Frankreich und ist Präsident der französischen Landesgruppe der „Mars Society.“ Er nimmt an MARS2013 als einer der vielen Projektleiter der wissenschaftlichen Experimente mit dem Projekt CLIFFBOT Rover teil. Alain war in der ersten Simulationswoche vor Ort in Marokko sein, um dessen Funktionstüchtigkeit zu prüfen und steht nun — falls nötig — für Problemlösungen während der Simulation zur Verfügung.

Weltraum & MARS2013

Was war dein erster Kontakt mit dem Thema Weltraum / Astronomie / Analogforschung?

Ich war schon als Kind an Astronomie interessiert und habe mich 1957, mit 10 Jahren, der Luftfahrttechnik angenommen, als der Wettlauf ins All begann. 

Wann hast du erfahren, dass es das ÖWF gibt?

Hauptsächlich durch die AustroMars Mission bei der MDRS (Mars Desert Research Station).

Wie hast du von der  “MARS2013” Mission gehört?

Durch Gespräche bei der Dachstein Mission

Warum hast du dich dafür entschieden, daran teilzunehmen?

Es ist eine Weiterführung der CLIFFBOT Experimente, die von mir (und vielen anderen) 2002 und 2006 in Utah und dann am Dachstein 2012 durchgeführt wurden. Und ich möchte die Öffentlichkeitsarbeit für die “Planète Mars“ Vereinigung im besonderen und die Marsforschung im allgemeinen  fördern.

Was war dein erster Eindruck von der Arbeit mit dem ÖWF-Team?

Ich sah den Professionalismus, die Anzahl der mitarbeitenden Leute als auch die Logistik und die technische Ausstattung. Es hilft auch, gute Beziehungen zu den Leuten zu haben. ☺

Was ist dein persönliches Ziel für diese Mission?

Datensammlung für das CLIFFBOT Experiment, Spaß, etwas mehr über Simulationsabläufe und –aktivitäten durch aktive Teilnahme zu lernen und Material für die Öffentlichkeitsarbeit zurückzubringen (Photos, etc) um Marsforschung zu fördern.

Beruf, Freizeit & Familie

Das mache ich beruflich:

Nachdem ich 40 Jahre als Ingenieur damit verbrachte, für die Ariane Flüssigkeitsraketenstufen zu entwickeln, bin ich nun im Ruhestand und berate meinen ehemaligen Arbeitgeber bei Raketenantrieben und Startsystemen. Zusätzlich bin ich Präsident der französischen Landesgruppe der „Mars Society.“

Ein typischer Tag in meinem Leben sieht so aus:

Kein Tag läuft normal ab. Beratung, Post beantworten, für die „Planète Mars“ Vereinigung Sachen erledigen, News auf unserer Webseite veröffentlichen, Präsentationen für Kongresse oder Publikationen erstellen, Reisen, Meetings für Beratungsprojekte oder Kongresse; technische Artikel für Beratungstätigkeiten schreiben.

So verbringe ich meine Freizeit:

Die Definition von “Freizeit” wird eine ganz andere, wenn man (teilweise) im Ruhestand ist.

Familienstand:

Verheiratet, vier Kinder.

Meine Freunde würden mich so beschreiben:

Fragen sie meine Freunde (erinnern Sie mich daran, meine Frau zu fragen).

Ich über mich

Was mich verrückt macht:

Wenn etwas nicht funktioniert oder Dinge verloren gehen.

Etwas, das ich niemals tun würde:

Nur etwas Schlimmes (Hoffentlich).

Eine wichtige Sache, die andere Leute über mich wissen sollten:

Normalerweise wissen die das schon.

Um mich zu entspannen, brauche ich unbedingt:

Neun Stunden Schlaf.

Dafür lasse ich alles stehen und liegen: 

Ins Weltall zu fliegen und… (das ist geheim).

Etwas, das mein Leben verändert hat:

Neben dem Wettlauf ins Weltall 1957? Ist Verheiratet zu sein eine gültige Antwort?

Was ist das Ungewöhnlichste, Herausforderndste, Aufregendste, Beängstigendste, Witzigste, das du jemals erlebt hast?

176 Zero G Parabolflüge, MDRS (Mars Desert Research Station) Simulationen, der Apollo 16 Start und der erste der Ariane 1 (und folgende, inklusive Fehlstarts), tolle Erinnerungen ans Tauchen oder Skitouren. 

Ziel(e) & Motto

Etwas, das ich gerne lernen oder erreichen würde:

Natürlich ins Weltall zu fliegen aber auch einen kleinen Teil dazu beitragen, das Weltall und die Weltraumforschung zugänglicher zu machen,  ist schon ausreichend.

Mein Motto / Ein Sprichwort,mit dem ich mich identifizieren kann:

“Niemals aufgeben, sich niemals ergeben”…  nur ein Witz. Ich hab noch einen über die Erde: “Ein Planet, auf dem Wasser in flüssiger Form zu Boden fällt, kann gar nicht so schlecht sein.”

 

February 19 2013

MARS2013 Menschen: Roberta Paternesi aus Italien

INTERVIEW mit ROBERTA PATERNESI aus ITALIEN

(c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

(c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

Team & Aufgabe(n)

Roberta Paternesi wurde in Rom geboren und lebt seit drei Jahren in Noordwijk, in den Niederlanden. Sie führt während der MARS2013 das SDO (Science Data Officer) Team an und kümmert sich um alle Daten, die von den unterschiedlichen Experimenten generiert werden. Sie gewährleistet die Verfügbarkeit aller Daten für zukünftige Analysen und den reibungslosen Datenaustausch zwischen den Teams im Mission Support Center und den Projektleitern weltweit.

Weltraum & MARS2013

Was war dein erster Kontakt mit dem Thema Weltraum / Astronomie / Analogforschung?

