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December 31 2013

Die besten Bilder des Jahres 2013

Auch 2013 blickt das Österreichischen Weltraum Forum am letzten Tag des Jahres zurück und lässt das Jahr Revue passieren. 2013 war ein aufregendes, intensives Jahr mit zwei großen Missionen (MARS2013 Simulation in der Nordsahara in Marokko und die World Space Week 2013), viel Forschung und vielen Aktionen um Menschen für Weltraum zu begeistern. Die nachfolgenden Fotos sind eine willkürliche Auswahl und zeigen das Jahr 2013 in einem bunten Querschnitt.

MSC während MARS2013

1 Mission Support Center Innsbruck: Flight Director Alexander Soucek (Mitte) in Diskussion mit Remote Science & Flugplanung. Die MARS2013 Simulation wurde in Innsbruck von einem Mission Support Center unterstützt, in der mehr als 50 Freiwillige zum Erfolg der Mars Analog Simulation beitrugen.

Aouda.X & Aouda.S Marokko (c) ÖWF (Katja Zanella-Kux)

2 MARS2013! Im Februar 2013 simulierte das Österreichische Weltraum Forum einen Monat lang eine bemannte Mars Mission in der Nordsahara von Marokko. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle noch einmal an die Marrokanische “Gendamerie Royale” die unser 10-köpfiges Team vor Ort bestmöglichst unterstützte.  Foto: ÖWF (Katja Zanella-Kux)

Lochkamerabild: Mars Analog Raumanzug (c) Stefan Hauth

3 Historische Mars Analogmission? Das Bild wurde mittels einer selbstgebastelten Lochkamera während der MARS2013 Simulation aufgenommen und zeigt Aouda.S vor einem der wenigen Bäume. (Foto: Stefan Hauth)

Polarsternpreis 2013 ergeht an Othman Mazlan

4 Polarsternpreis 2013: Seit fünf Jahren zeichnet das Österreichische Weltraum Forum Menschen aus, die für Weltraum begeistern. 2013 fanden wir mit Prof. Dr. Mazlan Othman eine würdige Preisträgerin: Dr. Othman hat sich während ihrer gesamte Karriere für die Faszination bemannte Raumfahrt und Astronomie engagiert.

Mars Science Workshop (c) ÖWF (Rafael Stanuch)

5 Mars Science Workshop: Drei Tage stand im Zeichen der Wissenschaft der MARS2013 Simulation. Erste Ergebnisse wurde präsentiert, mögliche Paper diskutiert und die nächsten Schritte festgelegt. Eine Special Edition des Astrobiology Magazin zu MARS2013 wird 2014 erscheinen. Foto: ÖWF (Rafael Stanuch)

Raumfahrt für Tschernobyl Kinder

6 Ein Weltraumtag für Kinder von Tschernobyl: Alexander Soucek und Gerhard Grömer bereiteten einer Gruppe von Kindern aus der Ukraine, die auf Erholungsurlaub in Österreich waren, einen unvergesslichen Weltraum-Nachmittag.

Raumfahrt-Tage in der Solar City

7 10 Jahre Volksschule Solar City (Linz): Aus Anlass dieses Jubiläums schnupperten die Schülerinnen und Schüler zwei Tage lang Weltraumluft. Mit den Kinderaumanzügen, Mars Rover und Expertinnen und Experten des Österreichisches Weltraum Forums konnten nicht nur die Kinder für Raumfahrt begeistert werden.

Zieleworkshop 2013, Rakenstart (c) ÖWF (Stefan Hauth)

8 Zieleworkshop2013:  Im idyllischen Salzburg Ort Berndorf bei Salzburg fand der jährliche Zieleworkshop des Österreichischen Weltraum Forums statt. Neben Workshops kam auch der Teamgeist nicht zu kurz. So bereiteten Norbert Frischauf und Alexander Soucek einen Modellraketenstart vor. Foto: ÖWF (Stefan Hauth)

WSW2013 Eröffnung (c) ÖWF (Claudia Stix)

9 Alle Systeme auf “Go”: Anläßlich der World Space Week 2013 wurde in Innsbruck ein Missionskontrollzentrum eingerichtet. Zum Start der World Space Week wurden 20 Partner gebeten ihr “Go” zur World Space Week Mission zu übermitteln. Als Ehrengast anwesend: Österreichs bislang einziger Kosmonaut Franz Viehböck (hinten links sitzend) und World Space Week Executive Director Remco Timmermans (hinten rechts sitzend). Foto: ÖWF (Claudia Stix)

MCC während WSW2013

10 Missionskontrollzentrum bei Nacht: Ruhe nach dem Sturm. Während den Betriebszeiten des Missionskontrollzentrums wurden im Stundentakt Telecons mit Schulen, Vereine und Museen auf der ganzen Welt durchgeführt. Mehr als 80 Nationen beteiligten sich an der WSW, alleine auf Twitter erreichten wir mehr als 17 Millionen Menschen.

Audioversum Sounds of Space (c) Audioversum

11 Dangerzone: Im Innsbrucker Audioversum Science Center gibt es seit Anfang Dezember eine ÖWF-kuratierte Sonderaustellung zum Thema Sounds of Space. Unter anderem kann in der “Dangerzone” ein Raketenstart live miterlebt werden. Das Österreichische Weltraum Forum war beratend tätig und zeigt sich auch für die inhaltliche und technische Umsetzung der Ausstellung verantwortlich. Foto: Audioversum


Video bei YouTube ansehen / Watch video on youtube

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12 MARS2013 Camp “Wehyprecht” bei Nacht: Timelapse Aufnahme des Basiscamp der einmonatigen Mars Analogsimulation MARS2013 in der Nordsahara von Marokko. Video: ÖWF (Stefan Hauth)

July 01 2013

Letters from the Future – der Podcast des ÖWF

ÖWF Podcast Titel. Foto (c) ÖWF (Katja Zanella-Kux)

Alles neu macht der Juli. Zur online Präsenz des Österreichischen Weltraum Forums gesellt sich heute auch noch der ÖWF Podcast dazu. In den ca. 30 Minuten langen Podcast’s erzählen ÖWF Mitglieder über ihre Aktivitäten beim ÖWF und geben etwas von ihrer Weltraumbegeisterung weiter.

Den Anfang macht Vorstand Dr. Gernot Grömer, der über die Anfänge, die Arbeit und das Wirken des ÖWF’s erzählt. Auch ein paar lustige Begebenheiten dürfen dabei nicht fehlen.

Der Podcast ist kostenlos unter: podcast.oewf.org erhältlich und kann via RSS Feed bzw. auch im Apple iTunes Store abonniert werden.

Ein großes Dankeschön an Clemens Kleinlercher für die Realisierung des ÖWF Podcast.

June 30 2013

Die Mikroben, die aus der Kälte kamen

Ao. Univ.-Prof. Dr. Birgit Sattler von der Universität Innsbruck ist Leiterin der Arbeitsgruppe „Team Cyro“ und hat an zahlreichen Forschungsexpeditionen in die Arktis und Antarktis teilgenommen. Die Expeditionen dienen der Beschreibung von Extremhabitaten, in diesem Fall der „Kryosphäre“, die bisher durch die extremen Bedingungen als Lebensraum nicht in Betracht gezogen wurde.
Neben der Erforschung der Extremhabitate ist es das Ziel von Birgit Sattler, Extremregionen wie das Hochgebirge und die Polargebiete als hochsensible und klimarelevante Habitate zu positionieren und somit verstärkt Bewusstseinsbildung zu betreiben. Diese Aufklärungsarbeit richtet sich schwerpunktmäßig auch an die nächste Generation, indem SchülerInnen in die Forschung aktiv (Programm „Junge Uni“ und „Sparkling Science“) involviert werden.

Im Zuge des “Sparkling Science” Projekts “Cave Life” wurde während MARS2013 der L.I.F.E Laser erstmals eingesetzt. Der am Magma White Rover montierte Laser nahm Messungen an verschiedenen Gesteinsproben vor um Spuren von Leben zu entdecken. Nun wurde auch im Labor von Klemens Weisleitner Messungen an Gesteinsproben aus Marokko durchgeführt um die Messungen im Feld zu verifizieren.

L.I..F.E Laser in Aktion L.I..F.E Laser Nahaufnahme

Ansicht des L.I.F.E Systems im Labor. Zwei Laser werden über Spiegel und Linsen durch das Objektiv gelenkt. Die Probe wird zur Fluoreszenz angeregt. Dieses Licht gelangt durch das Objektiv zurück in das L.I.F.E System und wird von einer Kamera erfasst. Das Lasersignal selbst wird durch einen Filter vor der Kamera geblockt. Direkt vor der Kamera spaltet ein Prisma das Fluoreszenzsignal der Probe. Dadurch können unterschiedliche Fluoreszenzsignale nicht nur durch die Stärke der Fluoreszenz sondern auch in ihrer Wellenlängen-charakteristik voneinander unterschieden werden.
Während mit dem grünen Laser (532nm) Pigmente in Cyano-bakterien und Rotalgen nachgewiesen werden kann, regt der blaue Laser Chlorophyll zur Fluoreszenz an. Der große Vorteil dieses Systems liegt in seiner nicht invasiven Anwendung im Feld. Es ist nicht mehr zwingend notwendig, dass Proben aus dem Feld mitgenommen werden müssen. Der logistische Aufwand kann stark reduziert werden und der Lebensraum wird nicht gestört. Die Analyse im natürlichen Lebensraum ist aussagekräftiger als im Labor (Temperaturänderungen etc.).
(c) ÖWF (Klemens Weisleitner)

Birgit Sattler über ihre Forschung:

„Unser Bestreben ist es, die ökologische Relevanz von kalten Extremlebensräumen festzu-legen, um das Bewusstsein dafür mit Zahlen zu unterlegen. Gemeinsam mit Physikern aus den USA und der Universität Innsbruck wurde dazu eine neuwertige nicht-invasive Methode entwickelt, welche es uns ermöglicht, erstmals in sehr hoher Auflösung die mikrobielle Aktivität von vergletscherten bzw. verschneiten Flächen aus der Luft zu quantifizieren. Durch eine Laseranregung aus Flughöhe werden Signale photosynthe-tisch aktiver Pigmente im Eis wieder gesammelt und durch ein erfolgtes Kalibrations-system in Kohlenstoff pro Fläche umgerechnet.
Durch die zunehmende Gletscherschmelze werden mikrobielle Gemeinschaften im Eis aktiver, da mehr flüssiges Wasser für den Kreislauf zur Verfügung steht und somit wie-der Nährstoffe für tiefere Tallagen verfügbar gemacht werden. Dieses System L.I.F.E. (Laser Induced Fluorescence Emission) ist bislang einzigartig und kann über einen Modellhubschrauber gekoppelt mit einem Laser, Spektrophotometer sowie GPS etc. große Flächen scannen und somit die Reaktion der Gletscher auf den Klimawandel registrieren. Gletscher fixieren CO2, sie atmen durch die Algen an der Oberfläche, und die Mikroben können dort Schadstoffe abbauen, daher ist das Monitoring der Gletscher nicht nur bezüglich der Massenbilanz sondern auch der Ökologie äußerst wichtig.
Diese Methode ermöglicht es uns auch erstmalig, kontaminations- und manipulationsfrei arbeiten zu können, was einen enormen Gewinn für die Datenqualität und eine Novität für die ökologische Forschung in vereisten Habitaten darstellt.“

June 23 2013

Österreichisches Pressefoto des Jahres an Katja Zanella-Kux

Katja Zanella-Kux gewinnt mit einem außergewöhnlichen MARS2013 Bild „kick-off“ den österreichischen Preis für Pressefotografie „Objektiv“ in der Kategorie Wirtschaft. Der Preis wurde heuer bereits zum 8.ten Mal vergeben und zeichnet Fotografen in sechs Kategorien aus.

Das Foto zeigt Analog-Astronaut Luca Foresta während des viertätigen Aufenthalts in „Station Payer“ als er kurz nach Sonneuntergang den Sand der Sahara in die Luft schleudert.

Gewinnerbild Objektiv 2013 Kategorie Wirtschaft (c) ÖWF (Katja Zanella-Kux)

“Kick-off” Gewinnerbild des Objektiv 2013, Kategorie Wirtschaft von Katja Zanella-Kux Gewinner Objektiv 2013 (c) ÖWF (Katja Zanella-Kux)

Gernot Grömer, ÖWF Vorstand:

„Katja hat zurecht den Preis gewonnen. Sie begleitet das ÖWF seit 2010 und war im Februar 2013 gemeinsam mit uns 5 Wochen lang in der Nordsahara. Durch ihre Fotos bekommen die ÖWF Expedition ein Gesicht und vermitteln Faszination Mars Analog-Forschung. “

Wir gratulieren Katja ganz herzlich zum gewonnen Preis!