Ich habe mich schon immer sehr leidenschaftlich für Astronomie interessiert, da ich als Kind die Sommerferien mit meiner Familie im Landhaus meiner Tante in Tarquinia verbracht habe. Dort war die Zeit im 18. Jahrhundert stehen geblieben: kein Strom, Brunnenwasser, Früchte und Gemüse vom Feld vor dem Haus. Es war alles sehr märchenhaft. Und dort waren die Nächte besonders dunkel und die Sterne am Himmel haben sehr geglänzt und waren total fesselnd. Jedes Wochenende hat uns mein Vater besucht – er hat unter der Woche in der Stadt gearbeitet – und es war ein Brauch, dass wir nach dem Abendessen unsere Stühle nahmen, uns raussetzten und den Himmel nach Sternschnuppen abgesucht haben. Diese Faszination hat mich nicht verlassen! In den letzten Jahren hatte ich das Glück meinen Informatikjob im Directorate of Science and Robotic Exploration der Europäischen Weltraumbehörde auszuüben, wo ich die Möglichkeit habe,  zur Astronomie und zu Erkundungsmission des Sonnensystems beizutragen. Was will ich mehr? ☺

Wann hast du erfahren, dass es das ÖWF gibt?

Davon habe ich von meinen guten Freund Alexander Soucek gehört, lange bevor wir mehr als gute Freunde wurden. Durch ihn erfuhr ich über die Aktivitäten des ÖWF und dessen PolAres Programm und seine Analogmissionen. Mich hat die Professionalität und der Enthusiasmus beeindruckt, mit denen das ÖWF seine Ziele verfolgt und ich wollte unbedingt dabei sein (was mir letztendlich auch gelang!).

Wie hast du von der  “MARS2013” Mission gehört?

Meine erste Tätigkeit beim ÖWF war als Science Data Officer bei der Dachstein Mission im April 2012. Beim ÖWF schaut man immer nach vorne zur nächsten Herausforderung, dem nächsten Abenteuer. Am Ende der Dachstein Mission begannen wir schon Schritte für MARS2013 zu planen und wir alle wollten dabei sein.

Warum hast du dich dafür entschieden, daran teilzunehmen?

Weil ich einfach nicht anders konnte! Es ist fantastisch zu solch einem Projekt beizutragen, wo mit einem kleinen Budget aber einer Menge Leidenschaft, Kompetenz und Enthusiasmus seriöse und wichtige Forschung betrieben wird.

Was war dein erster Eindruck von der Arbeit mit dem ÖWF-Team?

Leidenschaft und Enthusiasmus. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber was mich an dieser Organisation anzieht sind genau diese Dinge. Denn ich gewinne während der ÖWF Aktivitäten immer viel mehr Energie als ich investiere, sogar an langen und intensiven Projekt-Tagen.

Was ist dein persönliches Ziel für diese Mission?

Unterschiedliche Aspekte von Tätigkeiten zu erforschen, die sehr viel Ähnlichkeit mit meiner Arbeit haben und durch die ich mich inspirieren lassen kann.

Beruf, Freizeit & Familie

Das mache ich beruflich:

Ich arbeite bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA in den Niederlanden als Informatikerin im „Directorate for Science and Robotic Exploration“ (SRE). In wenigen Worten: Ich manage die Informationstechnologie, welche die Astronomie und Planetarische Missionen unterstützt und stelle technische Lösungen zur Verfügung, um Aufgaben im Zusammenhang mit dem Bau und dem Start von Satelliten zu vereinfachen.

Ein typischer Tag in meinem Leben sieht so aus:

Mein Tag beginnt mit meinem Frühstück, das mir heilig ist. Ich könnte mich bei allem anderen beeilen aber ich brauche mindestens 15 Minuten, um meine Frühstückscerealien und ein Jogurt zu essen und meinen Grünen Tee zu trinken. Dann geht’s zur Arbeit: Wenn die Temperaturen mitspielen, ich motiviert bin und meine Faulheit es erlaubt, mit meinem Fahrrad. Ich bin normalerweise zwischen 8:00 und 8:30 bei der Arbeit und trinke mit meinen Arbeitskollegen eine Tasse Kaffee, wobei wir den Status von unseren Aktivitäten besprechen und Pläne für die kommenden Tage machen. Oder manchmal plaudern wir einfach über’s Leben, das Weltall und alles andere. Am Abend koche ich dann ein schönes Abendessen, dann schaue ich mir eine Folge von Raumschiff Enterprise an – ich liebe die Serie „The Next Generation“. Bevor ich das Licht ausmache, schmökere ich ein bisschen in den zwei, drei, vier Büchern, die ich gleichzeitig lese, wobei sich die Auswahl nach der jeweiligen Tagesstimmung richtet.

So verbringe ich meine Freizeit:

Meistens Reisen, normalerweise zwischen Holland, Italien und Österreich. Manchmal etwas weiter weg. In Holland fahre ich viel Rad, erforsche die Gegend oder mache lange Spaziergänge an den weiten Stränden der Nordseeküste.

Familienstand:

In einer Beziehung.

Meine Freunde würden mich so beschreiben:

Sie sagen oft, dass ich sehr farbenprächtig bin.

Ich über mich

Diese Dinge sind mir wichtig:

Die Menschen, die ich liebe, die Menschen die ich mag, die Menschen die ich treffe. Eine riesengroße Honigmelone im Hochsommer; starke, wunderbare Bäume; die Winde an der Nordsee, die Frühlingssonne in Rom; die Herbstfarben.

Was mich verrückt macht:

Leute, die sich ständig beschweren.

Etwas, das ich niemals tun würde:

Etwas, das ich gelernt habe, ist, niemals nie zu sagen. Ich habe einmal gesagt, dass ich nie in einem Segelflieger fliegen würde und zwei Jahre später habe ich darum gebettelt das tun zu dürfen (und es auch gemacht).

Eine wichtige Sache, die andere Leute über mich wissen sollten:

Ich habe die Neigung ein bisschen zu organisiert zu sein.

Um mich zu entspannen, brauche ich unbedingt:

Gute Gedanken.

Dafür lasse ich alles stehen und liegen: 

Nutella! Ich bin davon total abhängig.

Etwas, das mein Leben verändert hat:

Einer Theatergruppe beizutreten, vor einigen Jahren.

Was ist das Ungewöhnlichste, Herausforderndste, Aufregendste, Beängstigendste, Witzigste, das du jemals erlebt hast?

Skifahren! Oh mein Gott! Ich habe damit vor drei Jahren angefangen, und es war eine wahnsinnige Erfahrung. Nun denken Sie: Wunderschön…Nein, Ich meine wirklich unglaublich: Ich konnte gar nicht glauben, dass ich auf Skiern stand! Um ehrlich zu sein, habe ich mich überhaupt nicht bewegt, ich stand nur da. Aber wie sagt man so schön: Es war ein Anfang, oder nicht? 

Ziel(e) & Motto

Etwas, das ich gerne lernen oder erreichen würde:

Niederländisch! Ich wohne schon seit Jahren in diesem Land und ich kann nicht erklären, warum mir diese Sprache aus dem Weg geht. ☺ Ich habe es geschafft Englisch, Französisch, Spanisch und Deutsch zu lernen, aber Niederländisch kann ich einfach nicht packen…;)

Mein Motto / Ein Sprichwort,mit dem ich mich identifizieren kann:

Auf Italienisch heißt es “Meglio vivere di rimorsi che di rimpianti” aber ist schwer ins Deutsche zu übersetzen, da rimorsi und rimpianti beide “Bedauern” bedeuten. Die beste Übersetzung ist: “Es ist besser, zu bedauern etwas getan zu haben, als zu denken: Hätte ich doch nur…”

 

July 22 2012

Sommer im Raumanzugslabor, Woche 3

16. – 20. Juli 2012

Auch diese Woche herrscht Hochbetrieb im Raumanzugslabor. Es wird fleißig genäht, laminiert, experimentiert, gefilmt, telefoniert, nach gedacht, besprochen und geschwitzt. Typisch Sommer eben ;)

Mittwoch, 18.7., war ein besonders intensiver Tag – gemeinsam mit der Jungen Uni Ferienaktion haben wir Wasserraketen gebastelt und danach war auch noch eine Filmcrew für die ORF Sendung „Newton“ zu Besuch in unserem Labor. Aber der Reihe nach.

Logbuch, Praktikant Reinhard Tlustos, 18. Juli 2012

08:15 – Auf meine Frage nach dem heutigen Tagesablauf kommt die Gegenfrage von Gernot, ob ich statt ihm den Vortrag für die Kinder der „jungen Uni“ halten möchte.

08:16 – Ich stimme zu, auf der einen Seite habe ich schon einiges an Erfahrung im Vortragen und das Thema Weltraum und Raketen ist mir nicht fremd. Auf der anderen Seite, ist nicht „mit dem ÖWF zu neuen Herausforderungen“ eines unserer Handlungsmotive? – Eben.

Junge Uni Aktivität am Mittwoch Vormittag mit Wasserraketen basteln

Junge Uni Aktivität am Mittwoch Vormittag mit Wasserraketen basteln

08:55 – Wir sind noch Material einkaufen für das Raketenbauen. Das Geschäft öffnet erst um 9 Uhr – Gernot und ich warten

08:59 – Wir dürfen in das Geschäft und kommen wenige Minuten später

09:06 – mit Bastelmaterial beladen wieder heraus. Auf geht’s zur Universität. Die Sonne scheint schon heiß vom Himmel herunter, es wird ein perfekter Tag zum Wasserraketen starten.

09:24 – Eintreffen auf der Uni

09:43 – Alle angemeldeten Kinder sind hier, mir gehen zum Seminarraum.

09:50 – Ich beginne mit meinem Vortrag über den Weltraum, Raketen, das Space Shuttle, Schwerelosigkeit und Parabelflüge – immer wieder mit abwechslungsreichen Videoclips und Fragen von den Schülern

10:21 – Nach einer spannenden Schluss Emotion untermalen mit Musik beende ich meinen Vortrag.

10:22 – Julia, Angel, Alejandra und ich teilen die Bastelmaterialien aus und helfen den Kindern beim Basteln der Raketen – was sich zuerst ziemlich kompliziert anhört, dann aber ganz einfach ist.

10:45 – Die Kinder haben sichtlich Spaß beim Konstruieren und Verzieren ihrer Raketen.

11:02 – Wir sind vor der geplanten Zeit fertig (wann ist das schon mal in der Raumfahrt Industrie passiert?! :-)) und machen uns auf den Weg zur Startwiese – dem „Launch Pad“

11:07 – Ankunft am Launch Pad – letzte Startvorbereitungen, die Wasserraketen werden mit Treibstoff „betankt“. Wir ziehen den Start vor und ändern den Flugplan dementsprechend ab. T-2min

11:08 – Rakete startbereit auf Launch Pad A. T-1min

11:09 – Start der ersten Rakete.

11:10 – weitere Raketen starten von Launch Pad A und B (wir hatten 2 Luftpumpen zum Starten) und erreichen nur knapp nicht den Erdorbit ;) – wir führen ja schließlich Sub-orbital Flüge durch.

11:25 – Die Kinder starten selbstständig ihre Raketen und kriegen ab und zu (absichtlich) etwas vom Raketentreibstoff ab. Aber das macht ja schließlich Spaß, noch dazu ist es schon ziemlich heiß in der Sonne.

11:37 – Letzter Start des Tages. Die Kinder, ihre Betreuer und wir sind glücklich.

11:40 – Wir verabschieden uns von den Kindern und machen uns zurück auf den Weg zum Raumanzugslabor.