Gewinner Objektiv 2013 (c) APA-Fotoservice/Ludwig Schedl

Gewinner des Objektiv 2013: v.l.n.r. Michael Lang (APA-Chefredakteur), Ian Ehm (Kategorie-Sieger Kunst und Kultur), Christian Bruna (Kategorie-Sieger Chronik), Jürg Christandl (Kategorie-Sieger Innen- und Außenpolitik), Katja Zanella-Kux (Kategorie-Siegerin Wirtschaft), Heinz Stephan Tesarek (Gewinner des “Objektiv 2013″ sowie Kategorie-Sieger Fotoserien), Leonhard Foeger (Kategorie-Sieger Sport) und Peter Saak (Canon-Geschäftsführer).
(c) APA-Fotoservice/Ludwig Schedl

Alle Siegerbilder sind bei folgenden Ausstellungen zu sehen:

  • 19. Juni – 30. Juni 2013: Höhere Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt, Leyserstraße 6, 1140 Wien
  • 01. Juli – 01. September 2013, Hauptbücherei, Urban-Loritz-Platz 2A, 1150 Wien
  • 02. September – 29. Oktober 2013: Concordia Presseclub, Bankgasse 8, 1010 Wien
  • 30. Oktober – 25. November 2013: Congress Innsbruck, Rennweg 3, 6020 Innsbruck
  • 26. November 2013 – 31. Jänner 2014: OÖ Presseclub im OÖ Kulturquartier, Ursulinenhof Foyer, Landstraße 31, 4020 Linz

May 29 2013

Science Conference MARS2013 – Ergebnisse der Marokko-Mission liefern neue Impulse für die Mars-Analogforschung

Im Februar dieses Jahres fand unter der Leitung des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF) ein Mars Analog-Feldtest mit internationaler Beteiligung in Marokko statt. Am 25. und 26. Mai präsentierten die Forscher die Ergebnisse der ersten Datenanalysen auf der „Mars2013 Science Conference“ an der TU Wien.

Über 100 Mitarbeiter aus 23 Nationen forschten in der Nordsahara im Rahmen einer groß angelegten Marssimulation. Dabei untersuchten 17 sorgfältig ausgewählte Experimente Arbeitsabläufe, Hardware und Sicherheitsaspekte einer zukünftigen bemannten Expedition zum Roten Planeten. Erstmals wurden etwa die Verzögerungsfaktoren gemessen, die ein Mars-Astronaut im Raumanzug gegenüber einem Feldforscher ohne Raumanzug hat. Im Schnitt benötigen die meisten typischen Aktivitäten 1,3mal so lange wie ohne Anzug.


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Trotz der Einschränkungen, welche die Feldarbeit unter Raumfahrtbedingungen mit sich bringt, und bewusst ohne Vorkenntnisse der lokalen Geologie konnten die Forscher in sehr kurzer Zeit Wasseraktivität in der Testregion nachweisen. Daraus lässt sich schließen, dass die Suche nach Wasser auf anderen Planeten mit einer Kombination aus Astronaut und Rover wesentlich schneller und erfolgreicher gelingen kann als mit ausschließlich robotischen Methoden.

Mit der Wärmebildmessung konnte eine neue Strategie zur Entdeckung von Höhleneingängen erfolgreich angewandt werden. Ebenso testeten Analogastronauten ein aufblasbares Notfall-Zelt für Astronauten von der Technischen Universität Wien und drei robotische Fahrzeuge.

Alain Souchier erklärt Cliffbot experiment (c) ÖWF (Rafael Stanuch)

Alain Souchier erläutert sein Cliffbot experiment (c) ÖWF (Rafael Stanuch)

Neu ist auch die Erhebung statistischer Daten über die Verletzungsrisiken bei Mars-Simulationen. Daraus soll in Zukunft eine Datenbank entstehen, welche eine Prognose von Verletzungsrisiken bei Feldversuchen ermöglicht. So haben Feldforscher ein etwa vierfach erhöhtes Verletzungsrisiko bei Bagatellverletzungen gegenüber dem Personal des Kontrollzentrums, während die Stressbelastung vergleichbar ist. Dr. Gernot Grömer, ÖWF-Vorstand resümiert: “MARS2013 hat gezeigt, dass auch ein kleines Land wie Österreich – hier zusammen mit Partnern aus 23 Nationen – wertvolle Beiträge in den spannendsten Bereichen der Raumfahrt liefern und damit die nächste Generation von Forschern inspirieren kann. Mit entsprechender politischer Unterstützung könnten wir damit einen Spitzenplatz in der europäischen Marsforschung anpeilen.” Insgesamt 50 Teilnehmer nahmen an den zahlreichen Fachvorträgen sowie an einem Plenary Workshop teil und verfolgten eine Liveschaltung zu dem „SpaceUp Paris“ im ESA Hauptquartier. Bereits im Vorfeld trafen sich die Leiter der beteiligten Forschungseinrichtungen und diskutierten eine verstärkte Positionierung von Analogforschung in den Weltraumwissenschaften.

Puli Rover & Aouda.X (c) ÖWF (Katja Zanella-Kux)

Ungarischer Google Lunar X-Prize Rover mit dem Aouda.X Mars-Anzug. (c) ÖWF (Katja Zanella-Kux)

Die Forscher werden ihre Erfahrungen aus der Mars2013-Mission nun in die Entwicklungsarbeit weiterer Projekte für bemannte Marsexpeditionen einfließen lassen. Einige Teilnehmer werden ihre Ergebnisse außerdem in einer Special Edition des renommierten Fachjournals “Astrobiology” publizieren. Einzigartiges Bildmaterial von der Expedition finden Sie hier: mars2013.oewf.org

May 06 2013

Neues Video: WLAN auf dem Mars – Hauptgewinn des Lancom Extraordinary-Wettbewerbs

Letzten Dezember gewann das Österreichische Weltraum Forum den Extraordinary Wettbewerb der Firma Lancom Systems. Gesucht waren die außergewöhnlichsten Einsatzorte von Lancom Kommunikations-Hardware. Als Hauptgewinn wurde nachfolgendes Video mit dem Titel „WLAN auf dem Mars“ produziert.
Im Video wird sieht man wie WLAN für die Kommunikation unsere Mars Analog Simulationen eingesetzt wird. Der Film wurde während der MARS2013 Marokko Mars Analog Feld Simulation im Februar 2013 gedreht.


Video bei YouTube ansehen / Watch video on youtube

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Danke an all unsere Freunde, Fans und Follower fürs abstimmen. Ohne euch hätten wir den Hauptpreis nicht gewonnen.

Über LANCOM
LANCOM Systems GmbH ist ein führender deutscher Hersteller zuverlässiger Netzwerklösungen mit den Schwerpunkten sind Remote-Access und Standortvernetzung auf Basis virtueller privater Netzwerke (VPN) sowie drahtlose Netzwerke. Als Unternehmen engagiert sich LANCOM in vielfältiger Weise auch für Projekte aus der Wissenschaft, so ist die Firma auch ist Kooperationspartner im preisgekrönten deutschen Forschungsprojekt Mobile Access.
Website: www.lancom-systems.de

May 04 2013

ÖWF Mars-Projekte im britischen “All About Space” Magazin

SpaceAnswer Magazine Issue 12Das britische Magazin “All About Space” hat diesen Monat eine Ausgabe dem Thema “Destination Mars” gewidmet. Zusammen mit Robert Zubrin von der Mars Society gibt ÖWF Vorstand Gernot Grömer darin einen Einblick in den aktuellen Stand bemannter Flüge zum Roten Planeten. Dazu gehören – abseits der stagnierenden Pläne der Raumfahrtagenturen- private Initiative von technisch durchdachten Konzepten wir “Inspiration Mars” des amerikanischen Weltraumtouristen Dennis Tito bis zu den überaus ambitionierten Plänen von “Mars One”. Diese Initiative ist eine Gruppe um den Niederländer Bas Lansdorp, dessen Chancen auf eine Realisierung als eher zweifelhaft eingeschätzt dürfen.

ÖWF Projekte werden zunehmend auch auf internationaler Ebene wahrgenommen – neben den wissenschaftlichen Publikationen – auch in den Populärwissenschaften bis hin zu einem bevorstehenden großen Beitrag im amerikanischen Traditionsmagazin “Popular Science”, welches in 45 Ländern vertrieben wird und mit der alleine mit der Printausgabe mehr als 6 Millionen Leser erreicht.

“Solche Beiträge zeigen uns, dass das wissenschaftliche und öffentliche Interesse an bemannten Mars-Expeditionen in den letzten Jahren kräftig gestiegen ist”,

meint Gernot Grömer,

“unsere Aufgabe ist es, dieses Interesse in einen raumfahrtpolitischen Auftrag zu transformieren.”

SpaceAnswers Seite 22 Interview mit Gernot Groemer

February 28 2013

MARS2013 Menschen: Jane MacArthur aus Grossbritannien

INTERVIEW mit JANE MacARTHUR aus GROSSBRITANNIEN

(c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

(c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

Team & Aufgabe(n)

Jane MacArthur aus Großbritannien ist Teil des Remote Science Support (RSS) Teams während der MARS2013 Mission und Principal Investigator (PI) für das MEDIAN Experiment. Ihr Team erhält wissenschaftliche Daten direkt von der Mission in Marokko und koordiniert die Verbreitung und Analyse dieser Daten  mit den PIs der verschiedenen Experimente. Für einige den internen ÖWF-Experimente, vor allem für geologische Untersuchungen, erstellt das RSS-Team detaillierte Karten auf Basis  der erhaltenen Daten.

Weltraum & MARS2013

Was war dein erster Kontakt mit dem Thema Weltraum / Astronomie / Analogforschung?

Ich habe als Teenager alles über den Weltraum verfolgt, was ich verfolgen konnte, und war schon als kleines Kind vom Nachthimmel begeistert. Aber erst der Besuch eine Space Shuttle Start im Juli 2011 war ausschlaggebend darin, daß ich mich um ein Platz beim UCL (University College London) beworben habe und das Masterstudium in Planetenwissenschaften im September 2012 begann. 

Wann hast du erfahren, dass es das ÖWF gibt?

Ich bin Jan Klauck, vom ÖWF Berlin, beim ISS Symposium Mai 2012 in Berlin begegnet. Um Teilnahme beim Symposium habe ich mich beworben, nachdem ich ein Tweet eines Freundes darüber gesehen habe.

Wie hast du von der  “MARS2013” Mission gehört?

Jan hat mir vom „Announcement of Opportunity“ für MARS2013 erzählt, und daß das ÖWF auch sehr gern Studenten an Bord haben möchten. Als ich wusste, dass ich einen MSc in September anfangen würde, habe ich mit einem anderen Weltraum-Freund, Nick Howes, gesprochen, der diese großartige Idee für ein Mars-Experiment hatte, und so war MEDIAN geboren.

Warum hast du dich dafür entschieden, daran teilzunehmen?

Für mich war es eine tolle Möglichkeit, ein Experiment für ein Mission zu entwerfen, aufzubauen und zu testen, und dazu auch noch mein weiteres geologisches Wissen für mit Hilfe des RSS-Team zu verbessern.

Was war dein erster Eindruck von der Arbeit mit dem ÖWF-Team?

Eine großartige, internationale Mischung von begeisterten und engagierten Menschen.

Was ist dein persönliches Ziel für diese Mission?

Nützliche Daten für mein Experiment zu sammeln, so viel wie möglich von den anderen Experimenten, Karten- und geologischen Projekten zu lernen, die Prozeduren und das Teamwork, die für so eine umfangreiche Mission notwendig ist, zu erleben, und auch viele neue Menschen mit ähnlichen Interessen zu kennenzulernen.

Beruf, Freizeit & Familie

Das mache ich beruflich:

Ich bin staatlich geprüfte Bilanzbuchhalterin, freischaffende Violinistin und habe meine eigene Firma mit mehr als 140 Kunden. Gleichzeitig studiere ich in nebenbei für einen MSc in Planetenwissenschaften beim University College London. Außerdem bin ich qualifizierte Fitnesstrainerin, Crossfittrainerin und Sportmasseurin.

Ein typischer Tag in meinem Leben sieht so aus:

Es gibt keinen “typischen Tag” in meinem Leben. Einen großer Teil meiner Zeit verbringe ich vor dem Computer, außer wenn ich Unterricht oder Kundenbesprechungen habe. Ich versuche dreimal pro Woche ins Fitnessstudio zu gehen, ab und zu ein Konzert zu spielen, mich mit Freunden zu treffen usw.

So verbringe ich meine Freizeit:

Ich habe fast keine Freizeit, wenn ich welche hätte, dann würde ich Salsa tanzen gehen.

Meine Freunde würden mich so beschreiben:

Es hängt davon ab, welche Freunde von mir sprechen, weil nicht viele Leute wissen alles, was ich so treibe … Verrückt, zuverlässig, vertrauenswürdig, man weiß nie, was sie nächstes tut…

Ich über mich

Diese Dinge sind mir wichtig:

Lernen, Freizeit, gute Freunde, Sport, Musik, Salsa.

Was mich verrückt macht:

Wertende Menschen.

Etwas, das ich niemals tun würde:

Alles was mit einem Todesrisiko höher als 20% verbunden ist. Ich bin auch nicht sicher, ob man mich zum Fallschirmspringen überreden könnte.

Um mich zu entspannen, brauche ich unbedingt:

Eine Massage und keine dringenden Abgabetermine.

Dafür lasse ich alles stehen und liegen: 

Die Antarktis zu besuchen.

Etwas, das mein Leben verändert hat:

Beim letzten Start des Space Shuttles und danach beim ATV-Tweetup teilzunehmen.

Ziel(e) & Motto

Etwas, das ich gerne lernen oder erreichen würde:

Ich möchte gerne alles lernen. Aber das ist unmöglich, daher gebe ich mich damit zufrieden, so viel Wissenschaft wie möglich zu lernen, damit ich die großen Fragen besser verstehe, und sollte das nicht möglich sein, zumindest die Antworten darauf.

Mein Motto / Ein Sprichwort,mit dem ich mich identifizieren kann:

„Die Idee ist, so spät wie möglich jung zu sterben.”  “Und am Ende sind es nicht die Jahre in deinem Leben, die zählen. Es ist das Leben in deinen Jahren“

 

MARS2013 Bild des Tages

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Ein Schritt näher. (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

18 Tag 18: 28. Februar 2013
Menschen. Eine erfolgreiche Mission MARS2013 geht zu Ende. Wir möchten allen Beteiligten unseren Dank aussprechen: allen Freiwilligen, unseren Sponsoren, unseren Spendern, und dem Volk von Marokko – welches eine wunderbarer Gastgeber war. Wir sind dem Mars ein Schritt näher gekommen! (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

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Wohin führt unsere Reise? (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

17 Tag 17: 27. Februar 2013
Wohin gehen wir? Der Weg in die Zukunft ist ungewiss für die Menschheit. Aber genauso wie unsere Vorfahren die sicheren Höhlen für neue Welten verlassen haben, werden auch wir weitergehen, trotz der Risiken und Zweifel. Neugier und Notwendigkeit werden uns motivieren, dass Weltall zu erforschen. (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

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MARS2013 reist um die Welt. (c) OeWF

16 Tag 16: 26. Februar 2013
MARS2013 reist um die Welt. Wenn wir zu fremden Welten in unserem Sonnensystem reisen wollen, müssen wir zuerst Plätze auf der Erde besuchen. Muhammad Shadab Khan, ein Voluntär bei MARS2013, gibt eine Präsentation über unsere Feldsimulation in Marokko für Studenten am „Babu Banarasi Das National Institute of Technology and Management” in Indien. Schülern und Studenten neue Welten und Ideen zu offenbaren, ist die beste Investition, die wir in die Zukunft der Weltraumforschung machen können. (c) OeWF

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Ein einfaches Rad hilft bei der Erforschung des Mars. (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

15 Tag 15: 25. Februar 2013
Ein einfaches Rad hilft bei der Erforschung des Mars. Die ersten Beweise zur Existenz des Rades als Hilfsmittel datieren 8000 Jahre zurück. Im CLIFFBOT Experiment heute werden für einen Roboter zwei Räder benutzt, um schwer zugängliche Stellen auf einem fremden Planeten zu erreichen und geologisch interessante Schichten zu untersuchen. Wir fragen uns: Was werden wir in 8000 Jahren benutzen? (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

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Ein unüberwindbares Hindernis? (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

14 Tag 14: 24. Februar 2013
Es ist weit auf die andere Seite, oder? Dieser Graben scheint ein schwierig zu meisterndes Hindernis für den Analog Astronauten zu sein, genau wie die Entfernung zwischen der Erde und Mars. Wir haben schon Rovers dorthin entsandt aber Menschen auf den Mars zu transportieren, ist bis jetzt ein unüberwindbares Problem. Was brauchen wir? Bessere Raketen oder die unbedingte Entschlossenheit, zum Mars zu wollen? (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

Ein Analog-Astronaut überquert eine Salztonebene. (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

Ein Analog-Astronaut überquert eine Salztonebene. (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

13 Tag 13: 23. Februar 2013
Ein Analog-Astronaut im Aouda.X Raumanzug-Simulator überquert eine Salztonebene in der Nähe von Station Payer. Die Oberfläche weist das markante Muster eines ausgetrockneten Sees auf. Satellitenbilder von dem Mars Global Surveyor und dem Mars Reconnaissance Orbiter zeigen ähnliche Muster in Kratern auf der Oberfläche von Mars – möglicherweise Beweis dafür, dass flüssiges Wasser einmal auf dem Planeten existiert haben könnte. (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

Nachthimmel über Camp „Weyprecht" (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

Nachthimmel über Camp „Weyprecht” (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

12 Tag 12: 22. Februar 2013
Klarer Nachthimmel über Camp „Weyprecht“. Im Vergleich zu europäischen Städten gibt es in Marokko kaum Lichtverschmutzung. Für die „Globe at Night“ Beobachtungen wurden im Camp die großen Scheinwerfer ausgeschalten, um den Nachthimmel in seiner ursprünglichen Schönheit zu betrachten. Nicht nur die Milchstraße leuchtet in einer selten gesehenen Helligkeit, auch den Kleinen Waagen kann man klar erkennen. Im Vordergrund misst der ungarische Hunveyor Lander aktuelle Wetter- und Umweltdaten. (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

Das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine. (C) OeWF (Katja Zanella-Kux)

Das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine. (C) OeWF (Katja Zanella-Kux)

11 Tag 11: 21. Februar 2013 Das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine ist ein wichtiges Thema für zukünftige Marsmissionen und Grund für mehrere Experimente bei MARS2013. Wir müssen testen und verbessern, wie wir optimal mit Rovern und Robotern auf planetarischen Missionen zusammenarbeiten können. Hier folgt der Analog Astronaut dem Magma Rover, der mit einem Laser ausgestattet ist, um mikrobielles Leben zu entdecken. Die kurze Antwort ist: Wir brauchen uns gegenseitig. Die lange Antwort ist: Wir brauchen uns gegenseitig. (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

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Der Rote Planet. (C) OeWF (Katja Zanella-Kux; False-colored OeWF)

10 Tag 10: 20. Februar 2013 Der Rote Planet. Unser Nachbarplanet Mars hat seinen Spitznamen von dem relativ hohen Anteil von Eisenoxiden, also Rost, im Staub und in Steinen welches über Jahrmillionen produziert wurde und in unterschiedlich dicken Schichten die Oberfläche bedeckt. Der Analog Astronaut ist hier auf dem Weg die Gegend zu erforschen. Was ist in dem Graben? Was erwartet ihn hinter dem Hügel? Die Menschheit will Antworten. (c) OeWF (Katja Zanella-Kux; False-colored OeWF)

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Nichts entgeht uns. (c) OeWF

9 Tag 9: 19. Februar 2013 Nichts entgeht uns. Um Forschung ernsthaft zu betreiben braucht man akribische Fähigkeiten zum Aufzeichnen von Daten und Beobachtungen. In diesem „Bild des Tages“ zeigen wir Ihnen einen kleinen Kartenausschnitt mit allen Experimenten und Abläufen, die in einem 2 mal 2 Kilometer kleinen Forschungsgebiet durchgeführt worden sind. Die Wüste war niemals bunter. (c) OeWF

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Ein buntes Vorhaben. (c) OeWF (Matthias Schmitt)

8 Tag 8: 18. Februar 2013 Ein buntes Vorhaben: Menschen, Zeitdauer und Mittel. Zeit und Ressourcen auf dem Mars sind kostbares Gut und deshalb muss diese Mission bis ins kleinste geplant werden. Das Flightplan Team ist die Verbindung zwischen Wissenschaftlern und den Flight Controllern. Sie nehmen die Vorgaben und Anfragen von Wissenschaftsteams und erstellen einen Arbeitsplan. Damit erhalten die Astronauten genügend Zeit und die notwendigen Mittel für eine erfolgreiche Ausführung. (c) OeWF (Matthias Schmitt)

Analog-Astronauten Luca Foresta (li) und Daniel Schildhammer (re). (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

Analog-Astronauten Luca Foresta (li) und Daniel Schildhammer (re). (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

7 Tag 7: 17. Februar 2013
Aufbruch in ein neues Abenteuer. Luca Foresta (links) und Daniel Schildhammer (rechts) sind zwei von insgesamt drei Analog-Astronauten bei MARS2013. Luca wird heute gemeinsam mit drei Feld-Crew Mitgliedern in den Süden aufbrechen zur Station „Payer“. 80 km vom Camp „Weyprecht“ entfernt, wird drei Tage lang mit dem Aouda.X Mars Simulationsanzug die südliche Gegend erforscht. Eine echte Herausforderung für das gesamte MARS2013 Team in Marokko und Innsbruck. (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

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Marsforscher in einer fremden Welt. (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

6 Tag 6: 16. Februar 2013
Marsforscher in einer fremden Welt. Auch unser Heimatplanet Erde bietet eine Vielfalt von zu entdeckendem Neuen und Marokko mit seiner reichhaltigen Kultur ist keine Ausnahme. Aus Anlass des traditionellen „Captain’s Dinner“ luden unsere großzügigen Gastgeber zur Vorführung eines landesüblichen Tanzes ein. (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

Flight Director Assistant Michael Taraba; Johannes Ellmerer, Geschäftsführer der Rettung Innsbruck; Flight Director Alexander Soucek; Counselor Kamal Arifi, Vertreter der Marokkanischen Botschaft (v.l). (c) OeWF (Paul Santek)

Flight Director Assistant Michael Taraba; Johannes Ellmerer, Geschäftsführer der Rettung Innsbruck; Flight Director Alexander Soucek; Counselor Kamal Arifi, Vertreter der Marokkanischen Botschaft. (c) OeWF (Paul Santek)

5 Tag 5 : 15. Februar 2013
Ehrengäste im Mission Support Center: Flight Director Assistant Michael Taraba;  Johannes Ellmerer, Geschäftsführer der Rettung Innsbruck und “Hausherr” des MSC; Flight Director Alexander Soucek; Counselor Kamal Arifi, Vertreter der Marokkanischen Botschaft  (v.l.).

Vizekanzler Außenminister Dr. Michael Spindelegger und Tirols Landeshauptmann Günther Platter übermittelten ihre Grußbotschaft und besten Wünsche an das MARS2013 Team; sie konnten aus terminlichen Gründen am “landing day” nicht teilnehmen. (c) OeWF (Paul Santek)

Aouda.X wird mit Terbium-Mikrokügelchen kontaminiert. (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

Aouda.X wird mit Terbium-Mikrokügelchen kontaminiert. (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

4 Tag 4 : 14. Februar 2013
Am Aouda.X Raumanzug Simulator (im Vordergrund) werden teilweise Terbium-Mikrokügelchen aufgebracht. Danach wird der Analog-Astronaut einige Proben aus der Umgebung aufnehmen. Die Proben werden dann auf Spuren der Terbium-Mikrokügelchen untersucht, um festzustellen, ob eine Übertragung (Kontamination) während der Aufnahme der Proben stattgefunden hat. Diese Experiment wurde vom Jet Propulsion Laboratory der NASA entwickelt und hat zum Ziel die Übertragungswege und -häufigkeit auf Proben zu messen um für zukünftige Marsmission die Kontaminationsproblematik reduzieren zu können. (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

Aouda.X führt ein geologisches Experiment durch.

Aouda.X führt ein geologisches Experiment durch. (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

3 Tag 3 : 13. Februar 2013
Homo Faber erforscht den Mars. Während eines EVAs (Außenbordaktivität) benutzt der Analog Astronaut im experimentellen Raumanzug Aouda.X einen einfachen Hammer, um “Marsgestein” für ein geologisches Experiment zu zerkleinern. (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

Das gesamte Team des Mission Support Center in Innsbruck während des Telefonanrufs von Astronaut Chris Hadfield.

Das gesamte Team des Mission Support Center in Innsbruck während des Telefonanrufs von Astronaut Chris Hadfield.