Nach den erfolgreichen Wasserraketenstarts hatten wir Zeit für eine Mittagspause, die auch nötig war, denn am Nachmittag geht es gleich intensiv weiter. Ein 3-köpfiges Fernsehteam besucht uns im Auftrag des ORF um einen Beitrag für die Sendung „newton“ zu produzieren.

Die Interviews und Dreharbeiten dauern knapp 3 Stunden mit unserer Aouda.X als Hauptakteurin, dem Labor als Drehort, Gernot in seiner Paraderolle –er hat die einzige Sprechrolle bekommen ;), sowie Angel und mir als Statisten, natürlich konzentriert bei der Arbeit. Kurz nach 18 Uhr war das Fernsehteam dann fertig und wir alle auch, und natürlich glücklich, es hat ja alles geklappt. Wir dürfen zufrieden den Tag beenden.

Am Donnerstag findet die zweite Runde der Interviews für die MARS2013 Mission statt. Gernot, Petra, Julia und ich interviewen gemeinsam in einer Marathonaktion 12 internationale Kandidaten. Heute führe ich zusammen mit Petra einen Teil der Interviews, was eine neue Erfahrung für mich ist – einmal auf der „anderen“ Seite eines Interviews zu sitzen. („mit uns zu neuen Herausforderungen“ – hatten wir das diese Woche nicht schon mal“? ;)

Die Woche hört wiedermal für das ÖWF nicht am Freitag auf, sondern beginnt erst so richtig.

Dieses Wochenende findet nämlich der MARS2013 interne Workshop statt, im Rahmen dessen werden wichtige Details der Mission besprochen und fixiert, sowie die Teilnehmer ausgesucht. Es bleibt spannend. :)

Laminierung des HUT (Hard-Upper-Torso) für die kleine Schwester Aouda.S

Laminierung des HUT (Hard-Upper-Torso) für die kleine Schwester Aouda.S

Persönliches Logbuch, Nachtrag:

Es ist jedes Mal schön zu sehen, wie begeistert Kinder sein können und was für interessante Fragen sie stellen – ich denke, genau diese Neugier ist auch das, was viele ÖWF Mitglieder teilen.

Aufbruch zu neuen Herausforderungen. Für mich bedeutete dies in dieser Woche ganz spontan, mit weniger als 5 Minuten reiner Vorbereitungszeit einen Kurzvortrag zu halten und ich kann sagen, es hat Spaß gemacht. Auf der anderen Seite finde ich es faszinierend bei den Interviews für Mars2013 so viele verschiedene Charaktere aus verschiedenen Ländern kennen zu lernen und einige Interviews zu führen – mit Ärzten oder ISS Controlern, anderen Studenten oder Schriftstellern. Einfach. Faszinierend.

Ich freue mich schon auf eine gute Zusammenarbeit im Februar 2013 – wenn wir gemeinsam zum Mars aufbrechen. In Marokko.

Für mich war das meine letzte Woche in Innsbruck, da ich nächste Woche bei der Internationalen Sommer Schule in Alpbach teilnehme, Thema werden die äußeren Gasplaneten und ihre Eismonde sein – wieder eine neue Herausforderung.

Aber spätestens beim Passepartout Start am 1. September in Graz bin ich wieder dabei. :-)

-Reinhard Tlustos

July 19 2012

Von Signallaufzeiten und Glasfasern, eine abwechslungsreiche zweite Praktikumswoche

Wochenbericht 9. bis 14.07.2012

Mein Name ist Angel Usunov und ich studiere gerade Physik an der Universität Wien. Schon früh war ich vom Weltraum fasziniert und habe z.B. noch in meiner Schulzeit, genauso wie Reinhard Tlustos, am International Space Camp, einem ein-wöchigem Astronautentraining für Schüler und Schülerinnen in den USA teilgenommen. Daher war es nur logisch, dass ich im Zuge meiner Recherchen für ein Praktikum auf das ÖWF aufmerksam wurde und mich für ein Sommerpraktikum im ÖWF Raumanzugslabor bewarb.

Aussicht vom Labor inkl. äußere Hülle für die Aouda.S

Aussicht vom Labor inkl. äußere Hülle für die Aouda.S

Am ersten Tag meines Praktikums lernte ich das Raumanzugslabor näher kennen. Gernot Grömer zeigte mir die verschiedenen Arbeitsbereiche und erklärte mir die Arbeitsabläufe. So ist die Werkstatt strikt getrennt vom elektronischen Arbeitsbereich. Gemeinsam mit Reinhard bekam ich eine Einführung in 3D Drucker Software um auch mit dem 3D Drucker kleine Teile selber drucken zu können.

Meine erste Aufgabe bestand darin eine Lösung für das zweidimensionale TDOA(Time Difference of Arrival) Problem zu finden. Diese Lösung wird benötigt für das geplanten Planetary Positioning System (PPS), dass ich gemeinsam mit Christoph Ragonig plane. Ziel des PPS ist es eine Art lokales GPS zu bauen, da auch am Mars keine GPS Satelliten vorhanden sind.

Grafik für Trilateration in der Ebene

Trilateration in der Ebene

Wir wollen bei diesem System nicht einfach die Laufzeit eines Signals zur Positionsbestimmung verwenden, da wir sonst alle unsere Uhren sehr genau synchronisieren müssten, sondern die Differenz in der Ankunftszeit zwischen zwei Stationen verwenden. Anstatt wie bei der klassischen Trilateration 3 Kreise miteinander zu schneiden erhalten wir hier Hyperbeln die wir mit einander schneiden müssen, was die Mathematik etwas verkompliziert.
Am Mittwoch, den 11. Juli fand auch eine Telefonkonferenz das PPS betreffend statt, bei der die weitere Vorgangsweise besprochen wurde. Ich habe Christoph einige Elektronik Bauteile aus Wien übergeben und er wird sich daran machen die 1. Phase des PPS (einfaches Ranging) umzusetzen.
Weiters durfte ich auch Julia Neuner helfen, die Form für den Hard Upper Torso(HUT) für die Aouda.S, der kleineren Schwester der Aouda.X, herzustellen. Gemeinsam mit Reinhard wagten wir auch den ersten Laminierversuch für den HUT. So soll dieser, genauso wie bei der Aouda.X, aus Glasfaser bestehen und somit leicht und stabil gleichzeitig sein. Parallel dazu näht Johannes Turozzi die äußere Hülle für die Aouda.S. Bei so vielen interessanten Tätigkeiten vergeht eine Praktikumswoche wie im Flug :-)