2 Tag 2 : 12. Februar 2013
Gelungene Überraschung im Mission Support Center in Innsbruck, sowie für das Team in Marokko. Eine Stunde vor dem Beginn der Simulation rief uns Astronaut Chris Hadfield direkt von der Internationalen Raumstation an, um uns alles Gute für den Start der Simulation zu wünschen. Das gesamte Team in Innsbruck und Marokko war begeistert. Danke Chris Hadfield und wir wünschen dir auch eine erfolgreiche Mission.
(c) OeWF (Paul Santek)

&Oouml; Fahne wird in den analogen Marssand in Marokko gesteckt. (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

Aufstellen der ÖWF Fahne in den analogen Mars Sand. (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

1 Tag 1 : 11. Februar 2013
Wir sind erfolgreich auf dem “Mars” gelandet! Der Analog Astronaut Daniel Schildhammer im Aouda.X Raumanzugsimulator äußerte die folgenden Worte zum Auftakt der Simulation: “Zu glauben, dass eine kleine Gruppe von ambitionierten Menschen die Welt nicht verändern kann, ist ein Fehler. In Wirklichkeit ist dies die einzige Art und Weise, in der etwas geschieht.” (c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

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February 26 2013

MARS2013 Menschen: Tibor Pacher aus Ungarn

INTERVIEW mit TIBOR PACHER aus UNGARN

(c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

(c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

Team & Aufgabe(n)

Tibor Pacher kommt aus Ungarn und wohnt zur Zeit sowohl in Norddeutschland als auch in Budapest. Er ist Gründer und Teamleiter des offiziellen Google Lunar X-PRIZE Teams „Puli Space“ und leitender Wissenschaftler der PULI ROVER Experimente bei der MARS2013 Mission in Marokko.

Weltraum & MARS2013

Was war dein erster Kontakt mit dem Thema Weltraum / Astronomie / Analogforschung?

Als Kind habe ich einen wunderschönen Sternenhimmel am Plattensee in Ungarn gesehen, nach einem Freilicht-Kino Abend. Ich weiß es allerdings nicht mehr, ob dieses Erlebnis oder Raumschiff Orion & Captain McLane zuerst kam. 

Wann hast du erfahren, dass es das ÖWF gibt?

Ich habe von der Rio Tinto Expedition gelesen, wo auch ein Google Lunar X-Prize Team dabei war, nämlich White Label Space.

Wie hast du von der  “MARS2013” Mission gehört?

Im Frühsommer hat ein PULI Kollege in die Runde geworfen, da müssten wir doch hin.

Warum hast du dich dafür entschieden, daran teilzunehmen?

MARS2013 ist ein Weltklasse Projekt – und für uns als PULI Team bietet es eine hervorragende Möglichkeit, unsere Ideen unter sehr schweren Bedingungen zu testen.

Was war dein erster Eindruck von der Arbeit mit dem ÖWF-Team?

Professionalität trifft auf Begeisterung :-) – einfach klasse!

Was ist dein persönliches Ziel für diese Mission?

Dass mein Team die Aufgaben mit der gleichen Professionalität löst wie das ÖWF-Team – und dass unser PULI Rover seine Aufgaben gut erledigt.

Beruf, Freizeit & Familie

Das mache ich beruflich:

Ich bin ursprünglich promovierter Physiker, bestreite allerdings meinen Lebensunterhalt zur Zeit als freier Berater für Rechnungswesen-Prozesse und deren Implementierung mit SAP-Software in (meistens etwas größeren) Unternehmen.

Ein typischer Tag in meinem Leben sieht so aus:

Augen geöffnet, Mails geprüft (OK, der Kaffee kommt in der Regel vorher), dann unter Umständen ein Kundeprojekt und immer wieder PULI :-) wenn nicht gerade interstellare Raumfahrt oder E.T. die Themen sind.

So verbringe ich meine Freizeit:

Ich lese gerne, manchmal gucke ich fern, gehe aber lieber ins Kino – mit meiner besseren Hälfte.

Familienstand:

Obwohl geschieden, jetzt bin ich wieder glücklich mit einer phantastischen Frau an meiner Seite. Und ich bin auch der stolze Vater von zwei klasse Kindern.

Meine Freunde würden mich so beschreiben:

Etwas verrückt, aber ansonsten ist ganz OK der Bursche!

Ich über mich

Diese Dinge sind mir wichtig:

Ehrlichkeit, Demut vor den wichtigen Dingen im Leben, aufrichtige Liebe in der Familie.

Was mich verrückt macht:

Gemeine Lügen und feige Aktionen unter der Gürtellinie.

Etwas, das ich niemals tun würde:

Jemandem bewusst Leid zufügen.

Eine wichtige Sache, die andere Leute über mich wissen sollten:

Mit 16 habe ich beschlossen, den Hyperraumsprung in meinem Leben zu bewerkstelligen. Da habe ich noch einige Jahre zu tun…

Um mich zu entspannen, brauche ich unbedingt:

Ruhe.

Dafür lasse ich alles stehen und liegen: 

Meine Kinder und meine Königin.

Etwas, das mein Leben verändert hat:

Der Tod meines Vaters

Was ist das Ungewöhnlichste, Herausforderndste, Aufregendste, Beängstigendste, Witzigste, das du jemals erlebt hast?

Das ist eine gemeine Frage – und das Herausforderndste, was ich erlebt habe… 

Ziel(e) & Motto

Etwas, das ich gerne lernen oder erreichen würde:

Orgel und Theremin spielen können. (Ein Theremin ist ein Anfang des 20. Jahrhunderts erfundenes elektronisches Musikinstrument, das mit Hilfe elektromagnetischer Felder berührungslos gespielt wird.)

Mein Motto / Ein Sprichwort,mit dem ich mich identifizieren kann:

„Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.“ Von Hermann Hesse, im September 1960, etwa drei Monate vor meiner Geburt.

 

February 21 2013

MARS2013 Menschen: Alain Souchier aus Frankreich

INTERVIEW mit ALAIN SOUCHIER aus FRANKREICH

(c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

(c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

Team & Aufgabe(n)

Alain Souchier kommt aus Frankreich und ist Präsident der französischen Landesgruppe der „Mars Society.“ Er nimmt an MARS2013 als einer der vielen Projektleiter der wissenschaftlichen Experimente mit dem Projekt CLIFFBOT Rover teil. Alain war in der ersten Simulationswoche vor Ort in Marokko sein, um dessen Funktionstüchtigkeit zu prüfen und steht nun — falls nötig — für Problemlösungen während der Simulation zur Verfügung.

Weltraum & MARS2013

Was war dein erster Kontakt mit dem Thema Weltraum / Astronomie / Analogforschung?

Ich war schon als Kind an Astronomie interessiert und habe mich 1957, mit 10 Jahren, der Luftfahrttechnik angenommen, als der Wettlauf ins All begann. 

Wann hast du erfahren, dass es das ÖWF gibt?

Hauptsächlich durch die AustroMars Mission bei der MDRS (Mars Desert Research Station).

Wie hast du von der  “MARS2013” Mission gehört?

Durch Gespräche bei der Dachstein Mission

Warum hast du dich dafür entschieden, daran teilzunehmen?

Es ist eine Weiterführung der CLIFFBOT Experimente, die von mir (und vielen anderen) 2002 und 2006 in Utah und dann am Dachstein 2012 durchgeführt wurden. Und ich möchte die Öffentlichkeitsarbeit für die “Planète Mars“ Vereinigung im besonderen und die Marsforschung im allgemeinen  fördern.

Was war dein erster Eindruck von der Arbeit mit dem ÖWF-Team?

Ich sah den Professionalismus, die Anzahl der mitarbeitenden Leute als auch die Logistik und die technische Ausstattung. Es hilft auch, gute Beziehungen zu den Leuten zu haben. ☺

Was ist dein persönliches Ziel für diese Mission?

Datensammlung für das CLIFFBOT Experiment, Spaß, etwas mehr über Simulationsabläufe und –aktivitäten durch aktive Teilnahme zu lernen und Material für die Öffentlichkeitsarbeit zurückzubringen (Photos, etc) um Marsforschung zu fördern.

Beruf, Freizeit & Familie

Das mache ich beruflich:

Nachdem ich 40 Jahre als Ingenieur damit verbrachte, für die Ariane Flüssigkeitsraketenstufen zu entwickeln, bin ich nun im Ruhestand und berate meinen ehemaligen Arbeitgeber bei Raketenantrieben und Startsystemen. Zusätzlich bin ich Präsident der französischen Landesgruppe der „Mars Society.“

Ein typischer Tag in meinem Leben sieht so aus:

Kein Tag läuft normal ab. Beratung, Post beantworten, für die „Planète Mars“ Vereinigung Sachen erledigen, News auf unserer Webseite veröffentlichen, Präsentationen für Kongresse oder Publikationen erstellen, Reisen, Meetings für Beratungsprojekte oder Kongresse; technische Artikel für Beratungstätigkeiten schreiben.

So verbringe ich meine Freizeit:

Die Definition von “Freizeit” wird eine ganz andere, wenn man (teilweise) im Ruhestand ist.

Familienstand:

Verheiratet, vier Kinder.

Meine Freunde würden mich so beschreiben:

Fragen sie meine Freunde (erinnern Sie mich daran, meine Frau zu fragen).

Ich über mich

Was mich verrückt macht:

Wenn etwas nicht funktioniert oder Dinge verloren gehen.

Etwas, das ich niemals tun würde:

Nur etwas Schlimmes (Hoffentlich).

Eine wichtige Sache, die andere Leute über mich wissen sollten:

Normalerweise wissen die das schon.

Um mich zu entspannen, brauche ich unbedingt:

Neun Stunden Schlaf.

Dafür lasse ich alles stehen und liegen: 

Ins Weltall zu fliegen und… (das ist geheim).

Etwas, das mein Leben verändert hat:

Neben dem Wettlauf ins Weltall 1957? Ist Verheiratet zu sein eine gültige Antwort?

Was ist das Ungewöhnlichste, Herausforderndste, Aufregendste, Beängstigendste, Witzigste, das du jemals erlebt hast?

176 Zero G Parabolflüge, MDRS (Mars Desert Research Station) Simulationen, der Apollo 16 Start und der erste der Ariane 1 (und folgende, inklusive Fehlstarts), tolle Erinnerungen ans Tauchen oder Skitouren. 

Ziel(e) & Motto

Etwas, das ich gerne lernen oder erreichen würde:

Natürlich ins Weltall zu fliegen aber auch einen kleinen Teil dazu beitragen, das Weltall und die Weltraumforschung zugänglicher zu machen,  ist schon ausreichend.

Mein Motto / Ein Sprichwort,mit dem ich mich identifizieren kann:

“Niemals aufgeben, sich niemals ergeben”…  nur ein Witz. Ich hab noch einen über die Erde: “Ein Planet, auf dem Wasser in flüssiger Form zu Boden fällt, kann gar nicht so schlecht sein.”

 

February 19 2013

MARS2013 Menschen: Roberta Paternesi aus Italien

INTERVIEW mit ROBERTA PATERNESI aus ITALIEN

(c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

(c) OeWF (Katja Zanella-Kux)

Team & Aufgabe(n)

Roberta Paternesi wurde in Rom geboren und lebt seit drei Jahren in Noordwijk, in den Niederlanden. Sie führt während der MARS2013 das SDO (Science Data Officer) Team an und kümmert sich um alle Daten, die von den unterschiedlichen Experimenten generiert werden. Sie gewährleistet die Verfügbarkeit aller Daten für zukünftige Analysen und den reibungslosen Datenaustausch zwischen den Teams im Mission Support Center und den Projektleitern weltweit.

Weltraum & MARS2013

Was war dein erster Kontakt mit dem Thema Weltraum / Astronomie / Analogforschung?

Ich habe mich schon immer sehr leidenschaftlich für Astronomie interessiert, da ich als Kind die Sommerferien mit meiner Familie im Landhaus meiner Tante in Tarquinia verbracht habe. Dort war die Zeit im 18. Jahrhundert stehen geblieben: kein Strom, Brunnenwasser, Früchte und Gemüse vom Feld vor dem Haus. Es war alles sehr märchenhaft. Und dort waren die Nächte besonders dunkel und die Sterne am Himmel haben sehr geglänzt und waren total fesselnd. Jedes Wochenende hat uns mein Vater besucht – er hat unter der Woche in der Stadt gearbeitet – und es war ein Brauch, dass wir nach dem Abendessen unsere Stühle nahmen, uns raussetzten und den Himmel nach Sternschnuppen abgesucht haben. Diese Faszination hat mich nicht verlassen! In den letzten Jahren hatte ich das Glück meinen Informatikjob im Directorate of Science and Robotic Exploration der Europäischen Weltraumbehörde auszuüben, wo ich die Möglichkeit habe,  zur Astronomie und zu Erkundungsmission des Sonnensystems beizutragen. Was will ich mehr? ☺

Wann hast du erfahren, dass es das ÖWF gibt?

Davon habe ich von meinen guten Freund Alexander Soucek gehört, lange bevor wir mehr als gute Freunde wurden. Durch ihn erfuhr ich über die Aktivitäten des ÖWF und dessen PolAres Programm und seine Analogmissionen. Mich hat die Professionalität und der Enthusiasmus beeindruckt, mit denen das ÖWF seine Ziele verfolgt und ich wollte unbedingt dabei sein (was mir letztendlich auch gelang!).

Wie hast du von der  “MARS2013” Mission gehört?

Meine erste Tätigkeit beim ÖWF war als Science Data Officer bei der Dachstein Mission im April 2012. Beim ÖWF schaut man immer nach vorne zur nächsten Herausforderung, dem nächsten Abenteuer. Am Ende der Dachstein Mission begannen wir schon Schritte für MARS2013 zu planen und wir alle wollten dabei sein.

Warum hast du dich dafür entschieden, daran teilzunehmen?

Weil ich einfach nicht anders konnte! Es ist fantastisch zu solch einem Projekt beizutragen, wo mit einem kleinen Budget aber einer Menge Leidenschaft, Kompetenz und Enthusiasmus seriöse und wichtige Forschung betrieben wird.

Was war dein erster Eindruck von der Arbeit mit dem ÖWF-Team?

Leidenschaft und Enthusiasmus. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber was mich an dieser Organisation anzieht sind genau diese Dinge. Denn ich gewinne während der ÖWF Aktivitäten immer viel mehr Energie als ich investiere, sogar an langen und intensiven Projekt-Tagen.

Was ist dein persönliches Ziel für diese Mission?

Unterschiedliche Aspekte von Tätigkeiten zu erforschen, die sehr viel Ähnlichkeit mit meiner Arbeit haben und durch die ich mich inspirieren lassen kann.

Beruf, Freizeit & Familie

Das mache ich beruflich:

Ich arbeite bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA in den Niederlanden als Informatikerin im „Directorate for Science and Robotic Exploration“ (SRE). In wenigen Worten: Ich manage die Informationstechnologie, welche die Astronomie und Planetarische Missionen unterstützt und stelle technische Lösungen zur Verfügung, um Aufgaben im Zusammenhang mit dem Bau und dem Start von Satelliten zu vereinfachen.

Ein typischer Tag in meinem Leben sieht so aus:

Mein Tag beginnt mit meinem Frühstück, das mir heilig ist. Ich könnte mich bei allem anderen beeilen aber ich brauche mindestens 15 Minuten, um meine Frühstückscerealien und ein Jogurt zu essen und meinen Grünen Tee zu trinken. Dann geht’s zur Arbeit: Wenn die Temperaturen mitspielen, ich motiviert bin und meine Faulheit es erlaubt, mit meinem Fahrrad. Ich bin normalerweise zwischen 8:00 und 8:30 bei der Arbeit und trinke mit meinen Arbeitskollegen eine Tasse Kaffee, wobei wir den Status von unseren Aktivitäten besprechen und Pläne für die kommenden Tage machen. Oder manchmal plaudern wir einfach über’s Leben, das Weltall und alles andere. Am Abend koche ich dann ein schönes Abendessen, dann schaue ich mir eine Folge von Raumschiff Enterprise an – ich liebe die Serie „The Next Generation“. Bevor ich das Licht ausmache, schmökere ich ein bisschen in den zwei, drei, vier Büchern, die ich gleichzeitig lese, wobei sich die Auswahl nach der jeweiligen Tagesstimmung richtet.

So verbringe ich meine Freizeit:

Meistens Reisen, normalerweise zwischen Holland, Italien und Österreich. Manchmal etwas weiter weg. In Holland fahre ich viel Rad, erforsche die Gegend oder mache lange Spaziergänge an den weiten Stränden der Nordseeküste.

Familienstand:

In einer Beziehung.

Meine Freunde würden mich so beschreiben:

Sie sagen oft, dass ich sehr farbenprächtig bin.

Ich über mich

Diese Dinge sind mir wichtig:

Die Menschen, die ich liebe, die Menschen die ich mag, die Menschen die ich treffe. Eine riesengroße Honigmelone im Hochsommer; starke, wunderbare Bäume; die Winde an der Nordsee, die Frühlingssonne in Rom; die Herbstfarben.

Was mich verrückt macht:

Leute, die sich ständig beschweren.

Etwas, das ich niemals tun würde:

Etwas, das ich gelernt habe, ist, niemals nie zu sagen. Ich habe einmal gesagt, dass ich nie in einem Segelflieger fliegen würde und zwei Jahre später habe ich darum gebettelt das tun zu dürfen (und es auch gemacht).

Eine wichtige Sache, die andere Leute über mich wissen sollten:

Ich habe die Neigung ein bisschen zu organisiert zu sein.

Um mich zu entspannen, brauche ich unbedingt:

Gute Gedanken.

Dafür lasse ich alles stehen und liegen: 

Nutella! Ich bin davon total abhängig.

Etwas, das mein Leben verändert hat:

Einer Theatergruppe beizutreten, vor einigen Jahren.

Was ist das Ungewöhnlichste, Herausforderndste, Aufregendste, Beängstigendste, Witzigste, das du jemals erlebt hast?

Skifahren! Oh mein Gott! Ich habe damit vor drei Jahren angefangen, und es war eine wahnsinnige Erfahrung. Nun denken Sie: Wunderschön…Nein, Ich meine wirklich unglaublich: Ich konnte gar nicht glauben, dass ich auf Skiern stand! Um ehrlich zu sein, habe ich mich überhaupt nicht bewegt, ich stand nur da. Aber wie sagt man so schön: Es war ein Anfang, oder nicht? 

Ziel(e) & Motto

Etwas, das ich gerne lernen oder erreichen würde:

Niederländisch! Ich wohne schon seit Jahren in diesem Land und ich kann nicht erklären, warum mir diese Sprache aus dem Weg geht. ☺ Ich habe es geschafft Englisch, Französisch, Spanisch und Deutsch zu lernen, aber Niederländisch kann ich einfach nicht packen…;)

Mein Motto / Ein Sprichwort,mit dem ich mich identifizieren kann:

Auf Italienisch heißt es “Meglio vivere di rimorsi che di rimpianti” aber ist schwer ins Deutsche zu übersetzen, da rimorsi und rimpianti beide “Bedauern” bedeuten. Die beste Übersetzung ist: “Es ist besser, zu bedauern etwas getan zu haben, als zu denken: Hätte ich doch nur…”

 

September 03 2012

Sturzflug ins Ungewisse, Passepartout Sherpa III Airsampler 2 Neil Armstrong

Fertig montierte Yagi Antenne

Fertig montierte Yagi Antenne (c) OEWF (Daniela Scheer)

Donnerstag, 30. August:
Meteorologie gegen Bauchgefühl

Was macht die Medienbeauftragte des ÖWF bei gefühlten 40 Grad Celsius mit ein paar Metallstangen und einer japanischen Gebrauchsanweisung auf dem Dach eines Observatoriums? Sie baut eine 2 m YAGI-Antenne zusammen und sorgt damit für eine von mehreren Funkverbindungen zu unseren „Fluggeräten“ – und das ist immerhin auch eine Art von Kommunikation.

Eine kleine Vorhut des Ballonteams des ÖWF Polares Programms hat bereits heute Nachmittag das Grazer Lustbühel Observatorium in Beschlag genommen und das Dachgeschoss mit Kabeln, Laptops, Seilen, Stangen, Kisten, Funkgeräten, Decken, Werkzeug, noch mehr Schachteln und noch mehr Kabeln vollgestopft.

Die Vorbereitungen für die am Wochenende geplanten Starts von zwei Stratosphärenballons laufen sehr routinemäßig an. Schließlich haben wir seit der 50-Jahre-Sputnik Feier 2007 bereits acht Ballons von hier aus gestartet. Der Flug von Ballon Nr. 9 ist für morgen vorgesehen.

Die Nutzlastgondel Passepartout „Sherpa III Airsampler 2“ wird etwa 2 kg schwer sein und einiges an Technik enthalten: Neben Sensoren für Höhe, Druck, Feuchtigkeit und Temperatur, einem Bordcomputer namens STACIE (Stratosphere Telemetry And Control Interface Equipment) und einigen Spezial-Akkus wird auch ein speziell entwickeltes Gerät zum Filtern von Luftproben in großer Höhe mit dabei sein – der sogenannte Airsampler. Damit soll versucht werden, mikrobielles Leben in der Stratosphäre nachzuweisen.

Ob unsere Ballons – Nr. 10 ist am Samstag für die Jubiläumsveranstaltung zu Ehren von Victor Hess vorgesehen – an diesem Wochenende planmäßig starten werden, hängt allerdings selbst für die Meteorologen noch in den Wolken des aktuellen atlantischen Tiefdruckgebiets. Es bleibt also spannend…

Das Missionskontrollzentrum am Grazer Lustbühel

Das Missionskontrollzentrum am Grazer Lustbühel

Freitag, 31. August:
Sturzflug ins Ungewisse

Projektleiter Michael Taraba mit Sherpa III und Airsampler vor dem Start.

Projektleiter Michael Taraba mit Sherpa III und Airsampler vor dem Start.

Dichte graue Regenwolken nehmen uns am Morgen die Sicht auf den Sonnenaufgang. Ihren Inhalt geben sie vorerst nur tröpfenchweise preis, was uns vorsichtig optimistisch stimmt. Leichter Regen sollte unseren Stratosphärenballon „Sherpa III Airsampler 2“ auf dem Weg nach oben nicht aufhalten. Aus aktuellem Anlass trägt er den Beinamen „Neil Armstrong“  – nach dem ersten Mann auf dem Mond. Kurz nach dem Start gegen 9 Uhr öffnen sich allerdings die Schleusen und die Konsequenzen lassen nicht lange auf sich warten.

Bei einer maximalen Höhe von 1.353 m über dem Meeresspiegel verzeichnet die ÖWF-Balloncrew plötzlich ein Absinken des Ballons auf etwa 600-700 Meter. Danach erfolgt wieder ein Anstieg um etwa 200 Meter und schließlich beginnt ein gemächlicher aber diesmal unaufhaltsamer Sinkflug. Offenbar ist Passepartout Sherpa genau in die Schlechtwetterfront gedriftet und hat dort die Bekanntschaft einer Gewitterwolke gemacht. Im starken Regen sammelt sich viel Wasser auf der Ballonhülle, was ihn in der Folge wieder nach unten drückt anstatt ihn weiter aufsteigen zu lassen.

Ein Besuch in der Stratosphäre erscheint unserem Ballon heute demnach weniger verlockend als ein Rundflug über Graz und Umgebung. In Straßgang streift er nach Aussagen von Zeugen zuerst eine Straßenlampe, bevor er von einem Wohnhaus nach einmal den „Sprung“ auf ein Hochhaus schafft. Dort bleibt er gegen 9:45 Uhr hoch oben an einem Balkon hängen. Soweit – so gut. Wir können ihn orten und ein Suchteam macht sich auf den Weg um den Ballon und seine Nutzlast einzusammeln.

Sherpa III Neil Armstrong entschwindet in den wolkenverhangenen Himmel

Sherpa III Neil Armstrong entschwindet in den wolkenverhangenen Himmel

Kurz nachdem unsere Crew Sichtkontakt hergestellt hat, passiert allerdings etwas Unvorhergesehenes. Da unsere Ballons eine Vorliebe für Landungen in hohen Bäumen in unwegsamen Gebieten haben, wurde erstmals eine Vorrichtung zur ferngesteuerten Ablösung der Kapsel vom Ballon eingesetzt. Bevor das Bergeteam diese Apparatur allerdings planmäßig auslösen kann, aktiviert sie sich aus ungeklärter Ursache selbst. Das bewirkt, dass unsere Nutzlastgondel mit all ihren empfindlichen Geräten ungebremst aus dem 7. Stock auf den Boden kracht. Gleichzeitig nimmt die Ballonhülle mit dem Fallschirm wieder Fahrt auf und entschwindet in den Gewitterhimmel.

Sherpa III hängt an einem Balkon

Sherpa III hängt an einem Balkon

Alle Zeugen des Vorfalls befinden sich in sicherer Entfernung, die einzige Beteiligte, die Schaden nimmt, ist die Styrodur-Kapsel selbst. Nach eingehender Untersuchung der Nutzlast steht fest, dass sie an diesem Wochenende nicht noch einmal fliegen wird. Die zunehmende Verschlechterung des Wetters würde auch keinen weiteren Start zulassen. Somit muss unser Airsampler-Experiment weiter auf seinen Einsatz warten. Bei diesem Projekt wird versucht, in einer Höhe von 20-30 Kilometern Luft durch einen Filter zu pressen um darin Spuren von Leben zu finden. Dieses wird sich – sollte es dort oben tatsächlich existieren – nun wohl noch eine Weile vor uns verstecken können.