July 15 2012

Sommer im Raumanzugslabor, Woche 1

Woche 1: 2. – 6. Juli 2012

Woran erkennt man, dass im Raumanzugslabor des Österreichischen Weltraum Forums der Sommer angefangen hat? – Richtig, es herrscht Hochbetrieb im und um das Labor, denn kaum haben die Sommerferien für uns Studenten begonnen, zieht es uns auch schon ins Suitlab, es gibt ja schließlich Arbeit zu tun.

Den Anfang macht Julia Neuner, die diesen Sommer durchgehend 3 Monate im Labor als Mitarbeiterin dabei ist und sich um alles Mögliche kümmert. Derzeit arbeitet Sie an Aouda.S, das „S“ steht dabei für Science, sie ist also die kleine Schwester von Aouda.X.
Am Dienstagabend komm ich dann aus Wien angereist, gleich nach meiner letzten Prüfung für dieses Semester, um rechtzeitig zum Wasserraketenbauen am Mittwoch – viel zu zeitig in der Früh für einen Studenten in den Ferien ;) – in der Volksschule Hötting West nahe dem Suitlab in Innsbruck dabei zu sein. Gernot, Julia und ich haben die Schüler und Schülerinnen in die Theorie der Raketentechnik eingewiesen, natürlich mit spannenden Videos und anschaulichen Erzählungen, bevor es dann für die Kinder ernst wurde, denn nun mussten sie selbst ihre echten Raketen bauen, mit „fast“ dem gleichen Treibstoff (Wasserstoff und Sauerstoff) jedoch in seiner verbundenen Form, wir wollen ja nicht die Schule wegblasen beim Start der Raketen.
Nach Fertigstellung ging es auch gleich ans Starten – natürlich auch mit ein paar Startverzögerungen aufgrund technischer Defekte (eine Luftpumpe war undicht) – so wie es in der Praxis auch oft vorkommt. Schlussendlich konnten aber alle Raketen gestartet werden und alle Beteiligten waren begeistert, Schüler, Lehrerinnen, die Direktorin und sogar der Schulwart und eine andere Klasse haben aufgeregt den Starts zugeschaut. Alles in Allem eine gelungene Schulschlussaktion, hoffentlich nächstes Jahr wieder mit ebenso faszinierten Schülern.
(Die Klasse dieser Schule hat im Rahmen des Innsbrucker Frauen- und Kinderlaufes die Raketenbastelstunde mit uns gewonnen.)

Aber eigentlich bin ich hier in Innsbruck um mich eingehend mit Marshöhlen zu beschäftigen und deren Relevanz für zukünftige Mars Missionen, angeregt durch unsere Dachsteinmission Ende April 2012. Momentan bin ich noch beim Einarbeiten in die Materie. Nur so viel: In Höhlen steckt mehr, als wir uns zunächst erwarten – das wird sicher spannend.

Angel und Reinhard konzentriert bei der Arbeit

Angel und Reinhard konzentriert bei der Arbeit.

Ende der Woche ist dann noch Angel Usunov zu uns gestoßen, ein Physikstudent aus Wien, der sich mit einem Positionierungssystem für unsere Raumanzüge beschäftigt. Im Rahmen dessen entwickelt er zusammen mit Christoph Ragonig auch ein theoretisches Modell, das man dann auch auf dem Mars einsetzen könnte, wo es bis jetzt noch kein GPS oder Galileo Satellitennavigationssystem gibt. Immer wieder kommt es zum Gedankenaustausch mit den anderen Leuten im Suitlab, gefolgt von der einen oder anderen Erkenntnis – gelebte Wissenschaft halt. :)

Doch die Arbeitswoche hört für das ÖWF nicht am Freitag auf, den am Sonntag wurden von Gernot Grömer, Olivia Haider, Petra Sansone und mir noch etliche (virtuelle) Interviews mit freiwilligen Kandidaten für die MARS 2013 Mission durchgeführt. Die Endauswahl steht dann in ein paar Wochen.
Abgesehen von diesen außerordentlichen Aktivitäten schauen auch altbekannte Innsbrucker regelmäßig im Suitlab vorbei um das eine oder andere zu erledigen.
Ich sag’s ja – Summer in the lab – da geht es heiß zu. Dranbleiben für weitere News!
-Reinhard Tlustos

May 30 2012

Österreichisches Weltraum Forum arbeitet mit Blinden für Raumfahrtprojekt

Für die Entwicklung des Mars-Raumanzug-Simulators “Aouda.X” bekommt das Entwicklerteam des ÖWF an der Universität Innsbruck nun ungewöhnliche Unterstützung: Für die Konstruktion der Raumanzug-Handschuhe helfen Blinde bei der Analyse und Verbesserung des Tastsinnes, wenn Anzugtester mit den schweren Handschuhen etwa geologische Proben abtasten oder feinmechanische Arbeiten durchführen sollen.

Bei einem ersten Pilotversuch am Dienstag, den 29. Mai 2012 im Raumanzugslabor des ÖWF an der Universität Innsbruck führte eine Gruppe von blinden und sehenden Testern erste Vergleichsmessungen durch.