August 07 2012

Mars-Anzug als Dauerausstellung in Dachstein Eishöhle

Suit tester Daniel is picking up a stone inside Dachstein cave (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Photo: (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Im April 2012 diente die Dachstein Eishöhle als ideale Umgebung für einen erneuten Praxistest des Aouda.X Mars-Raumanzugsimulators. Ab 15. August 2012 kehrt der Anzug zurück und wird exklusiv in der Dachstein Eishöhle in einer Dauerausstellung dem Publikum präsentiert.

Gemeinsam mit Forschern aus 10 Ländern wurde in einer fünftägigen Mars Simulation in der Dachstein Rieseneishöhle verschiedenste Experimente durchgeführt und so Erfahrungen für eine zukünftige, bemannte Mars Expedition gesammelt. Dieser Analog-Feldtest war der erste weltweit, der in einem Höhlensystem durchgeführt wurde.

“Für die Dachstein Eishöhle wurde nun exklusiv eine originalgetreue Kopie des Marsanzuges angefertigt. Wir nennen sie Aouda D. für Dachstein”,

zeigt sich Alfred Bruckschlögl, Geschäftsführer der OÖ Seilbahnholding GmbH, über die Fortsetzung der erfolgreichen Kooperation mit dem ÖWF erfreut.

Die Aouda.D wird am 15. August 2012 feierlich im Beisein von Vertretern des ÖWF’s, der OÖ Seilbahnholding GmbH und dem Bürgermeister von Obertraun enthüllt.

July 04 2012

Dachstein Mars Simulation 2012 Missionsreport

Vom 27. April – 01. Mai 2012 forschte das Österreichische Weltraum Forum in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern fünf Tage bei einem Mars Analog-Feldtest in den Mammut- und Rieseneishöhlen der Dachsteinregion in Österreich durch. Neben der neuesten Version des Raumanzug-Simulators Aouda.X testeten Teams aus insgesamt 10 Nationen – von USA, über Europa bis Neuseeland geophysikalische Techniken, Instrumente und Ideen für zukünftige bemannte Expeditionen zu Höhlensystemen auf dem Mars.

Eisprobenentnahme im Tristan Dome. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Für das JPL Experiment müssen Eisproben im Tristan Dome genommen werden. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

 

Warum in die Dachstein-Eishöhlen?

Seit wenigen Jahren kennt man auch auf dem Planeten Mars Höhlensysteme, die stabile Umweltbedingungen bieten und damit einer der interessantesten Orte im Sonnensystem für die Suche nach Spuren des Lebens sind.

“Kaum Temperaturschwankungen, eine perfekte Strahlungsabschirmung und sogar die Aussicht auf stabile Wassereisvorkommen machen Marshöhlen zu einem logischen Kandidaten für Lebensspuren auf dem Mars, FALLS sich jemals dort primitives Leben hat entwickeln können”

, fasst der Projektleiter der Simulation, Dr. Gernot Grömer zusammen. Das Österreichische Weltraum Forum entwickelt für die Erkundung des Roten Planeten Konzepte und Technologien für eine bemannte Mission.

Fokus des Feldtests waren:

  • Tests für den Raumanzug-Prototypen Aouda.X in der neuesten Konfiguration unter realistischen Feldbedingungen: etwa für die Datenübertragung, Mobilität und „Remote Science“ (Durchführung von Experimenten unter Aufsicht und Anleitung von weit entfernten Forschungsteams).
  • Gelegenheit für Forschungsteams um Gerätschaften unter geländetechnisch und logistisch anspruchsvollen Bedingungen im Verbund einzusetzen. Dazu zählt auch der Einsatz des Georadars für die europäische Exomars-Mission, welche 2018 zum Planeten Mars starten wird

Insgesamt wurden 12 Experimente mit Forschern aus 10 Ländern und drei Kontinenten durchgeführt (A, D, I, F, USA, P, NL, H, Nz, Pt). Am Medientag organisierte das ÖWF den ersten Space-Tweetup in Österreich, bei dem 20 ausgewählte Social Media Enthusiasten live, unter dem Hashtag #marstweetup, von den Feldtests berichteten – dazu kamen Live-Schaltungen zu den Partnern beim NASA/Jet Propulsion Laboratory sowie Neuseeland.

Abschlussbericht

In einem kompakten Bericht werden die wissenschaftlich-technischen Höhepunkte der Feldsimulation ebenso beleuchtet wie logistische Informationen und spektakuläres Bildmaterial von den beiden ÖWF Fotografen Andreas Köhler und Katja Zanella-Kux.

04.07.2012 
Dachstein Mission Report public
(7.73 MB pdf, 27 downloads)  

Zum Nachlesen

June 13 2012

Berlin-Nordpol-Mars

Am 5. Mai 2012 flog ein Airbus zwölf Stunden lang über die Eiswelt der Arktis. Das ÖWF war mit an Bord.

Vom Nordpol führt jeder Schritt Richtung Süden, egal wohin. Der Pol selbst ist durch keinen Wegweiser angegeben, er ist eigentlich gar nicht da – er ist nur ein gedachter Punkt. Aber was für einer! Dieser Punkt liegt mitten in einer endlos weißen Wüste, die auf eiskaltem Wasser schwimmt.

Es ist der 5. Mai 2012, als pünktlich um acht Uhr morgens ein Airbus A-330-200 auf die Startbahn des Berliner Flughafens Tegel einbiegt. Schubhebel nach vorne: Beschleunigung, Höhenruder nach oben, Take-off. Bis dahin: alles Routine. Spätestens ab Erreichen der Reiseflughöhe ist es mit der Routine aber vorbei: für das Kabinenpersonal, auch für die Cockpit-Besatzung, und erst recht für die mehr als zweihundert Abenteuerlustigen, die eine Reise vor sich haben, die sie nie vergessen werden.

Steigflug über der Ostküste von Grönland

Steigflug über der Ostküste von Grönland

Zehntausend Flugkilometer stehen bevor. Der mächtige und doch leise Airbus wird zunächst stundenlang nordwärts fliegen, über Skandinavien, über die Barentsee, über den geheimnisvollen Svalbard-Archipel, immer weiter nach Norden, über die Packeisgrenze und die beinahe unendlichen Weiten des arktischen Eispanzers, bis zum geografischen Nordpol. Von dort wird es in einer großen Linkskurve weiter nach Grönland gehen, im Tiefflug dreitausend Kilometer entlang der grönländischen Ostküste, dann Richtung Island, bevor hinter den britischen Inseln wieder das kontinentaleuropäische Festland in Sicht kommt. Heute Abend werden die Teilnehmer dieses außergewöhnlichen Nordpolfluges wieder bei einem Bier im frühlingshaften Berlin sitzen – ein Gedanke, so weit weg wie der Nordpol. Im Augenblick steigt der Airbus von Air Berlin auf seine zwischenzeitliche Reiseflughöhe, 12.000 Meter, bei minus sechzig Grad. Er wird sie bald wieder verlassen, um dann wieder aufzusteigen, um dann wieder zu sinken, einer Hochschaubahn vergleichbar. Das ist kein normaler Flug: Willkommen auf der Expedition Nordpol!

Warum fliegt man zum Nordpol? Die Frage ist natürlich so zulässig wie unzulässig. Warum fliegt man zum Mond? Warum hört man ein Konzert? Die Passagiere dieses Fluges wollen mit ihren eigenen Augen entdecken: eine der am meisten berührenden Landschaften der Erde. Sie wollen etwas Außergewöhnliches machen. Und es ist in der Tat außergewöhnlich: schon der Blick durch die Kabine. Ferngläser stehen da, Arktiskarten hängen, Winterjacken liegen im lauen Mai in den Fächern über den Sitzen, alle starren wie Kinder aus den Fenstern, beraten sich gegenseitig, laufen herum oder klettern über Sitzreihen wenn plötzlich ein arktisches Motiv tief unten auftaucht: Eisberge, tiefblaues Wasser, einsame Inseln weit jenseits des Polarkreises.

Ein Puzzlespiel der Natur in der hohen Arktis

Ein Puzzlespiel der Natur in der hohen Arktis

 Die Flugexpedition wird von der Deutschen Polarflug organisiert. Als „Infotainer“ an Bord, der nicht nur Informationen über die Arktis, sondern auch Wissenschaft zum Nachdenken und „Aha-Erlebnisse“ liefern soll, darf ich mitfliegen (nun schon zum fünften Mal). Es bleibt auch für mich etwas Besonderes: dort zu sitzen, wo sich normalweise die Stewardessen und Stewards aufhalten, mit denselben – nach fünf Flügen ist man schon eine Familie geworden! – zu plaudern, dank eines „Cockpit-Permits“, der um meinen Hals baumelt, hinter den Piloten im Cockpit zu sitzen, und vor allem kilometerweise die zwei Gänge des Airbus rauf- und runterzulaufen um mit den Passagieren zu sprechen, ihre Fragen zu beantworten und gemeinsam Neues zu entdecken. Das macht Spaß – und ist interessant!

Drei Hauptthemen haben meine Vorträge, die ich über Bordlautsprecher aus dem Cockpit erzähle: als „Privatperson“ erzähle ich über die Arktis als Lebensraum, inklusive astronomischer Besonderheiten; als Vertreter der ESA über Erdbeobachtung aus dem Weltraum und Klimawandel, besonders dramatisch zu sehen am Beispiel des „Fieberthermometers Arktis“; als Vertreter des ÖWF schließlich über die Arktis als Versuchslabor eines zukünftigen bemannten Raumfluges zum Mars, inklusive der Geschichte von PolAres.

Apropos PolAres: Nach fünf Stunden Flug ist der geografische Nordpol erreicht. Der Airbus sinkt auf knapp 1800 Meter und legt sich elegant in eine große Rechtskurve, Antritt zur kürzesten Erdumrundung – in zwei Minuten überqueren wir alle Längengrade des Planeten. Ich erlebe diese magischen Minuten im Cockpit mit, wo der Ausblick dank der großen Seitenfenster fantastisch ist. Man möchte die Hand ausstrecken und die endlosen Eisplatten berühren, die scheinbar zum Greifen nahe sind. Darüber wölbt sich der tiefblaue Himmel. Kein Mensch ist hier am Dach der Welt (außer uns), das ist also Arktis pur. Unser Flugzeug legt sich nun nach links, um die Erde auch noch in östlicher Richtung zu umrunden. Die Passagiere sind begeistert, und dieselbe Begeisterung zeigt sich auch ganz vorne: während Kapitän Heinz sanft steuert, macht unsere erste Offizierin vom Copiloten-Sitz schnell zwei, drei Fotos fürs Familienalbum: auch für sie, wie für uns alle, ist es ein spektakulärer Ausblick.

Kurz nach 13 Uhr ist der Nordpol erreicht - endloses Eis mit Sprüngen, darunter der Arktische Ozean

Kurz nach 13 Uhr ist der Nordpol erreicht – endloses Eis mit Sprüngen, darunter der Arktische Ozean

Der Schub der Triebwerke schiebt uns wieder deutlich spürbar nach oben, es geht nun Richtung Grönland. Kurz vor Erreichen der Ostküste dieser größten Insel der Welt begeben wir uns schon wieder in den „Tiefflug-Modus“, und nun folgt ein zweistündiger Überflug über Landschaften, die eigentlich nicht von dieser Welt sind: Gletscherflüsse, türkisblaue Eisseen, bizarre Bergformationen, wieder festgefrorene Eisberge, die wie Modellbausteine aussehen; und das Erstaunlichste dabei ist die Weite: wir fliegen und fliegen, immerhin rund 700 Kilometer pro Stunde, und die Landschaft will und will kein Ende nehmen.

Faszinierender Planet Erde - türkisblauer Gletschersee in Grönland

Faszinierender Planet Erde – türkisblauer Gletschersee in Grönland

 Der Name Arktis stammt von „Arctos“, dem Bären in alt-griechischer Sprache, und bezeichnet demnach das Land unter dem Sternbild des Bären. Das Gebiet nördlich des Polarkreises ist voll von faszinierenden astronomischen Ereignissen wie der Mitternachtssonne oder den Polarlichtern. Und auch die Passagiere sind voller Fragen: Warum es denn im Norden keine Pinguine gäbe? Ob es bemannte Drift-Stationen im Packeis gäbe? Wie spät es auf dem Nordpol wohl sei?

Der Flug mit seinen zwölf Stunden geht zu Ende. Gerade haben noch alle Eindrücke über Grönland gesammelt, das arktisch inspirierte Abendessen genossen – jetzt kommt Berlin in Sicht. Schon wieder sinkt der Airbus, aber diesmal werden Landeklappen und Fahrgestell ausgefahren, und zehn Minuten vor zwanzig Uhr ist der Nordpolflug der Deutschen Polarflug wieder zurück am Boden. Zu Hause.