Dr. Gernot Grömer beobachtet aufmerksam die Durchführung des Pilotversuchs. (c) OEWF (Mathias Hettrich)
ÖWF Mitglied Andreas Bergmann (rechts) bei ersten Tastsinn Tests im ÖWF Raumanzugslabor. Unterstützt wird er von Marc Rodiguez, ÖWF Innsbruck. (c) OEWF (Mathias Hettrich)
Anzugtester Daniel Föger (rechts im Bild) beim ersten Pilotversuch im ÖWF Raumanzugslabor. (c) OEWF (Mathias Hettrich)

“Wir wollen einerseits sehen, wie sehr der Unterschied im Tastsinn zwischen Sehenden und Blinden ist, wenn man mit den schweren und mehrlagigen Raumanzugs-Handschuhen arbeiten muss.”

erklärt Dr. Gernot Grömer vom ÖWF,

“Dann entscheiden wir, ob es sich vielleicht sogar lohnt, ein kleines Trainingsprogramm für unsere Anzugtester zusammenzustellen.”

In diesem ersten einfachen Test versuchten die Probanden Oberflächen mit verschiedenen Rauhigkeitsgraden mit verbundenen Augen zu unterscheiden.

“Bei einem vor Weltraumvortrag in Kooperation mit dem Tiroler Blindenverband haben wir mit Raketenmodellen, Hörproben von anderen Planeten, Meteoriten-Gesteinsproben und etwa Braille-Bildern von astronomischen Objekten von der Faszination Weltraum vorgetragen”,

erinnert sich Dr. Gernot Grömer,

“und als die Besucher dieses ungewöhnlichen Multimediavortrages mit einem hochtrainierten Tastsinn die Modelle betasteten, kam uns die Idee, diese ausgeprägten Fähigkeiten für unsere Raumanzug-Entwicklung zu nutzen.”

Die ersten Pilotdaten sind sehr vielversprechend und werden in den nächsten Tagen genauer analysiert.

Download Pressebilder

  • Tastsinn Test 01 (3.8 MB jpg)
    Dr. Gernot Grömer beobachtet aufmerksam die Durchführung des Pilotversuchs. Von links: Dr. Gernot Grömer, Marc Rodiguez, Andreas Bergmann (alle ÖWF)
    (c) OEWF (Mathias Hettrich)
  • Tastsinn Test 02 (3.21 MB jpg)
    ÖWF Mitglied Andreas Bergmann (rechts) bei ersten Tastsinn Tests im ÖWF Raumanzugslabor. Unterstützt wird er von Marc Rodiguez, ÖWF Innsbruck. (c) OEWF (Mathias Hettrich)
  • Test 03 (2.32 MB jpg)
    Anzugtester Daniel Föger (rechts im Bild) beim ersten Pilotversuch im ÖWF Raumanzugslabor. (c) OEWF (Mathias Hettrich)

March 19 2012

UC12 – Uni Camp 2012: Wissenschaftswoche für Jugendliche von 5.-11. August 2012

Unicamp 2012 - jump into science vom 3. - 11. Aug. 2012

Bereits das dritte Mal veranstaltet die Universität Innsbruck zusammen mit dem Verein aut. architektur und tirol und dem Österreichischen Weltraum Forum das Uni Camp. Unter dem Motto „Jump into Science!“ können Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren eine Woche lang Wissenschaft und Forschung hautnah erleben. Sie arbeiten gemeinsam mit ForscherInnen der Universität Innsbruck und werfen einen Blick hinter die Kulissen der Architektur, Astrophysik, Biologie oder Informatik. Neben Forschung und Spaß ist es eine Gelegenheit, die Universität kennen zu lernen und sich Informationen über das Studium zu holen.
Anmeldeschluss ist der 6. Juli 2012.

Fakten:

Termin: 5.-11. August 2012
Altersgruppe: 16-19 Jahre
Ort: Universität Innsbruck; Unterkunft im Tirolerheim, Technikerstraße 7
Kosten: 300,- Euro (inkl. Unterbringung, Ganztagsverpflegung und Exkursion); Ermäßigung bzw. Geschwisterrabatt ist möglich
Anmeldung über die Formulare auf der Homepage: http://jungeuni.uibk.ac.at/unicamp
Anmeldeschluss: 6. Juli 2012
Alle Standorte sind barrierefrei!

Kontakt:
Universität Innsbruck
Dr. Silvia Prock, Junge Uni
Innrain 52c, A-6020 Innsbruck
e-mail: *protected email*, Tel. +43 (0)676 8725 50026
Homepage: http://jungeuni.uibk.ac.at/unicamp

Das Österreichische Weltraum Forum wird auch 2012 wieder die Astrophysik Gruppe betreuen. Dieses Mal geht es um das Thema: Life Quest: Bemannte Marsexpeditionen. Gemeinsam mit dem Jugendlichen werden wir versuchen herauszufinden, warum der Planet Mars für die Suche nach Leben außerhalb der Erde so interessant ist, welche Pläne es für die erste bemannte Marsexpedition gibt und was ist eigentlich „Analog-Forschung“?

Zum Nachlesen

March 08 2012

Hindernislauf für einen Mann im Raumanzug

Dachstein Mars Simulation
27. April – 01. Mai 2012

In Vorbereitung auf die fünf-tägige Mars Simulation am Dachstein, welche eine Anzahl verschiedenster Experimente im Höhlensystem am Dachstein in der Nähe von Obertraun beinhaltet, wurde der Aouda.X Raumanzug und seine Tester einem ersten Test unterzogen.
Wie schnell kann ein Anzugtester mit dem Aouda.X laufen? Wie anstrengend ist es eine Treppenflucht zu erklimmen? Kann er über Felsen klettern? Und wie sieht es aus mit diesen großen aufgeschobenen Schneebergen, in denen jedes Kind zu spielen liebt?
Dieses waren einige der Fragen die das Aouda.X Team am 2. März auf dem Hof des Technikgeländes der Universität Innsbruck zu beantworten erhofften.