Wir von der „Crew“ bleiben an Bord, bis alle Passagiere ausgestiegen sind. Eine Teilnehmerin schiebt sich mit Jacke und Fotoapparat an uns vorbei, federt mit ihren Füßen auf und ab und sagt: „Danke, danke, danke, danke, danke, DANKE!“ Da müssen wir grinsen: Mehr gibt es zu diesem Tag in einer anderen Welt nicht zu sagen.

Im Cockpit über der Arktis - Alexander Soucek mit Co-Pilotin und Chef der Deutschen Polarflug

Im Cockpit über der Arktis – Alexander Soucek mit Co-Pilotin und Chef der Deutschen Polarflug

 

May 30 2012

Österreichisches Weltraum Forum arbeitet mit Blinden für Raumfahrtprojekt

Für die Entwicklung des Mars-Raumanzug-Simulators “Aouda.X” bekommt das Entwicklerteam des ÖWF an der Universität Innsbruck nun ungewöhnliche Unterstützung: Für die Konstruktion der Raumanzug-Handschuhe helfen Blinde bei der Analyse und Verbesserung des Tastsinnes, wenn Anzugtester mit den schweren Handschuhen etwa geologische Proben abtasten oder feinmechanische Arbeiten durchführen sollen.

Bei einem ersten Pilotversuch am Dienstag, den 29. Mai 2012 im Raumanzugslabor des ÖWF an der Universität Innsbruck führte eine Gruppe von blinden und sehenden Testern erste Vergleichsmessungen durch.

Dr. Gernot Grömer beobachtet aufmerksam die Durchführung des Pilotversuchs. (c) OEWF (Mathias Hettrich)
ÖWF Mitglied Andreas Bergmann (rechts) bei ersten Tastsinn Tests im ÖWF Raumanzugslabor. Unterstützt wird er von Marc Rodiguez, ÖWF Innsbruck. (c) OEWF (Mathias Hettrich)
Anzugtester Daniel Föger (rechts im Bild) beim ersten Pilotversuch im ÖWF Raumanzugslabor. (c) OEWF (Mathias Hettrich)

“Wir wollen einerseits sehen, wie sehr der Unterschied im Tastsinn zwischen Sehenden und Blinden ist, wenn man mit den schweren und mehrlagigen Raumanzugs-Handschuhen arbeiten muss.”

erklärt Dr. Gernot Grömer vom ÖWF,

“Dann entscheiden wir, ob es sich vielleicht sogar lohnt, ein kleines Trainingsprogramm für unsere Anzugtester zusammenzustellen.”

In diesem ersten einfachen Test versuchten die Probanden Oberflächen mit verschiedenen Rauhigkeitsgraden mit verbundenen Augen zu unterscheiden.

“Bei einem vor Weltraumvortrag in Kooperation mit dem Tiroler Blindenverband haben wir mit Raketenmodellen, Hörproben von anderen Planeten, Meteoriten-Gesteinsproben und etwa Braille-Bildern von astronomischen Objekten von der Faszination Weltraum vorgetragen”,

erinnert sich Dr. Gernot Grömer,

“und als die Besucher dieses ungewöhnlichen Multimediavortrages mit einem hochtrainierten Tastsinn die Modelle betasteten, kam uns die Idee, diese ausgeprägten Fähigkeiten für unsere Raumanzug-Entwicklung zu nutzen.”

Die ersten Pilotdaten sind sehr vielversprechend und werden in den nächsten Tagen genauer analysiert.

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  • Tastsinn Test 01 (3.8 MB jpg)
    Dr. Gernot Grömer beobachtet aufmerksam die Durchführung des Pilotversuchs. Von links: Dr. Gernot Grömer, Marc Rodiguez, Andreas Bergmann (alle ÖWF)
    (c) OEWF (Mathias Hettrich)
  • Tastsinn Test 02 (3.21 MB jpg)
    ÖWF Mitglied Andreas Bergmann (rechts) bei ersten Tastsinn Tests im ÖWF Raumanzugslabor. Unterstützt wird er von Marc Rodiguez, ÖWF Innsbruck. (c) OEWF (Mathias Hettrich)
  • Test 03 (2.32 MB jpg)
    Anzugtester Daniel Föger (rechts im Bild) beim ersten Pilotversuch im ÖWF Raumanzugslabor. (c) OEWF (Mathias Hettrich)

May 06 2012

Dachstein Mars Simulation – Rückblick in 25 Bildern

Vom 27. April bis 01. Mai 2012 führte das Österreichische Weltraum Forum mit 11 internationalen Partnern in den Dachstein Rieseneishöhlen eine Mars Simulation durch. Dieser Analog-Feldtest war der erste, weltweit der in einem Höhlensystem durchgeführt wurde.
Erleben Sie gemeinsam mit uns die Höhepunkte dieser 5 Tage in 25 Bildern.

Sebastian Sam schiebt behutsam Aouda.X aus der Dachstein Gondel (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

1 26. April 2012: Die erste ÖWF Gruppe ist bereits am Donnerstag eingetroffen um das gesamte Material zur Mittelstation auf die “Schönbergalm” zu bringen. Sebastian Sam schiebt dabei behutsam Aouda.X aus der Dachstein Gondelbahn. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Erster Höhlenbesuch des ÖWF Teams, um die späteren Stellen für die Tests festzulegen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

2 Nachdem das erste Material verstaut ist, die Computer eingeschalten und die Räume aufgeteilt, gibt es einer erste Höhlentour um die potentiellen Stellen für die zukünftigen Test zu identifizieren. Ein großes Fragezeichen bleibt im Team, wie soll man im Anzug durch die Engstellen der Höhlen kommen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Auf dem Weg zur Höhle am ersten Aufbau- und Testtag (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

3 27. April 2012: Mit der ersten Gondel geht es in einer fünfminutigen Fahrt rauf zur “Schönbergalm”, wo unsere OPS (Operations) in einem Nebenraum des Restaurants installiert wird. Heute werden auch die internationalen Experimentatoren-Teams erwartet und ein erstes “Donning” (Anziehen des Aouda.X Anzugs) steht am Nachmittag auf dem Plan. Davor gibt es noch viel zu tun, so muss noch die gesamte Kommunikationsinfrastruktur in und außerhalb der Höhlen installiert werden. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Nach dem Sicherheitsbriefing gibt es eine gemeinsame Höhlenbesichtigung für alle Experimentatoren (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

4 Nach dem Sicherheitsbriefing für alle Experimentatoren gibt es eine zweistündige Führung durch die Höhlen, schließlich müssen die Experimentatoren auch die Rahmenbedingungen für ihre Experimente kennenlernen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Aufi aufm Berg - Suittester Daniel Föger trägt den Hard-Upper-Torso zum Höhleneingang. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

5 Währenddessen steht bereits das erste Donning an. Zuvor muss allerdings das gesamte Anzugsmaterial zum Höhleneingang transportiert werden. Trotz kleiner Raupenfahrzeuge muss der Hard-Upper-Torso (obere, feste Teil des Anzugs) vom Anzugtester Daniel Föger selbst hochgetragen werden. Ein 15-minütiger Fußmarsch zum Höhleneingang wird dann schon sehr anstrengend. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Allererstes Donning bei der Dachstein Mars Simulation. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

6 Danach heißt es gleich beginnen mit dem Donning. Das Anziehen des Anzuges dauert ca. 2 Stunden und Daniel wird dabei von 2-3 Helfern (“Suit-Tech’s”) unterstützt. Insgesamt wiegt der Anzug 45 kg. Kurz bevor der Helm geschlossen wird, sind bereits die Lüfter eingeschalten worden und die Kommunikation getestet, so dass dem ersten EVA (Extra-Vehicular-Activity) nichts mehr im Wege steht. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Mit der ersten Gondel geht es hinauf zur Mittelstation um in Ruhe den Ansturm der Medien & Marstweetup Leute vorzubereiten (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

7 28. April 2012: Die Ruhe vor dem Sturm. Heute ist Medientag, neben zahlreichen Journalisten, Kamerateams & Fotografen haben wir heute auch zum MarsTweetup eingeladen. Das Team sammelt sich wie jeden Morgen in der Früh um mit der ersten Gondel hochzufahren. Heute bereits um 07:30, da nicht nur wir zu den Frühaufstehern gehören, sondern auch noch einige Tourengeher, das traumhafter Wetter nützen möchten. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Alejandra Sans & Reinhard Tlustos diskutieren die EVA Planung in der OPS (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

8 In der OPS (Operation) herrscht geschäftiges Treiben. Alejandra Sans (Flightplan) diskutiert mit Reinhard Tlustos (Flight Director Assistent) den heutigen geplante EVA (Extra-Vehicular Activity) anhand der Karte. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Flight Director Norbert Frischauf in Diskussion mit Tom Schachner von den Part-Time Scientists (c) OEWF (Andreas Köhler)

9 Währenddessen stimmt Flight Director Norbert Frischauf noch Details über die geplante Rover-Parade mit Tom Schachner von den Part-Time Scientists ab. (c) OEWF (Andreas Köhler)

16 MarsTweeps aus ganz Europa haben sich eingefunden einen Tag lang, hinter die Kulissen einer Analog Simulation zu blicken (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

10 Gegen 09:00 Uhr treffen dann die MarsTweetup Leute ein. 16 Nutzer der Mikroblogger Plattform Twitter aus ganz Europa sind dem Aufruf des Österreichischen Weltraum Forums gefolgt und bekommen heute einen einzigartigen Blick, hinter die Kulissen einer Mars Analog Simulation. Alexander Soucek fesselt die “Tweeps” (Twitter-Nutzer) am Morgen mit seiner Keynote. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Am Medientag stand der Aouda.X Anzugsimulator im Mittelpunkt der Kamera- & Medienteams (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

11 Ganz klar im Mittelpunkt beim Medientag stand der Aouda.X Raumanzugsimulator. Suittester Daniel Schildhammer beantwortet geduldig die Fragen aller Journalisten, setzte mehrmals den Helm auf und führte die Journalisten immer tiefer in die Höhle. Am Vormittag fand auch eine Pressekonferenz mit einem Vertreter der Dachstein AG, dem Bürgermeister von Obertraun und Projektleiter Gernot Grömer statt. Im Zuge der Pressekonferenz wurdem dem ÖWF auch das Techcos Sicherheitszertifikat verliehen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Der Magma White rover wurde für die Dachstein Mars Simulation umgebaut um das WISDOM radar zu tragen (c) OEWF (Andreas Köhler)

12 Neben dem Aouda.X Raumanzugsimulator konnten sich die Medienteams auch über die anderen Experimente informieren. So wurde z.B. der polnische Magma White Rover für die Dachstein Mars Simulation umgebaut, um das WISDOM Radar tragen zu können. (c) OEWF (Andreas Köhler)

Das WISDOM radar team mit ihrem zweiten Gerät unternimmt die ersten Messung auf dem Eis. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

13 Das WISDOM Team reiste mit 2 Radar an und konnte auch in Ruhe in einer kleinen Nebenhöhle am Eis erste Georadar-Messungen durchführen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Suittester Daniel Schildhammer nimmt eine Gesteinsproben im King-Arthur Dome (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

14 Im King-Arthur Dome demonstriert Suittester Daniel Schildhammer, dass es trotz der Limitierungen eines Raumanzugsimulators möglich ist, Geräte zu bedienen und wichtige Gesteinsproben zu sammeln. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Nach dem anstrengenden Tag freut sich Daniel Schildhammer ausgezogen zu werden. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

15 Nachdem anstrengenden, ersten Tag als Suittester freut sich Daniel Schildhammer aus dem Anzug zu kommen und genießt die warmen Sonnenstrahlen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Suittester Daniel Föger wird den Cliffbot (rechts im Bild) mittels Schnurr über die Eisklippe im Tristan Dome steuern. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

16 29. April 2012: Heute steht die Wissenschaft im Vordergrund. Als erstes Experiment darf Suittester Daniel Föger, den Cliffbot der französischen Mars Society behutsam über eine Eisklippe im Tristan Dome steuern. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Das polnische Magma Team im Parsival Dome beim Testen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

17 Währenddessen testet das polnische MAGMA Rover Team im Parsival Dome ihren Rover auf blanken Eis. Dabei ist es gar nicht so einfach mit dem Rover auf dem Eis zu fahren, da es auch für die Räder sehr rutschig ist. Der MAGMA White Rover ist außerdem Teil des Open Mars Yard Projekts. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Asimov der Mondrover der Part-Time Scientists im King-Arthur Dome. (c) Part-Time Scientists (Alex Adler)

18 Die Part-Time Scientists haben sich inzwischen mit ihrem “König der Höhlen” im King Arthur Dome eingefunden um mit ihrem Mond Rover Asimov R3 die ersten Fahrtests durchzuführen. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit, kein leichtes Unterfangen vor allem für den Rover. (c) Part-Time Scientists (Alex Adler)

Bernard Foing und Ulrich Luger kontrollieren die Prozeduren für das Experiment während Suittest Daniel Föger bereits das Material aus dem Koffer nimmt. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

19 Bernard Foing, von der International Lunar Exploration Working Group (ILWEG) geht mit Ulrich Luger, ÖWF, die Prozeduren für die sterile Probenentnahme durch, während Suittester Daniel Föger die benötigten Material aus dem Koffer herrichtet. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Kampf der Roboter ;-) alle anwesenden Rover unterwegs zur OPS (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

20 Am Schluss des dritten Testtages steht noch eine kleine Rover-Parade an. Von groß bis klein, sind zahlreiche Rover bei der Dachstein Mars Simulation vertreten. Auch bei einer bemannten Mars Mission werden zahlreiche, robotische Geräte die Menschen unterstützen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Lara Vimercati nimmt eine Probe vom Anzug für das JPL (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

21 30. April 2012: Premiere am vierten Testag. Erstmals wird eine wissenschaftliches Experiment mit zugeschalteten Wissenschafter aus Übersee durchgeführt. Via Audio- & Videosignale kann der Hauptverantwortliche Wissenschaftler am JPL (Jet Propulsion Lab) den Anzug an die Stelle steuern, wo Proben entnommen werden sollen bzw. in diesem Fall mittels Assistentin Lara Vimercati Proben vom Anzug nehmen, die später in den Labors des JPL untersucht werden. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Unsere Prinzession ist wahrlich eine Königin der Höhle. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

22 Anmutig und zäh schlägt sich unsere Prinzessin durch die Dachsteineishöhlen und damit hat Sie den Titel “Königin der Höhlen” absolut verdient. Unseren größten Respekt haben sich aber unsere beiden Suittester Daniel Föger und Daniel Schildhammer verdient, welche größte Anstrengungen unternommen haben, die Prinzessin an jede gewünschte Stelle in der Höhle zu führen.