Donning für den Test

Kurz vor Testbegin beim Donning des Anzugs (c) ÖWF (Sebastian Hettrich)

Die Leiter des Experiments, Alejandra Sans und Sebastian Hettrich, erarbeiteten eine einfache aber effektive Methode um diese Fragen zu beantworten. Wir alle haben es schon getan: sei es mit dem Auto, auf dem Fahrrad oder auch nur zu Fuß, aber nur ein paar eingeweihte Anzugtester haben die Chance dies mit dem Aouda.X zu tun.
Die Idee war einfach: erstelle einen Kurs mit Hindernissen und bringe die Testperson an ihr Limit.

Ulrich Luger als Anzugtester

Ulrich Luger als Anzugtester (c) ÖWF (Sebastian Hettrich)

Es dauerte nicht lange und das Campusgelände war umgebaut zu einer Hindernisstrecke. Diese Strecke beinhaltete unter anderem auch vier Passagen über besagte Schneeberge, fast 40 Meter über Felsen klettern und mehr als 60 Meter durch matschigen Schnee.
Die Gründe dafür waren, die Geländebedingungen wie sie im Dachstein Höhlensystem vorherrschen zu simulieren. Insgesamt ein gutes Dutzend ÖWF Mitglieder standen dabei tatkräftig zur Seite und halfen bei der Systemverwaltung, An-und Entkleiden des Anzugs, Zeitmessung und sogar beim Aufmalen von simulierten „Steinen“ um dieses Unterfangen zu verwirklichen.

Erster auf der Kursstrecke war der Anzugtester Ulrich Luger, sein Auftritt überstieg die Erwartungen der Experimentatoren. Nach seinem 40 Meter Sprint – sehr zum Erstaunen der Leitung – berichtete er befinde sich immer noch im bester körperlicher Verfassung. Was eine spontane Änderung des Kurses nach sich zog: Zusammengenommen über 110 Meter Treppen steigen und noch einmal 50 Meter Sprint um ihn an sein Limit zu bringen.
Der gesamte Lauf dauerte für Ulrich Luger nur knapp unter einer Stunde, eine sehr viel bessere Leistung als ursprünglich erwartet.

Am Nachmittag und unter etwas matschigeren Bedingungen, nahm Anzugtester Gernot Grömer die Gelegenheit war sich dieser Herausforderung zu stellen. Allerdings war es ihm nicht vergönnt den Hindernislauf komplett zu beenden, da aufgrund zu hoher CO2-Werte im Anzug, der Test schon vorzeitig beendet werden musste. Dennoch gelang es ihm gut und gerne unterhalb 45 Minuten zu bleiben für über Dreiviertel der gesamten Strecke.

Gernot Grömer beim Hindernislauf

Gernot Grömer beim Hindernislauf im Aouda.X Anzug (c) ÖWF (Sebastian Hettrich)

Alles in allen, mit Ausnahme weniger kleinerer technischer Probleme, war diese Simulation ein voller Erfolg. Die Daten werden derzeit noch analysiert und werden Verwendung finden als Ausgangsbasis für Berechnungen eines Weg-optimierenden Programmes welches dann auch bei der Dachstein Mars Simulation zur Verwendung kommen soll.

Kontakt für weitere Fragen:

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January 15 2012

Tour durch das neue Raumanzugslabor / Integrationswochende 01-2012

Vom 13. – 15. Januar 2012 fand ein Integrationswochende in den neuen Raumanzugslabor Räumlichkeiten an der Universität Innsbruck statt. Da der Dachstein Feldtest Ende April immer näher rückt, heißt es für das ganze ÖWF Team mit Hochdruck an den Updates am Aouda.X Raumanzugssimulator arbeiten und neue Bauteile integrieren und testen. So wurden die neuen Lüfter in den Lebenserhaltungsrucksack integriert und geprüft. Außerdem konnte erstmals das “EGON” Device, welches die Herzfrequenz eines Anzugtesters misst, an zwei Testern ausprobiert werden. – Die Signalqualität dieses von Egon Winter selbst entwickelten EKG-Gerätes ist wirklich beindruckend!
Um das Helm-Display Konzept und auch die Spracherkennungssoftware von Catalysts zu testen, schlüpfte U. Luger am Samstag, G. Grömer und O. Haider am Sonntag in den Anzug.

Die nachfolgenden Bilder führen Sie durch die neuen Räumlichkeiten und geben Ihnen einen kleinen Eindruck unserer Arbeit.

Suitlab im ICT Gebäude (1. Stock)
Im ICT Gebäude der Universität Innsbruck befindet sich das ÖWF Raumanzuglabor im 1. Stock. Unschwer von außen durch die Papier-Saturn V Rakete zu erkennen ;-). Trotz strahlendem Sonnenschein war das ÖWF Team motiviert und arbeitete bis spät in die Nacht.

Eingang & Lagerbereich Spacesuit Lab.
Eingangsbereich des Raumanzugslabor welches als Lager genützt wird.

Elektronik Arbeitsbereich im Spacesuit Lab
Es wird emsig gearbeitet im Hauptbereich des Labors. Der 3D Drucker hat hier ebenso seinen Platz, wie die OPS Kiste und mehrere Elektronik-Arbeitsplätze. Hier wird vor allem an dem Lebenserhaltungsrucksack des Raumanzugs gearbeitet.

S.Hauth arbeitet an der Lüftungssteuerung
S. Hauth, Leiter des OBDH Teams, arbeitet konzentriert an der Lüftungssteuerung. Diese ist wichtig um den Anzug mit genügend Luft zu versorgen und auch die Abluft aus dem Anzug abzutransportieren.

O. Haider in der MediaCom Ecke
Ein kleiner Teil des Hauptraums wird als “MediaCom” Ecke genützt. Über Twitter und Facebook kann man die Arbeiten während eines Integrationswochendes verfolgen.

Werkstätte im Spacesuit Lab
Östlich an den Hauptraum angeschlossen ist die Werkstätte. Hier können grobe Arbeiten getrennt von der empfindlichen Elektronik durchgeführt werden.

Aufenthaltsraum, Büro & Besprechungsraum
Ein weiterer, kleiner Raum beherbergt die “Lounge”, unseren Aufenthaltsraum. Hier wird man mit ausreichend Kaffee aber auch mit Arbeit z.B. bei den Morgenbesprechungen versorgt.

G. Grömer beim Testen der Spracherkennungssoftware
G. Grömer testet die Spracherkennungssoftware im Raumanzugssimulator. Trotz der lauten Lüftergeräusche muss die Software die Sprachbefehle erkennnen und z.B. später die Anzeige am Helmdisplay steuern zu können.

December 20 2011

Mars-Anzug bekommt neues Hauptquartier

Heute, 20. Dezember 2011, 10:00 Uhr wurde die Übersiedelung des Spacesuit Laboratory’s des Österreichischen Weltraum Forum an die Universität Innsbruck gefeiert. Die neuen Räumlichkeiten des Raumanzug-Labors befinden sich nun in der Technikerstraße 21a (ICT-Gebäude) in Innsbruck. Neben Vizerektor Univ.-Prof. DI Dr. Arnold Klotz, sprachen auch Univ.-Prof. Dr. Sabine Schindler und Univ.-Prof. Dr. Roland Psenner die einleitenden Worten.

Neben der Durchschneidung des roten Bandes, stilgerecht in Aouda.X Trainingshandschuhen, gab es auch einen echten Mars Meteoriden zu bestaunen, der von Gernot Grömer als Einweihungsgeschenk dem ÖWF Polares Team überreicht wurde.

Überraschung für das ÖWF Team: G. Grömer überreicht einen Mars Meteoriten für das Labor

Überraschung für das ÖWF Team: G. Grömer überreicht einen Mars Meteoriten für das Labor

Wir freuen uns sehr über die neuen Räumlichkeiten und möchten nochmal einen großen Dank an alle Personen, vor allem Univ.-Pof. DI Dr. Arnold Klotz, aussprechen, die uns diese wunderbaren Räumlichkeiten ermöglicht haben.

ÖWF-Vorstand Gernot Grömer, Vizerektor Arnold Klotz und die Leiterin des Instituts für Astro- und Teilchenphysik Prof. Sabine Schindler durchschneiden symbolisch das Band vor dem Eingang zum neuen Labor. (c) Universität Innsbruck

ÖWF-Vorstand Gernot Grömer, Vizerektor Arnold Klotz und die Leiterin des Instituts für Astro- und Teilchenphysik Prof. Sabine Schindler durchschneiden symbolisch das Band vor dem Eingang zum neuen Labor. (c) Universität Innsbruck

October 17 2011

ÖWF und LANCOM bereiten neue Feldversuche für eine bemannte Marsexpedition vor

Das Österreichische Weltraum Forum arbeitet seit nunmehr drei Jahren an dem Mars-Raumanzugsimulator “Aouda.X” der bereits in sieben Feldversuchen – darunter auch in Partnerschaft mit internationalen Forschungsteams wie etwa der European Space Agency eingesetzt wurde. Zwei dieser Versuche waren eine Weltpremiere, nämlich Geländetests unter der Oberfläche in Höhlen. “Solche unterirdischen Hohlräume vermutet man auch auf dem Mars” erklärt Programmleiter Mag. Gernot Grömer, “sie sind Orte, die für die Suche nach möglichem (ehemaligen) Leben auf dem Mars äußerst interessant sind. Mission auf dem Mars werden eines Tages auch dorthin führen.”

Die Kommunikation unter Raumfahrtbedingungen an solchen extremen Orten ist eine große Herausforderung – deshalb hat das Forscherteam des ÖWF nun Hilfe bekommen: LANCOM ist einer der führenden europäischen Entwickler für Wireless-Technologien, die auch unter sehr unwirtlichen Bedingungen noch funktionieren und unterstützt das ÖWF nun mit robuster Wireless-Hardware für den Außeneinsatz.

ÖWF/PolAres Freiwillige S. Sams & C. Ragonig freuen sich über die neue Hardware. (c) ÖWF (Daniela Humml)
Gruppenfoto mit P. Buhmann von Lancom Systems (c) ÖWF (Daniela Humml)
P. Buhmann überreicht G. Grömer die Hardware (c) ÖWF (Daniela Humml)

Wireless Hardware für Marssimulation

Peter Buhmann von LANCOM Systems übergab bei einem Besuch im PolAres Spacesuit Laboratory des ÖWF in Innsbruck spezielle Wireless Accesspoints und Richtantennen, mit der sowohl eine Langstrecken-Kommunikation als auch eine Datenverbindung in Höhlen ermöglicht wird. Erstmals getestet werden die Geräte bei einem Feldversuch Anfang April 2012 in Österreich, wo erstmals auch sicherheitskritische Daten wie etwa medizinische Messwerte aus dem Raumanzug zu einem Kontrollraum in Innsbruck übertragen werden.

„Es ist für uns sehr spannend, wo das Österreichische Weltraum Forum die Geräte einsetzen wird und wir freuen uns, dass wir mit unsere Technologie hier Unterstützung leisten können“ resümiert Peter Buhmann seinen Besuch.

Über LANCOM
LANCOM Systems GmbH ist ein führender deutscher Hersteller zuverlässiger Netzwerklösungen mit den Schwerpunkten sind Remote-Access und Standortvernetzung auf Basis virtueller privater Netzwerke (VPN) sowie drahtlose Netzwerke. Als Unternehmen engagiert sich LANCOM in vielfältiger Weise auch für Projekte aus der Wissenschaft, so ist die Firma auch ist Kooperationspartner im preisgekrönten deutschen Forschungsprojekt Mobile Access.
Website: www.lancom-systems.de

Ansprechpartner ÖWF:
Gernot Grömer, PolAres Programmleiter, *protected email*

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