Nachdem das AKG Headset mehrmals während der Test im geschlossenen Helm verrutscht ist, wurde es kurzerhand mittels PowerTap an die Suittester Kappe angeklebt. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

23 Erst im Feld tauchen Probleme auf, die im Labor nie vorhanden waren. So verrutsche den Suittestern regelmäßig das AKG Headset, so dass der Helm erneut geöffnet wurde um das Headset an die ursprüngliche Position zu bringen. Am Mars wäre dies natürlich fatal, weil das Verrutschen nicht nur unangenehm ist, sondern vor allem die Kommunikation behindert bzw. unmöglich macht. Daher wurde das Headset ganz einfach mit Powertap an der Kappe befestigt :-) (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

An vielen Stellen ist die Höhle zu niedrig für die lange Antenne des Suittester, deshalb muss dieser oft gebückt gehen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

24 Noch kein Feldtest des Österreichischen Weltraum Forums war für die Suittester so anstrengend, wie dieser Höhlentest. Regelmäßig mussten die Suittester sich bücken, um nicht mit der Antenne an den Höhlenwände anzustoßen. Dabei drückt der 45 kg Rucksack schwer auf die Rücken der Tester. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Für das JPL Experiment müssen Eisproben im Tristan Dome genommen werden. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

25 01. Mai 2012: Trotz technischer Schwierigkeiten beim Donning, konnte auch der fünfte Testtag in der Höhle erfolgreich mit zwei Experimenten beendet werden. Für das JPL Experiment wurden erneut Eisproben gesammelt, allerdings wurde das Kommando zwischendurch von der KiwiMars Mission an der MDRS (Mars Desert Research Station) übernommen. Die simulierte den Kommunikationsausfall zwischen Suittester und OPS und die Übernahme der Kommunikation durch eine zweite Marsmission auf der anderen Seite des Planeten. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Nach diesen 5 Tagen, bei ca. 0°C sind alle Beteiligten erschöpft und zufrieden. Wir freuen uns schon auf den nächsten Feldtest nächstes Jahr in Marokko. On to Morocco. On to Mars!

April 27 2012

Dachstein Mars Simulation Liveblog

Vom 27. April – 01. Mai 2012 führt das Österreichische Weltraum Forum einen fünftägigen Mars Analog-Feldtest mit internationalen Forschungspartnern in den Mammut- und Rieseneishöhlen der Dachsteinregion in Österreich durch. Dabei werden die neueste Variante des Aouda.X Raumanzugsimulators und ausgewählte geophysikalische und biomedizinische Experimente getestet. Insgesamt werden 12 Experimente mit Forschern aus 10 Ländern und drei Kontinenten durchgeführt (A, D, I, F, USA, P, NL, H, Nz, Pt). Am Medientag findet auch ein Mars-Tweetup (Hashtag #marstweetup) statt. Verfolgen Sie hier unseren Liveblog, wo wir neben den Telemetriedaten, Twitter Updates auch täglich ein Bild des Tages, sowie mehrmals am Tag Updates posten werden.

Webcams & Telemetriedaten:
Auch direkt via mission.oewf.org abrufbar.

zum ÖWF Telemetrie Datenstream

Sa, 28. April, 2012: 08:00 Uhr

Premiere für Österreich, zum ersten Mal findet ein #spacetweetup auf österreichischem Boden statt. 20 Social Media Enthusiasten wurden eingeladen um einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen einer Mars Simulation zu werfen. Am Vormittag findet auch noch zusätzlich eine Pressekonferenz statt.

Twitterwall
#marstweetup twitterwall

April 26 2012

Mission „Air Sampler I“ – Auf der Suche nach Leben in der Stratosphäre

 

Die Wissenschaftsnachrichten sind neuerdings voll mit Berichten über Exoplaneten und die Suche nach Leben im All. Um das eines Tages tatsächlich zu finden, müssen wir aber erst die Grenzen des Lebens auf  unserer eigenen Welt genauer erforschen. Dafür begibt man sich idealerweise an äußerst unwirtliche Orte mit extremsten Umweltbedingungen und versucht dort Lebensformen nachzuweisen. 

Airsampler I vor dem Start

 

So kann beispielsweise die Erdatmosphäre aktive Mikroorganismen beherbergen, welche sogar noch in der Stratosphäre Stoffwechsel zeigen. Auf die Suche nach solchen Organismen macht sich das ÖWF-TriPolar Programm als Teil des „Sparkling-Science“ Projekts, das vom Österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung gefördert wird. Das Ziel dieses Projekts ist es, herauszufinden, bis in welche Höhe aktive Lebensräume zu finden sind, wo mikrobiologisches Leben in großer Menge und Mannigfaltigkeit vorkommt.

 

Ballon beim Start vom Lustbühel-Observatorium Graz

Sechs Maturanten der HTBLA Eisenstadt entwickelten dafür zusammen mit dem Ballon-Team des ÖWF einen sogenannten „Air Sampler“. Dieses Gerät sollte mit einem Stratosphärenballon in eine Höhe von über 35 km geschickt werden, um ab 20 km Höhe Luftproben zu entnehmen und steril auf die Erdoberfläche zurückzubringen.

 

Nach monatelanger Vorbereitung der Mission, einschließlich der erfolgreichen Entwicklung und technischen Umsetzung des „Air Samplers“, war es am Samstag, dem 21. April 2012 endlich soweit – der „Air Sampler I“, unten an der Sherpa III Kapsel befestigt, sollte vom Dach des Grazer Lustbühel Observatorium aus starten. Der Stratosphärenballon, der beide Kapseln in die Stratosphäre befördern sollte, wog 3000 Gramm und hatte nach der Befüllung mit Helium beim Start einen Durchmesser von etwa zwei Metern. 

 

 

 

Ballon mit Nutzlast

Inklusive Fallschirm und Radarreflektor wog die Nutzlast 2,4 kg. Die Gondel mit den technischen Geräten bestand aus folgenden Haupt-Komponenten: GPS Logger, Umwelt Analyse Sensoren, Bordcomputer STACIE (Stratosphere Telemetry And Control Interface Equipment), zwei Stück APRS (automatic position reporting system), Telemetrie Sender für das 2m und 70cm Band, Globalstar Satelliten Tracking (Recovery Einheit), Air Sampler, Mini Kamera für Videoaufnahmen.

 

Der Start erfolgte um 09:46 Uhr lokaler Zeit (CET) bei starker Bewölkung und verlief nach Plan. Aufgrund der Größe und des Gewichts rechneten wir mit einer Steigrate von 300 Metern pro Minute. Nach maximal 2 Stunden sollte der Ballon seine vorgesehene Höhe erreicht haben und unterwegs automatisch Luftproben entnehmen.

 

 

Was wir allerdings nicht wussten, war, dass der Ballon auf dem Weg nach oben zwei sogenannte „icing areas“ durchfliegen musste, die Flugzeuge wegen des hohen Vereisungsrisikos meiden. Auf dem Video kann man schon kurz nach dem Start sehen, wie sich unser Flugobjekt etwa 10 Minuten lang durch dichte graue Wolken mit unterschiedlich schwerem Eisregen kämpft, was einer Strecke von etwa 3 Kilometern entspricht. Das Aprilwetter blieb nicht ohne Folgen: Bei einer Außentemperatur von etwa minus 40 Grad bildeten sich sichtbare Eiskristalle entlang der Leinen und auch am Ballon selbst. Etwa eine halbe Stunde später, um 10:31 Uhr riss die Latexhülle im oberen Bereich auf und das Helium entwich als deutlich sichtbarer Gasstrahl. Das an der Ballonhülle festgefrorene Eis (nach Auswertung des Flugprofils ca. 300-500 Gramm) bewirkte nämlich, dass sich die Ballonhülle in diesem Bereich nicht weiter ausdehnen konnte und es schließlich zum Bruch der Hülle kam.

 

Das Flightteam beim Besprechen

In unserer Missionszentrale am Observatorium Lustbühel machte sich dieses Ereignis insofern bemerkbar, als auf dem Datenschirm die Werte für die Höhengabe plötzlich nicht mehr stiegen sondern zu fallen begannen. Der Ballon befand sich zum Zeitpunkt des Platzens auf 16.174 Meter Höhe (53.064 Fuß). Kurz nach halb 11 Uhr mussten unsere Verfolgerteams darüber informiert werden, dass die Nutzlast bereits auf dem Weg zurück zur Erde ist.

 

 

 

Anfangs stürzten die Gondel, der Radarreflektor und die geplatzte Ballonhülle im nahezu freien Fall umeinander taumelnd Richtung Erdboden, bis der  Fallschirm und die Reste des Ballons die Abstiegsgeschwindigkeit auf ein moderates Maß verringern konnten. Die recht sanfte Landung erfolgte um 10:51 Uhr – traditionellerweise auf einem Baum an einer Waldgrenze und zwar diesmal auf österreichischem Boden – bei Lerchleiten (Gemeinde Gersdorf an der Feistritz), östlich von Gleisdorf.

Das Flugprofil des Ballons auf seiner "kurzen" Reise

Während unsere Bergeteams noch das Peilsignal verfolgten, wurde der örtliche Feuerwehrkommandant aus der Ferne auf die Ballonhülle und den gut sichtbaren roten Fallschirm aufmerksam. Er verständigte den Besitzer des Grundstücks telefonisch und erkundigte sich vorsorglich, ob auch kein Personenschaden entstanden sei – hätte es sich doch auch um einen unglücklich gelandeten Fallschirmspringer handeln können. Das gleichzeitig mit dem Besitzer am Landeort eintreffende Ballonteam konnte diese Befürchtungen allerdings schnell entkräften.

 

Mithilfe der Freiwilligen Feuerwehr Gersdorf, der wir für ihren raschen und professionellen Einsatz sehr herzlich danken, konnte die Nutzlast innerhalb kürzester Zeit mittels Hebebühne sicher geborgen werden.

Der geborgene Ballon nach der Bergung

 

Obwohl die geplante Gipfelhöhe nicht erreicht wurde und die automatische Steuerung des Air Samplers durch die geringe Höhe nicht ansprach, konnte die Mission als zum größten Teil erfolgreich abgeschlossen werden. Der neue Bordcomputer STACIE und alle anderen Subsysteme  der Sherpa Kapsel haben ihre Arbeit zu 100% planmäßig verrichtet. Auch alle erfolgten Air Sampler Tests haben gezeigt, dass das technische Konzept des Air Samplers funktioniert.

 

 

 

Die Analyse der per Fernkommando entnommenen Luftprobe sowie der Vergleichsprobe vom Startplatz wird nun einige Wochen in Anspruch nehmen. Da bisher keine relevanten Biodaten aus den Luftschichten zwischen 20 und 30km Höhe vorliegen, erfordert die Auswertung des gekapselten Filters durch das Biologenteam der Universität Innsbruck die Neuentwicklung dafür geeigneter Prozeduren.

 Bereits im Sommer soll ein weiterer „Air Sampler“-Stratosphärenballon gestartet werden, um das Projekt fortzusetzen.

Das Team der Mission nach der Bergung des Ballons

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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